Eine Annherung an den Bonner Knstler Hellmuth Eichner und dessen jngste Arbeiten

Rahmen passen nicht ins Kontakt“

Von Bernward Althoff (Bonner Rundschau)

Das Backsteinhaus unweit des Beethovenplatzes in der gutbrgerlichen Bonner Sdstadt will nun wirklich nicht als Heim eines Knstlers gelten, der seine ersten Gehversuche in der bildenden Kunst in den unruhigen 60er Jahren tat, der Schler von Josef Beuys wurde, nachdem ihm das packende Bild “ INRI “ den Rausschmiss aus den Klner Werkschulen beschert hatte. Nein, die Annherung an den Menschen Hellmuth Eichner- kurz “Der Eichner “- gert fr den Betrachter gleichsam zu einer inneren Umkehr, weg von den gewohnten Klischees, wonach ein freischaffender Knstler der Jetztzeit zu sein habe-,, ja, wie eigentlich? Der Mitvierziger mit Rauschebart, Nickelbrille und bequemer, schwarzer Hose empfngt mich in seinem Notatelier, seiner Garage im Hinterhof – weil, sein eigentliches Atelier einen Steinwurf weiter lsst ihn seit einiger Zeit nicht mehr richtig zum Zuge kommen, aber das ist eine andere Geschichte. “Der Eichner“ hrtet mit Polyester ein neues Objekt auf der Rckseite aus, damit es ordentlich versteift wird.“ Gerahmtes“ will nicht mehr in sein Konzept passen, weil es zu sehr vom eigentlichen Objekt ablenkt“. Bei dieser Arbeit hilft ihm die 20 jhrige Susanne, Freundin des Hauses und in den Sommersemestern so etwas wie ein Adlatus fr Hellmuth Eichner. Der Werkstoff Acryl hat fr den Wahlbonner, dessen leicht spttischer Zug um die Mundwinkel den rheinischen Schmunzler vermuten lsst, zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Nachdem er seit den 70er Jahren ausgiebig mit der von ihm entwickelten und zur handwerklichen Perfektion gebrachen Kratztechnik operiert hat, will “Der Eichner“ nun weg von den eindimensionalen Bildern hin zur Vollplastik. Obwohl, so ganz abrupt gert der Wechsel denn doch nicht, weil sich schon in seinen jngsten Bildern, die an Kulissenarbeiten erinnern, versteckt die eine oder andere Halbplastik ankndigt. Als Beispiel mag der Eingang zu einem Haus im Lago Maggiore dienen, der von zwei Blumenksten gerahmt ist, wobei die linke Tonne reliefartig aus dem Bild herausragt – geschicktes Verwirrspiel mit der trgen menschlichen Optik. Bei seinen neuen Objekten helfen dem Knstler auch Draht, Pappe und eben Polyester. Den Weg in die Galerie hat bereit die Arbeit “Kirche und Staat“ gefunden, an der Hellmuth Eichner noch den einen oder anderen Handgriff zu machen hat. Bis Mitte Juni war sie im so genannten “Museum auf Zeit“ in der Poppelsdorfer Allee zu sehen.

Der erste Anschein erinnert an eine rheinische Triumphsule, vielleicht hat Eichner auch in seinem Innersten an die Verherrlichung eines antiken Imperator, Usurpators oder einen Gotteskaiser gedacht. Hier aber nimmt den Platz ganz oben die Kirche ein, versteckt allerdings, so der Knstler einen Spiegel installiert hat, damit man einen Blick von ihr erhaschen kann. Genau wie in der Wirklichkeit“, fgt er hinzu “, weil die Kirche immer noch den Staat beherrscht, obwohl man sie nicht mehr wahrnimmt. Der Staat- das ist der hohe, lange Turmschaft, an dem sich unzhlige kleine Behausungen emporschlngeln. Trotz allem: “Religise Themen faszinieren mich“, gesteht er im Nachhinein. Ein scheinbar hnliches Objekt ist die Lebenstreppe“, das jngste Objekt von Hellmuth Eichner. In einem Stahlkfig rankt sich wie eine Wirbelsule das Leben von der Geburt bis zum Tod empor, und das ist es denn auch, was den Betrachter zum Nachdenken bringt. Haben wir doch von unserem Leben immer den Eindruck gehabt, dass es sich sinuskurvenartig von unten nach oben entwickelt und dann allmhlich nach Verlust der inneren wie ueren Spannkraft abschwingt. Der Eichner sieht die Humana Comedia“, die menschliche Komdie“, mit ihren Irrungen und Wirrungen viel linearer. Nach der Jugend gestattet er die eine oder andere Abweichung, danach geht es stracks nach oben zum Ende des Lebens hin, eben zum Tod. Und offenbart sich als Friedhof, aber nicht als typisch deutscher, heimeliger Park mit geordneten Grbern samt Buchshecke, blank polierten Grableuchten und Grabsteinen, sondern als desillusionierender Schindacker, auf dem die Leblosen wirr durcheinander liegen. Da will sich kein Leben nach dem Tod einstellen. Doch ganz so apokalyptisch und dster ist der Mensch Hellmuth Eichner wirklich nicht. Er liebt das Leben und seine angenehmen Seiten wie ein gutes Essen. (Vorzugsweise im Casanova“, wo auch zwei Bilder von ihm hngen), oder auch seine so genannte Nobelkarosse(die mit der weiblauen Niere)..

Sein Haus, dass er vor 5 Jahren erwarb, hat unaufdringlich modernes Mobiliar, berall hngen Eichners Bilder. Diese, sagen wir einmal gutbrgerliche Seite des Knstlers, zu der last but not least seine Familie zhlt, basiert auf harter, kontinuierlicher Arbeit. “Das Leben hat mir nichts geschenkt“. Schon frh musste ich auf eigenen Beinen stehen, eine Familie ernhren, und das hie, stndiges Arbeiten“. Den Bohemien in ihm, den es am Anfang gegeben haben mag, hat der reale Alltag alsbald ausgetrieben.“ Doch andererseits“, so fgt Eichner hinzu,“ hat es mich davor bewahrt, nach frhen Erfolgen zu lange auszuruhen“.

Erfolg und Publicity stellten sich bei dem in Kln aufgewachsenem Knstler tatschlich frh ein. Schon 1966 prsentierte ihn die Galerie Gmurzynska in Kln, zwei Jahre spter waren Eichner Werke bereits in der Jahresausstellung des Klner Kunstvereines zu sehen.

Erster Hhepunkt im Jahre 1970 war die Teilnahme an dem Rhein Tiber Preis“ in Rom.

Synonym fr diese frhen Erfolge waren die Bilder mit den verzerrten, bergroen Kpfen. Stets ist Hellmuth Eichner dem Gegenstndlichen verhaftet geblieben, doch das will nicht viel besagen. Zu seinen bekanntesten Anhngern gehrt brigens Bundesarbeitsminister Norbert Blm, der in seinem Arbeitszimmer das Eichner Bild Arbeiter mit Spiebtt“ hngen hat.

Das Verhltnis der hiesigen Kunstszene und deren Institutionen will er nicht ausfhrlich kommentieren. Kurz gesagt, es ist eher ein Un -Verhltnis, man sagt sich nichts mehr.“

Der Eichner“ bleibt, was er war, - ein Einzelgnger, der sich nicht in Schubladen pressen lsst. Und obendrein ein rheinischer Sptter, nicht ungleich unserem ersten Kanzler unserer Republik Konrad Adenauer.

Abschied aus dem Haus, Hndedruck, ein Klaps auf die Schulter und augenzwinkernd die Aufforderung, "Schreiben sie was Schnes“. Na denn!

 

 

 

  Aufblasbares Spielzeug  
KLNER STADT ANZEIGER

von Dr.Jrgen Hassel, 28. Mai 1969:
Leider nur bis Anfang Juni sind Arbeiten des jungen Klner Malers Hellmuth Eichner zu sehen. Nur 16 Groformatige Bilder und dennoch eine ganze Welt! Der Eichner , am ehesten noch der Wiener Schule des phantastischen Realismus verwandt, strubt sich gegen jede Zuordnung. Auf diesen Bildern sind Trume von Menschen zu sehen, dargestellt in figurativen Konstellationen, die menschliches Verhalten spiegeln .Verfhrung, Verleugnung und
Leid. Eine Gruppe von Kpfen z . B . steht auf mehreren Bildern fr die mnnliche Welt: Ein lchelnder Weiser, ein grblerischer Denker und ein fltespielender Verfhrer. Auf einem Bild
( Abendmahl 1969 ) Sammlung Hahn, wird das Symbol der Mnnlichkeit bedroht von den Insignien der kirchlichen und weltlichen Institutionen, ein anderes Bild zeigt es als imaginren Erzeuger eines abziehbildhaften weiblichen Wesens
( Mutterschaft aus der Retorte ); auf dem dritten (Kirmes) erscheint es wie ein Luftballon, gehalten von einem kleinen Mdchen, das mit diesem Gegenstand des Spiels noch nichts anzufangen wei. Auf anderen Bildern ( das Weihnachtsgeschenk ) und im Park verwandelt sich dieses Symbol der Mnnlichkeit, gesehen aus der Perspektive der Frau, in einen hampelmannhnlichen Luftballon. Ein Aufblasbares Spielzeug, lcherlich, doch nicht ohne versteckte Drohung: Am Boden liegt die verrenkte Puppe. Verfhrung, Vergewaltigung und Zerstrung prgen selbst das gar nicht mehr so unschuldige Spielzeug. Zynismus ist diesen Bildern jedoch ebenso fremd wie Pathos.
Die Grundhaltung ist eine Trauer, wie sie sich in dem mehrmals wiederkehrenden Satz ausdrckt:“ Es ist so, liebe Schwester“. Es ist so, da Menschen sich vom Unglck der anderen abwenden, da sie einander durch Fremdheit bedrohen. Der weinende Ministrant und Wir sind doch eine frhliche Jugend, Europa“ sind zwei der programmatischen Titel.“ Wir wissen, da da hinten ein Unfall passiert ist heit eines seiner jngsten Bilder: eine Gruppe von Menschen, die sich vom Verkehrsunfall ab - und dem Betrachter zuwendet, um das Unglck verdrngen und vergessen zu knnen.
Die Bilder deuten eine Entwicklung an: Die starken, dunklen Farben der frheren werden in den jngsten auf wenige helle Grundwerte reduziert. Die Komposition wird immer einfacher.
Dieser Maler ist ein Glcksfall fr die Klner Kunstwelt!
1970
Neumarkt der Knstler
Katalog Abbildung:“ Liebe Liebe 120 x 120 cm und Wir sind Deine frhliche Jugend 150 x 150 cm

KLNER STADT ANZEIGER
Fruchtbarer Herbst  
Horst Richter schreibt ber eine Ausstellung Klner Knstler in Bensberg:
Nachhaltig im Gedchtnis aber bleibt vor allem Hellmuth Eichner, der vor ein paar Jahren als Autodidakt begann. Die drngende Phantasie des 21 jhrigen ist beinahe bestrzend. Sie schlgt sich in einem magischen Realismus nieder, der mit wacher Intelligenz inszeniert ist, indes Unruhe flackert.
1970
WELTKUNST
Dr. Horst Richter
Das aktive Kulturleben, einst auf wenige Grostdte konzentriert, greift mehr und mehr in die Regionen hinaus, demokratisiert und popularisiert sich. Das gilt auch fr Offenbach, die im Frankfurter Einzugsbereich gelegene Stadt des Leders. Zwar geniet diese Stadt schon lange einen guten Ruf durch zwei Spezialmuseen, das Deutsche Lederwarenmuseum nmlich sowie das uerst lebendige Klingspor Museum fr Buch und Schriftkunst, doch hat es zu einer Profilierung der freien Knste noch nicht recht gereicht. Den entsprechenden Nachholbedarf versucht man neuerdings mit Wechselausstellungen zu decken, die das Kulturamt veranstaltet.
Ein besonders Bemerkenswerter Griff ist diesem Kulturamts mit der Ausstellung Hellmuth Eichner gelungen. Gezeigt werden 57 Bilder des jungen Klner, auf den man auch am Rhein aufmerksam zu werden beginnt. 1946 in SCHNENBERG ( Siegers ) geboren und einige Semester an den Klner Werkschulen ausgebildet, hat sich Eichner inzwischen selbstndig gemacht. Der Auszug aus dem Klner Lehrinstitut, das sich nchstens Akademie der bildenden Knste nennen zu knnen hofft, geschah freilich vorzeitig und keineswegs ganz freiwillig. Denn Eichner , als Sohn der neofigurativen Phase in der Malerei dinglichen Motiven zugeneigt , hat nicht nur Menschen seiner Zeit festgehalten , sie malerisch umschrieben , portrtiert und in neuen psychologischen Kontext gebracht , sondern er rief auch berliefertes herbei ,Formen und Formationen ,vor allem Themen aus der Vergangenheit . Das meint hier: Szenen aus dem neuen Testament. Und da wiederum lie er es nicht mit der kanonischen Ordnung der Figuren und Vorgnge bewenden. Vielmehr schlug er einen nackten weiblichen Krper ans Kreuz : eine Gestalt unserer Gegenwart , eng verbunden dem physischen Empfinden wie den geschlechtlichen Erregungen der Zeit , aber doch weit hinausgehoben ber die fleischlichen Platitden der Sexmodelle ,wie wir sie von Filmplakaten und Illustrierten her kennen . Eichner - das leuchtet rasch ein - zielte mit seiner emanzipatorischen Geste nicht auf Blasphemie, sondern auf Versinnbildlichung mit Hilfe des vorgeprgten Symbolgehalts auf eine verallgemeinernde Bedeutsamkeit  angesichts des sich skularisierenden Christentums. Trotzdem gab es kleinkarierten Protest, sogar von  Kunstpdagogen, die es eigentlich htten besser wissen mssen. Aber Eichner hat sich nicht abschrecken lassen. Vielmehr fhlte er sich zum eigenen Weg ermutigt. Zur noch genaueren geistigen Durchdringung seiner Probleme und zur feineren Handhabung seiner technischen Mittel . Waren es anfangs mehrschichtige Wirklichkeitsrapporte , in denen er Dinge wie Gesichter auf beinahe picasseske Art deformierte , so gltteten sich nach und nach Flche mit umgebender Kontur und drang uere Ruhe in das erregt innere Engagement . Eines freilich blieb: Das Bestrzende der Darstellung. Eichners seltsam bedrngende Methode , Alltagsvorgnge in das Bewusstsein des  Betrachters zu rufen und der Welt kundzutun , da es sich bei ihr keineswegs um die beste aller mglichen handelt . Was der heute 24 jhrige hervorbringt, sind Paraphrasen menschlicher mit mitmenschlicher Existenz. Eichner wartet nicht auf ferne Botschaften, wenn er vor seiner Staffelei steht. Er gibt vielmehr Bilder wieder, die vor seinem geistigen Auge, wie er sagt, gleichsam in der Art von Diapositiven auftauchen. Das Malen wird sodann zum Realisationsprozess. Geigen kommen gelegentlich vor, verwandelt zu menschlichen Krpern, ein paar Blumen, verdorrte ste und Tischutensilien. Aber er findet sich mit Recht nicht den Surrealisten zugehrig, weil er keine Visionen aus Psycho - traumatischen Zonen auftauchen sieht, sondern auf das, was er mit Auge und Ohr aufnimmt, hrt. So ist er neuerdings fasziniert vom Stumpfsinn der Gemeinpltze, vom unreflektierten Daherreden der Leute, das als Ausfluss von Denkvorgngen oder Vorurteilen Gefhrlichkeit implizite, Wir sind doch eine frhliche Jugend lautet eines seiner Bildthemen. Wir wissen genau, da ein Unfall geschehen ist , “ Es ist so, liebe Schwester und unser Junge soll Schlosser werden . Man hrt es tagtglich auf Mietshaustreppen und beim Kaufmann, im Dunst huslicher Kchen und verqualmter Stammtische. Starrheit ist in den Gesichtern, Offenheit vielleicht, aber kaum je ein Hauch eines Lchelns. Eichners Welt baut sich aus einem Gefhl der Verlassenheit und existentiellen  Angst, zu dem sich freilich abwehrendes Bewusstsein und sogar eine triebhafte Aggressivitt gesellen. Eichner wehrt das Triviale ab, indem er es Decouvriert. Man wird noch von ihm hren.
1970
Abbildung LIEBE LIEBE
FRANKFURTER ALLGEMEINE
Die Liebe Liebe auf Mallorca , braungesichtige deutsche Gemtlichkeit , Ferien im Sden mit Kaler Rippchen auf Sauerkraut mchte der Hoffnungstahler Maler Hellmuth Eichner mit diesem feinen Prchen kennzeichnen , das zusammen mit 6o Eichner Werken zwischen dem 6.3. und 3.4. in Offenbach/Main in einer Ausstellung des dortigen Kulturamtes zu sehen sein wird . Eichner, fr den Rhein TIBER Preis vorgeschlagen, interpretiert sein Bild so: Mit der lieben Liebe meine ich das so genannte geordnete Eheleben, bei dem sich die Partner jedoch nichts mehr zu sagen haben. Damit Beschauer des Bildes etwaige Parallelitten mit sich selbst feststellen knnen, ist das Werk mit einem Spiegelmosaikrahmen eingefasst.
197o
  Kritik und Ironie  
Westdeutsche Zeitung Nr.    33  9.    2.    1971
Hellmuth Eichner aus Kln, nimmt die heutige Gesellschaft, vor allem aber die Jugend ironisch mit ausgesprochen malerischem Effekt aufs Korn. Die Arbeiten setzen sich aus berdimensionierten traurigen Gesichtern
, kleinen realistisch gezeichneten Krpern  stilisierter Pflanzenwelt und den Portraits beigegebenen , typisierenden Gegenstnden zusammen   Whrend die menschlichen Krper symboltrchtig und deutungsstark die anatomischen Mae verlassen , bleiben sie der Tierwelt erhalten Hellmuth Eichner ist mit seiner Kritik nie aggressiv. Die Feinnervigkeit seiner Palette sorgt fr ausgleichende Harmonie, obwohl die Farbe an sich an der Kennzeichnung von Scheinwelt, Vereinsamung und Passivitt teilnimmt. 
1970
Hans Joachim Mitschke in WELTKUNST
Nr. 8. 15 April 1970 . Seite 454
Monatszeitschrift
Kln, die beraus rhrige Galerie Gmurzynska in Kln bot unter dem Titel Traum und Wirklichkeit eine groe bersicht ber das Schaffen zeitgenssischer Knstler des Surrealismus, allerdings unter der Aussparung der Wiener Schule. Auch wre eine strengere Auswahl vonnten gewesen, denn nicht alle Knstler waren mit Hauptwerken vertreten.....
Aufmerksam wird man jedoch den Weg des blutjungen Hellmuth Eichner verfolgen mssen, denn der Junge hat Talent. Unter seinen in dunklen Farben gehaltenen Bildern gibt es ein Bild INRI . Am Kreuz hngt jedoch ein Weib mit aufgequollenen Formen. Indes , eine Blasphemie liegt fern , denn der junge Maler bemht sich durch Farbgebung und einen bis an die Grenzen des Ertrglichen vorgetriebenen Verismus der Darstellung , in dieser Frau den Menschen zu zeigen , der auf je eigenen Weise seinen Kreuzestod stirbt . Dennoch bleibt ihm zu wnschen, da er solch gewaltsame Themen durchgeistigter lst. Seine Absichten heben ihn jedoch vorteilhaft ab, von dem surrealistischen verbrmten Kitsch des Belgiers Paul Delvaux, der eher in den Kunstabteilungen groer Warenhuser seinen angemessenen Platz fnde. Ungekrnter Ausstellungsknig war aber Max Ernst, von dem es drei kleine, aber ganz exzellente lbilder sowie Frottagen zu sehen gab.
1971

1981
Der Eichner - Zwischenbilanz
Text von Wolf Weipert ,
Katalog
Als der 19 - jhrige Maler Hellmuth Eichner 1966 mit der ersten Ausstellung an die ffentlichkeit trat, schien ihm der Erfolg zuzufallen:
Drei Ausstellungen im ersten Jahre wurden gekrnt von der groen Prsentation Traum und Wirklichkeit , in der Galerie Gmurzynska in Kln. Im Katalog dieser Ausstellung finden wir den Namen des jungen Malers neben Knstlern wie Hans Bellmer, Dali, Max Ernst, Rene Magritte und Franz Radziwill. Seitdem sind 15 Jahre  vergangen. Hellmuth Eichner - als Der Eichner bekannt geworden, gehrt heute zu den exponiertesten Vertretern der Realismus - Szene in der B R D. Zentraler Punkt in seinem Oeuvre , das die Bereiche Malerei , Grafik , Objektkunst und Kunst am Bau umfasst , sind seine 150 groen Gemlde , von denen sich kaum noch eins in seinem eigenem eigenen Besitz befindet . Seine Werke finden wir  heute nicht nur in zahlreichen privaten Sammlungen des In - und Auslandes, sondern zu einem groen Teil auch in ffentlicher Hand: Neben Bundesministerien, dem Deutschen Bundestag und der Landesversicherungsanstalt in Dsseldorf gab es Ankufe der Stdte Gttingen, St. Augustin und Rsselsheim. Auf den ersten Blick wirkt diese Entwicklung wie eine Bilderbuchkarriere , doch blickt man hinter die Kulissen , dann wird schnell deutlich , da Eichners knstlerischer Werdegang ein permanenter Kampf mit etablierten Gruppen war , die Knstler selbst als Kunstmaffia bezeichnet . Dazu fhrte nicht nur der Nonkonformismus des jungen Malers, sondern vor allem seine neofigurative Stilentwicklung.
Kaum eine Stilrichtung der Nachkriegskunst hatte sich mit derartig massiver Kritik auseinanderzusetzen wie die der neuen Realisten. Eichner , der 1967 - ein Jahr nach seinen ersten Erfolgen - bei den Professoren Kadow , Marx und Will an der Fachhochschule Kln ein Studium aufnahm , erfuhr diese Kritik bald hautnah : Seine Versuche , eine Formensprache zu entwickeln , die sich ber optische Sensationen hinaus zur Durchdringung und Visualisierung gesellschaftlicher Probleme eignet , wurden von Kommilitonen und Lehrern gleichermaen angegriffen.
Eichner hatte das Pech, seiner Zeit um einige Jahre voraus zu sein.
Die Mitte der sechziger Jahre war noch stark gekennzeichnet von der signifikante de Informel ( Tapie’)- der Fixierung auf eine gegenstandslose Kunst , die durch frei erfundene Zeichen und Strukturrhythmisierung von Dada und der aufkommenden Pop Art der Neorealismus an Bedeutung gewann  , wirkte sich die Verabsolutierung der abstrakten Malerei in der B R D in einem fatalen innovationszwang aus . Das fhrte bei dem jungen Knstler jedoch nicht zu Resignation und Anpassung, sondern dank der Untersttzung durch Sammler und Freunde, sowie einiger bekannter Kunstkritiker wie Dr. Horst Richter oder Dr. Hassel zu prziseren und weniger missverstndlichen Aussagen. Fr Eichner war es in dieser Zeit z. B. eine groe Hilfe, da eine namhafte Kunstzeitschrift wie die WELTKUNST sich auf seine Seit schlug, die Aktionen seiner Gegner kleinkarierten Protest nannte und ihm Mut machte:
Eichner wehrt das Triviale ab, indem er es Dekuvriert. Man wird noch von ihm hren . Als der Knstler der Klner Fachhochschule enttuscht den Rcken kehrte, schrieb Dr. Horst Richter:
Der Auszug aus dem Klner Lehrinstitut, da sich nchstens Akademie der bildenden Knste nennen zu hofft, geschah freilich vorzeitig und keineswegs freiwillig. Denn Eichner , als Sohn der neofigurativen Phase in der Malerei dinglichen Motiven zugeneigt , hat nicht nur Menschen seiner Zeit festgehalten , sie malerisch umschrieben , portrtiert und in neuen psychologischen Kontext gebracht , sondern er rief auch berliefertes herbei, Formen und Formationen , vor allem Themen aus dem neuen Testament . Und da wiederum lie er es nicht mit der kanonischen Ordnung der Figuren und Vorgnge bewenden. Vielmehr schlug er einen nackten , weiblichen Krper ans Kreuz : Eine Gestalt unserer Gegenwart , eng verbunden dem physischen Empfinden wie den geschlechtlichen Erregungen der Zeit , aber doch weit hinausgehoben ber die fleischlichen Platitden der Sexmodelle , wie wir sie von Filmplakaten und Illustrierten her kennen . Eichner - das leuchtet rasch ein - zielte mit seiner emanzipatorischen Geste nicht auf Blasphemie, sondern auf Versinnbildlichung mit Hilfe des vorgeprgten Symbolgehalts, auf eine verallgemeinernde Bedeutsamkeit angesichts des sich skularisierenden Christentums .
Blieb  in den frhen Eichnerbildern die Aussage oft noch diffus und interpretierbar, so stellen wir in seiner stilistischen und inhaltlichen Entwicklung um 1969 eine deutliche Vernderung, wenn nicht sogar einen grundstzlichen Wandel fest.
Seine Handschrift wird pointierter, sein Stil klarer. Akzentuierte Formen verdrngen mehr und mehr verfremdete und verzerrte Gebilde. Was Eichner 1967 mit dem Gemlde der weinende Ministrant ahnen lie , wird sptestens in seiner groen Arbeit Wir wissen genau , da da hinten ein Unfall passiert ist , 1969 klar : Der Knstler malt keine visionren Phantasien mehr , die aus einer hypnotraumatischen Scheinwelt kommen , sondern schildert Wirklichkeit , erfasst  gesellschaftliche Realitt und verarbeitet sie . Betreten verboten , Unsere Nachbarn , Hab’mich lieb , Unser Sonntag und Unser Junge soll Schlosser werden , sind Bilder , die Eichner in einer Periode intensiven Schaffens malt .
Das Unbehagen der jungen Generationen, das sich in den Studentenunruhen der spten sechziger Jahre aktiv entldt, wird von Eichner in einer Serie subtiler, aussagestarker Bilder zum Ausdruck gebracht. Er malt keine grandiosen Szenarien, sondern setzt Alltagssituationen so um, da die gesellschaftliche Situation der dargestellten Personen schlagartig klar wird. Die hintergrndige Traurigkeit seiner Figuren , der desillusionierte Blick seiner jugendlichen Greise sagen mehr ber die Ursachen der Jugendrevolte als lange literarische Traktate , die zur gleichen Zeit verffentlicht wurden . Mit knappen stilistischen Mitteln stellt Eichner die Kehrseite der Wohlstandsgesellschaft dar Liebe, Liebe , eines der beeindruckendsten Bilder aus dieser Phase zeigt ein speisendes, wohlgepflegtes Ehepaar, dem die einfltige Konsumorientierung ins Gesicht geschrieben ist. Erstaunlich ist vor allem, da Eichner auf penetrante, allegorische Details verzichten kann, um die Verdinglichung der menschlichen Beziehungen ( B  Brecht ) auszudrcken.
Wo andere figurativen Maler in plattem Naturalismus verharren, durchdringt der Realismus Hellmuth Eichners die Wirklichkeit.
Schon diese frhen Bilder erfllen die Kriterien, mit denen Peter Sager den Realismus  gegen die bloe Abbildung von Realitt abgrenzt: Realismus als Konstruktion, als Analyse und Entwurf gesellschaftlicher Verhltnisse . Die gesellschaftliche Substanz seiner Bilder hat dazu gefhrt, da Eichner in vielen Presseverffentlichungen seit 1970 als Maler des Kritischen Realismus bezeichnet wurde.
Der Knstler hat sich oft gegen diese Etikettierung gewehrt. Gerade an den frheren Bildern werden seine Grnde klar: Eichner schliet sich in seine Bilder mit ein. Seine Kritik manifestiert sich nicht demaskierend, indem sie Probleme enthllt, Missstnde aufdeckt, sie bleibt aber  solidarische Kritik eines Mitbetroffenen.
Wenn Dr. Horst Richter den jungen Eichner damals  einen Seismographen seiner Zeit nannte, erfasste er genau die Intentionen des Knstlers:
Eichner spiegelte damals wie heute in seinen Bildern die Erschtterungen seiner Zeit im Kleinen und Groen wieder. Dabei ist er jedoch weit entfernt von einer Agit - Prop - Kunst , die versucht,  einen politisch - ideologischen Entwurf knstlerisch umzusetzen  Eichners Kunst basiert nicht auf Vorentwrfen , sondern entsteht unmittelbar . Denn Eichner ist kein Intellektueller. Sein Realismus entspringt tiefster Emotionalitt. Wenn Eichner Wirklichkeit widerspiegelt, dann hat vorher keine rationale Filterung, keine analytische Betrachtung oder ideologische Sondierung stattgefunden
Die um 1970 entstandenen  Bilder verdeutlichen diese These : Wir sind Deine frhliche Jugend , Europa und vor allem der Schlachter , in vielen Besprechungen als Machtpolitiker oder hybrider Wissenschaftler gedeutet - von anderen als kritische Allegorie des allmchtigen Technokraten verstanden , versinnbildlichen das Unbehagen der so genannten Sechziger .
Die Frustration der Antiautoritren , der mrtyreske Masochismus der studentischen Aktivisten , die berbetonung der sexuellen Revolution , bervater Freud , Reich , Adler - verbale Begriffe,  die Eichner schon als junger Mann einzufangen wute in die Atmosphre eines realistischen Bildes . Diese Assoziationen sind auf der Leinwand entstanden, Gefhle, die Bilder wurden, bevor sie rationale Gedanken waren.
Damit setzte Eichner von der Penetranz nach vordergrndiger Politkunst ab, die verbale Konstruktion lediglich bersetzt und damit die bildnerischen Mittel zu einem Sprachsurrogat macht. Eichner transferiert nicht literarische Entwrfe in  Bilder, sondern spricht durch seine Malerei unmittelbar. Gleichwohl ist seine Kunst nicht irrational oder intellektfeindlich. Seine Inhalte sind rational fa - und deutbar.
Der Betrachter hat diesen Prozess zu leisten wie der Tektoniker die aufgezeichneten Schwingungen des Seismographen in Beziehung zueinander bringt und interpretiert. Eichners Bilder geben den Dingen  wie Jan Leering formuliert - eine neue Bedeutung, die nur malknstlerisch realisierbar ist .
Sie sind damit nach seiner Unterscheidung realistisch statt naturalistisch, weil sie nicht nur abbilden wie die naturalistische Malerei, sondern verwirklichen (Leering).
Eichner setzte 1971 sein unterbrochenes Studium fort. An der Kunstakademie in Dsseldorf studierte er bei Prof. Beuys und wurde Meisterschler von Prof. Sackenheim. Man braucht die Schwierigkeiten des 25 jhrigen nicht nher zu beschreiben, wenn man bedenkt, da Eichner in der Hoch - Zeit der Ready - Mades , der Body - Art , und Process - Art stie. Joseph Beuys, dem das Fegen des Greifenberger Waldes ein wesentlicherer  Kunstbeitrag als jegliche Materialisierung von Kunst war, konnte auf der Suche nach  einer“ Wirklichkeit jenseits der Trennung von Kunst und Leben (P. Sager) dem jungen Knstler keine Anregungen vermitteln. Die reine, nicht vergegenstndlichte Idee, fand in der Concept - Art ihren radikalsten Ausdruck. Fr Eichner waren die verschiedensten Ausprgungen dieser Richtung Epigonalismus auf der Basis von Marcel Duchamps Schaffen. Trotzdem ist in den damals entstandenen Bildern der Einfluss seiner neuen Bezugsfelder erkennbar geworden.
Seine Landschaften , Schamgegenden tituliert,  lassen eine tiefe knstlerische Identittskrise ahnen und gehren zu den schwchsten Werken , die Eichner bisher produzierte .
Doch schon 1972 trat Eichner mit neuen Bildern an die ffentlichkeit: Das Spessart Bild , die Herbstzeitlose , der Treppensturz , oder Bauvorhaben St. Augustin machten klar, da Eichner den eingeschlagenen Weg weiterentwickelt hat. Seine Bildsprache ist deutlicher geworden, sein Stil reifer. Eichner bezieht in seinen neuen Bildern die soziale Umgebung der Menschen mit ein. Seine Figuren stehen auf Hinterhfen, Baustellen, sitzen an Kaffeetafeln oder lagern an sdlichen Strnden wie die Darsteller der Szene Gehen Sie auch auf Nummer Neckermann (1972)
Die Verdinglichung menschlicher Beziehungen, die Eichner schon fnf Jahre zuvor zum Sujet vieler Bilder machte, steht jetzt noch strker im Vordergrund. Die Einsamkeit des Einzelnen, die bisher vor allem in der berproportional groen Darstellung der Kpfe und der beralterten Physiognomie zum Ausdruck kam, wird zunehmend differenzierter ausgedrckt. Die Kaffeetanten , Bckerei Krupp oder Anstreicher mit Kreuz greifen banale Strukturen auf , dekuvrieren gesellschaftliche Realitt ohne symbolischen Pomp .
Zwischendurch entstehen Bilder, die an frhe Phasen erinnern: Sonnenschein , Bananenfresser und That’s Live - vielleicht Konzessionen an ein Publikum, das sich inzwischen an den Eichner gewhnt hat.
Zwischen 1972 und 1974 - noch whrend seines Studiums - gelang Eichner der endgltige Durchbruch. Schon in den Jahren zuvor hatte der Knstler nicht nur auf vielen Ausstellungen des Inlandes sein Werk prsentiert , sondern bereits als 23 jhriger im Rahmen des Rhein Tiber Preises in Rom ausgestellt . Doch nun folgte eine Ausstellung der anderen.
Zu den Meilensteinen zhlt eine Ausstellung in der bekannten Londoner Galerie Nicholais Treadwell. Mit der Bronze - Medaille beim Europa - Preis in Oostende errang Eichner seine erste groe internationale Anerkennung. Obwohl Eichner  nie Bilder malte, die sich als Konsumobjekte anbieten, als reprsentabler Wandschmuck vermarkten lsst, kam mit zunehmendem Bekanntheitsgrad auch der wirtschaftliche Erfolg. Pltzlich hatte Eichner, der aufgrund seiner kritischen Bildinhalte und des sozialen Engagements seiner Themen angegriffen war, mit dem Vorwurf zu kmpfen, etabliert  zu sein. Wie andere Realisten, die ihren Stil nur mhsam gegen herrschende Kunstmoden vertreten hatten, warf man ihm zynischerweise nun seinen Erfolg vor. Peter Sager beschrieb in seinem Werk“ Neue Formen des Realismus diesen absurden Prozess:
Diesem Stil hat man paradoxerweise gerade das bel vermerkt, was sonst gemeinhin positiv zhlt: den Markterfolg und das Publikumsinteresse“.“ Es handelt sich um obszne Kunst , wetterte Werner Spies, weil dieser ausgespreizter Naturalismus so kriecherisch - heimtckisch den Begriff von Knnen ins Spiel zu bringen versteht . In der Tat entspricht die handwerkliche Knnerschaft dieser Knstler dem brgerlichen Leistungsbegriff heimtckisch genau Auf die Legitimitt einer Rckkehr zum Realismus, auf seine sthetischen uns gesellschaftlichen Mglichkeiten wiesen nur wenige Kritiker hin. Auf diese Kritik hat Eichner auf seine Weise reagiert. Aus der Verbindung verschiedener Arbeiten entstand das Werk Der blinde Maler H. Schlimm geht ber den Weg des Informell zu Bonn’s dnnster Kunstkritikerin . Hinter diesem aufwendigen Titel verbirgt sich die Konfrontation mit einer Bonner Kunstkritikerin, die schon seit Jahren keine Gelegenheit auslsst, den Knstler wegen seines harten, rcksichtslosen Stils anzugreifen. Unter Vermeidung jeder inhaltlichen Auseinandersetzung rgt sie die brutale realistische Optik Eichners, die sich freilich emphatisch  feuilletonistischen Interpretationsversuchen entzieht. Im blinden Maler 1977 entstanden, deutet sich bereits eine Weiterentwicklung  Eichners an, die seine neueren Bilder bestimmt. Seine Sujets sind nicht mehr spotartige Ausschnitte von Rumen und Episoden, sondern verdichten sich mehr und mehr zu Kompositionen, die bildnerische und inhaltliche Erfahrungen des Knstlers zusammenfassen. Eichner beginnt, an Themen zu arbeiten, die er manchmal monatelang ruhen lsst und dann erneut aufgreift. Es entstehen Einzelbilder, die der Knstler spter oft vernichtet und in groe Gemlde integriert.
Der Zappelphillip zum Beispiel - erst 1980 auf der Winterausstellung prsentiert - geht auf eine Vielzahl von Versuchen zurck,  die in Form und Aktionen , Fotoreproduktionen und Malstudien bereits 1978 beginnen . Hier knnte man am ehesten zu der Auffassung kommen, da Eichner beim Malen eine Art literarischen Entwurf im Kopf hat, eine Idee, die er bildnerisch umsetzt. Eichner hat sich anlsslich eines Fernsehinterviews in einem Gesprch mit Crmers, dem Organisationsleiter der Groen Dsseldorfer Kunstausstellung und Dr. Peters, dem Direktor des Stdtischen Kunstmuseums in Dsseldorf mit dieser Frage auseinandergesetzt :
Sein Malanla sind wie in frheren Jahren meist Assoziationen , gespeicherte Bilder , manchmal ngste , emotionale Empfindungen . Erst whrend des Schaffensprozesses konkretisiert sich die Idee und nimmt bildnerische Formen an. Bei Bildern , die auf eine Vielzahl von Einzelversuchen zurckgehen , stellt sich die Idee kompakter und fassbarer dar als bei anderen , die in ihrer ersten Fassung vollendet werden . Auch stilistisch setzen sich solche Bilder gegeneinander ab .
Von 1978 bis 1979 entstand z . B . ein Zyklus von Einzelgemlden , die bei den Versuchen , Eichners Oeuvre zu klassifizieren , hufig als weie Periode bezeichnet werden . Diese Werke sind in den wichtigsten Einzelheiten , zu denen Eichner vor allem Gesichter und Hnde zhlt , durchgemalt und ausdetailliert , whrend andere Bildteile nur mit sparsamen Strichen skizziert werden . Auch die Farben sind auf ein kleines Spektrum reduziert . Bei einigen Bildern geht die Reduktion so weit , da neben der weien Leinwand nur rote und schwarze Flchen stehen . Eichner erlebt , da diese manchmal fast studienartigen Bilder mit stark grafischem Charakter ihm von Sammlern aus der Hand gerissen wurden . Auch einige Landschaften - besonders seine Winterlandschaften - , mit sparsamsten Mitteln perfekt realisiert , aber im Gesamtoeuvre des Malers bedeutungslos , hatten hnlichen Erfolg . Zum Glck hat sich Eichner von solchen Erfolgen nicht korrumpieren lassen . Es ist zynisch , einem Maler vorzuwerfen , sich auch an den Verkaufschancen seiner Bilder zu orientieren , weil gerade dieser Erfolg in unserer Gesellschaft das Kunstkarussel in Gang hlt : Galeristen und Hndlerinitiativen bestimmen letztlich , wer protegiert und gefrdert wird . Doch gerade Eichner fllt dadurch auf , da seine Kunst in der Gesamtlinie kompromisslos ist. Whrend die Bilder der weien Phase entstanden , malte Eichner nicht nur gleichzeitig an groen Werken wie dem Mephisto oder dem Zappelphillip , sondern entwickelte vielfltige Aktivitten auf anderen knstlerischen Gebieten ; Neben 15 Objekten , von denen die Fernsehlandschaften die bekanntesten sind , schuf Eichner groformatige Artefakte aus abgerissenen Fachwerkhusern , die er als Mahnmale in modernste Betonarchitektur integrierte . Am bemerkenswertesten aus dieser Zeit ist sein Versuch , bildende Kunst und Literatur zu verbinden . Zusammen mit der Autorin Gabriele M . Gbel brachte er ein Buch Der Morgen verdrngt die Nacht ( 1976 ) heraus . Die darin enthaltene Grafik Kleine Kreuzigung , die zwei Anstreicher beim Bemalen einer Wand zeigt , sollte fr seine zuknftige Arbeit noch Bedeutung erlangen . Gabriele Gbel schrieb dazu folgenden Text :
Kleine Kreuzigung
Zwischendurch sind sie Knstler,
malen mit schwarzer Farbe Zeichen des Zufalls ,
etwa ein Kreuz ....
schon mehr als nur Zufall ,
denn kreuzigen knnten sie den ,
der die Arbeit erfunden
farblose Flchen streichend zu frben .
Monotonie in Pastell.....
Spter haben sie Zeit genug ,
ihren Protest Ton in Ton zuzudecken ,
Acht Stunden sind lang und bringen nicht viel .
Erst berstunden machen den Kohl etwas fetter und lassen sie selbst  gekreuzigt sich fhlen
vor dunkel tropfender Mdigkeit .
Und zwischendurch sind sie Knstler .
Eichner hat das Thema der arbeitende Mensch in der Folgezeit immer wieder behandelt : Vor allem Szenen vom Bau haben ihn fasziniert . Doch auch hier bleibt Eichner seiner Auffassung treu . Ihn interessiert vor allem der einzelne Mensch . Heroisieren Monumentales - wie wir es von Werner Tbke aus der DDR kennen , ist ihm fremd . hnlich fremd aber ist ihm auch der inhaltslose Fotorealismus , der die Gegenstnde ihrer Aussage beraubt , die Inhalte entkleidet und das Kleid prsentiert . In den Themen seiner Bilder bringt er immer seine eigenen Erfahrungen aus der Umwelt , die ihn umgibt , ein . Whrend jedoch in seinem Frhwerk diese Erfahrungen spontan einflieen , gleichsam wie Diapositive auf der Leinwand entstehen , arbeitet Eichner heute systematischer . Er versucht , die Flut der visuellen Eindrcke zu organisieren , Assoziationen zu kanalisieren und zu ordnen . Ein Beispiel ist seine Fotodokumentation von M. Maslankowsky und ihrer 8 jhrigen Tochter:  Ein Jahr lang fotografierte er tglich die gleiche Frau . .365 mal Realitt - auf einen Sekundenbruchteil reduziert und damit zur Scheinrealtt geworden .Eichner  vollzieht in solchen Aktionen nach , was uns tglich umgibt . Die Fiktion von Wirklichkeit auf den Fernsehschirmen , die irgendwann selbst zur erlebten Realitt wird . Oder die  Scheinrealitt der Werbung , die durch ihre Intensitt und Allgegenwrtigem einerseits Wirklichkeit suggeriert , andererseits Wirklichkeit ist , die unser Verhalten beeinflusst und formt . Eichner ist wie gesagt kein Intellektueller , der solche Probleme theoretisch aufarbeitet , er mu sie im ursprnglichen Wortsinn begreifen , im Experiment visuell erfassen . Er ist Knstler , weil es ihm gelingt , diese Erfahrungen dem Betrachter zu vermitteln . Seine Mittlerfunktion ist fr Eichner immer wichtig gewesen . Er blickt inzwischen nicht nur auf ca. 60 Einzel und Kollektivausstellungen zurck , sondern hat stndig versucht , Kontakt mit seinem Publikum zu halten . Neben so wichtigen Veranstaltungen wie die Groe Dsseldorfer Kunstausstellung , an der Eichner seit 1977 ohne Unterbrechung teilnimmt , oder internationalen Ausstellungen wie 100 Deutsche Knstler aus Deutschland in Krakau 1978 , sind es vor allem Veranstaltungen mit unmittelbarem Publikumskontakt , die Eichner am Herzen liegen . Hier erfhrt er das ntige Feed - back , ohne das seine Arbeit undenkbar wre . Seine neuen Bilder haben diese Rckkopplung zwischen Betrachter und Knstler fast provokativ gefordert . Chauvis letzte Fahrt und die Saubermnner , beide 1981 haben eine Diskussion ausgelst , wie Eichner sie bisher nicht erlebt hat . Schon die Titel signalisieren politische Aktualitt . Die Inhalte sind allerdings nicht vordergrndig auf ein Tagesgeschehen bezogen , sondern versuchen , Aussagen zu verallgemeinern . Auch hier knnte - wie bei allen greren Arbeiten Eichners - der Eindruck aufkommen , der Knstler habe eine Idee bildnerisch transportiert . Kennt man Eichner und seine Arbeitsweise , erweist sich die Vermutung schnell als Trugschluss . Die Saubermnner entstanden als unmittelbaren persnlichen Erfahrungen des Knstlers , sinnliche Erlebnisse wurden materialisiert . Der erste Entwurf des Bildes ,“ die Saubermnner , das eine Gruppe nackter Mnner in scheinbar heftiger Diskussion zeigt,  entstand nach einem Erlebnis , da der Knstler als Beobachter einer Jagdgesellschaft hatte , die sich nach erfolgreichem Halali in eine Sauna begab . Eichner hat zwar die Rume verndert , Details verdichtet - hat sozusagen eine zweite Ebene von Realitt geschaffen . Er hat aber im Prinzip nicht Visionen entstehen lassen , sondern seine durch visuelle Erfahrung gewonnene Bildkombination realisiert . Kalte , dunkle Gewehre , die in einem fast bengstigenden Kontrast zu den rosa Menschenhuten stehen , blitzsaubere Kacheln neben Reinigungsutensilien wie Putzeimer , Schrubber , Seifenstckchen : Der Versuch , einer Katharsis nach erfolgtem Sndenfall ? Fast scheint es so . Doch weitere , unaufflligere Details machen klar , da Eichner anders intendiert : Zigarettenkippen liegen auf den glatten Kacheln , fhren den vergeblichen Reinigungsproze ad absurdum . Die Saubermnner knnen nicht aus ihrer Haut , die Rckkehr zu den Gewehren ist programmiert . Als Eichner dieses Bild 1980 in der Godesberger Redoute zeigte , hat ihn ein Journalist euphorisch den Hyronimus Bosch des 20 . Jahrhunderts genannt . Ein eitles Kompliment , doch analytisch weit gefehlt . Freilich gibt es Parallelen : Eichner verdeutlicht in seinem Bild unanschauliche Begriffe , sein blinder Diskutant oder die drohenden Gewehre gehen ber die Sinnflligkeit von Symbolen hinaus und werden zur Allegorie . Aber im Gegensatz zu den allegorischen Triptychen des Hyronimus Bosch entspringen die Eichnerischen Figuren nicht der visionren Phantasie des Knstlers , sondern gehen auf konkrete Erlebnisse zurck . Was bei Bosch rtselhaft , absonderlich bleibt , ist bei Eichner klar und przise .  Mit Bosch hat Eichner allenfalls gemeinsam , da er die ngste und Emotionen wie der groe Meister der Allegorie die psychischen Bedrngnisse des ausgehenden Mittelalters vergegenstndlichte . Chauvis letzte Fahrt , entstand unmittelbar nach den Saubermnnern . In diesem Bild wird die allegorische Tendenz der neuen Werke noch deutlicher .“ Chauvi - eine fast schon transparent gemalte Gestalt mit Mnnerkrper und Wolfskopf bewegt sich auf einem Gefhrt , das in frivolem Kontrast zu seinem wrdevollen Habitus steht ,. in einem bewsserten Raum . Drei weitere Mnnerfiguren mhen sich mit vereinten Krften , das ohnehin sprliche Wasser zu beseitigen . Die Szene ist kaum falsch interpretierbar : Eichner schildert das Ende des Machismus . Die Komposition des Bildes folgt dem Ablauf des Prozesses , den es darstellt . Whrend die Vorderfigur noch in draller Gegenstndlichkeit mit vitalem Farbauftrag gemalt ist , reduziert sich mit zunehmender Bildtiefe die Farbigkeit und die Prgnanz der Form . Wer hier agit - prop - artige Wertung des dargestellten Prozesses sucht , hat Eichner falsch verstanden .Eichner registriert die Erschtterungen unserer Zeit , zeichnet sie in sensiblen Allegorien auf und bezieht sich in seine sozialkritischen Darstellungen mit ein .  Nicht zufllig lassen die Konterfeis des Chauvi - Szenariums selbstportraithafte Zge erkennen . In den Werken , die 1981 entstanden , taucht das Thema Emanzipation wieder auf . In einem Spiegelobjekt , in das Eichner drei Frauenbildnisse montiert , erkennt der Betrachter sich selbst und die unendlich wiedergegebenen Frauengestalten . Die Figuren , die sich in gebckter Haltung mhen , einen Stein zu heben , sieht Eichner als Allegorie der Frau unseres Jahrzehnts . In mehreren Bildern verfolgt der Knstler das Thema weiter . Frauen verschiedenster Rassen werden als Steinaufheberinnen dargestellt . In diesen Bildern arbeitet Eichner die Ergebnisse seiner Versuche mit unterschiedlichen Realittsebenen wieder auf . Seine visuellen Erfahrungen z.B. aus der Maslankowski - Aktion konkretisieren sich in einem neuen Bildaufbau , Eichner versucht , durch Bilder im Bild die verschiedenen Dimensionen von Wirklichkeit sichtbar zu machen
In seiner“ blauen Steinaufheberin z. B. dominiert ein gewaltiger Monolith - neben seiner proportionalen Dimensionierung - auch durch die Zentrierung auf den Bildmittelpunkt betont , scheint auf eine zweite Leinwand gemalt , die mit Klebestreifen auf dem ersten Bildhintergrund befestigt ist. Die Amerikaner Lalcolm Morley und vor allem Howard Kanovitz benutzen hnliche Verfahren , um die Pseudorealitt photographischer Abbildungen deutlich zu machen .
Was indes bei den Fotorealisten bloes Trompe l’oil bleibt und in seiner Bedeutungsleere eher naturalistisch als realistisch wird,  dient bei Eichner als formales Transportmittel fr Inhalte : Durch die Herauslsung eines Gegenstandes aus dem Kontext des Bildes werden zwei verschiedene Realittsebenen geschaffen . Hier konkret : Der scheinbar einmontierte Monolith befindet sich in einer anderen Zeit als die Steinaufheberin . Betont durch die Komposition , die den Frauenkrper fast aus dem Bild heraustreten lsst,  wird deutlich , da Eichner in seinem Werk gegenwrtige und zuknftige Wirklichkeit in Beziehung zueinander setzt . Auch technisch arbeitet Eichner in seinen neuen Bildern frhere Erfahrungen wieder auf . hnlich den Bildern seiner weien Phase reduziert er wieder .  Die kompakte Farbigkeit und die ausgemalten Flchen fehlen . Wo immer mglich , deutet Eichner an anstatt vollends auszufhren . Vergleichen wir die Steinaufheberin z . B . mit der Viola von 1978 , dann fllt auf , da die neuen Bilder weniger grafischen Charakter haben , weniger in Gefahr geraten dekorativ zu wirken . Wurden die Bildinhalte in der weien Phase von der perfekten Komposition und Gestaltungstechnik manchmal in den Hintergrund gedrngt , stehen sie in den Bildern von 1981 gleichberechtigt daneben .Eichner hat in seinem Streben , die Dialektik von Form und Inhalt in den Griff zu bekommen , eine neue Qualittsebene erreicht 
1981
Hier und Heute W D R
Film von Rolf Wisselmann ber den Eichner in der Galerie Lange in Siegburg
1981
BONNER GENERAL ANZEIGER
Erstklassiges aus Bonner Ateliers  
von Monika Jhlen .
Zu den Hhepunkten des Kunstmarktes gehrten die neuen groformatigen Werke vom Eichner .  .  .  .

1981 Akt
Kunst hinterm Berg
Hier und Heute W D R III
gezeigt wurden Die Saubermnner und Langer Samstag
1981
Aachener Volkszeitung
Ausstellung in der Sammlung Ludwig im Atrium
von Ernst Herkens
....stehen zwei groformatige lbilder von Hellmuth Eichner , der sich bereits international einen Namen gemacht hat .  Eichners neuestes Bild trgt den Titel Die Saubermnner   Die Arbeit wirkt im ersten Augenblick plakativ , dann aber drngt sich der Persiflage- Charakter auf . Welch ein Kontrast zwischen den nackten Mnnern in der Sauna und den Gewehren an der Wand. Das Bild Chancengleichheit? ( l auf Leinwand , 150 x 150 cm ) , mit drei Frauen im Hinterhof , hat ebenfalls einen kritischen Inhalt  und zeigt eine poppig gekleidete junge Frau mit ihren Freundinnen , die sich als Rockerinnen gebrden .“ Um in ihrer Gesellschaftsschicht leben zu knnen , mssen Junge Leute auch die Riten und Gesten ihrer Gruppe aufnehmen , da sie sonst nicht akzeptieren werden , meint der Knstler Eichner zu diesem Bild . 
1981 
AACHNER NACHRICHTEN   
Ausstellung Sammlung Ludwig 3.4.81 - 20.4 81
Am augenflligsten und interessantesten sind zwei groformatige lgemlde des Bonner Malers Hellmuth Eichner , die beide das Thema Gewalt vorfhren : eine Gruppe nackter Mnner in der Sauna , an der Kachelwand lehnenden akkurat ausgerichtet eine Reihe Gewehre . Die Idee zu dem 28o x 18o cm groen Bild kam Eichner, als er als Edeltreiber“ bei einer Bonner Jagdgesellschaft eingeladen wurde .

1982
Karl Garbe
Die Verleugnung des groen Plem Plem
Elisabeth Edinger titelte im Express : Museumschef entdeckte die Bonner Kunstszene und brachte den Tatbestand damit auf den Nenner.  Die lokale Presse goutierte die berfllige Kurskorrektur . Ja , Dr. Dirk Stemmler erntete Lob .Zwar hatten sich der Leiter des Stdtischen Kunstmuseums jahrelang damit schwer getan , auch den Bonner Knstlern ein Pltzchen in der munizipalen Galerie einzurumen , doch als er schlielich einen diesbezglichen Beschluss des Rates seine Reverenz zu erweisen hatte , tat er das weder zhneknirschend noch nasermpfend . Denn auch Stemmler ist nur ein Flattermann in jenem Wind , der sich als zeitgenssische Strmung kreiert . Ein Wind , der viele Papiermhlen in Gang hlt und seine Richtung so oft wechselt , wie es ihm gerade beliebt . Von Mastben oder Qualittsansprchen in einer Kunstszene zu sprechen , die etwa Xanten einen Schuldkomplex einzureden versucht , nur weil diese Stadt sich gegen den Mll sperrt , den die Kutscher des groen Plem Plem ber sie karren wollen , ist ohnehin eine Zumutung . Wenn der groe Plem Plem , Kaiser der Ausdeuterei , neue Kleider bentigt , ist das Feuilleton willfhrig zur Stelle , sie ihm anzudichten : Seht nur Leute , seht ! Wie er auf dem fettigen Thron sitzt ! Wie er den Konzertflgel meistert ! Wie er alles unter einen Hut bringt , was auf keine Kuhhaut passt ! In diesem Bezugsfeld ist auch Stemmler gezwungen , sich gleichermaen zu artikulieren , mitzustammeln wenn alles stammelt und dies zum Dernier Cri zeitgemer Eloquenz avanciert . Der gleichwohl kenntnisreiche und engagierte Museumsmann schtzt , da in Bonn und Umgebung ber 200 Knstler ansssig sind - er hatte also zu selektieren und tat dies in dem Bewusstsein , da ein Museum nicht zuletzt als Referenz ausgewiesen sein wird .
Bonner Knstler aktuell das Ergebnis dieser Bemhungen konnte sich durchaus sehen lassen , frderte es zudem Knstler zutage , die in Vorort und Suburbia ihr Licht unter den Scheffel zu stellen pflegen , gleichwohl aber einen dicken Scheinwerfer verdienen . So schrieb Monika Jhlen im General Anzeiger in ihrem sorgfltig resmierten Bericht : Auch fr Insider bringt die Ausstellung zahllose berraschungen . So stt man nicht nur auf viele bislang weitgehend unbekannte Namen , sondern begegnet auch so manch neuen Anstzen innerhalb kontinuierlich zu verfolgender Schaffensprozesse . Und gewiss leistet die Schau einen unbersehbar wichtigen Beitrag zu einem vernderten Selbstverstndnis der Bonner Knstlerschaft und ihrer Position in der ffentlichkeit . Wohl nie wurde in so anschaulicher Form deutlich , welche kreativen Krfte bislang zum Teil vllig unbeachtet in der Bundeshauptstadt am Werke sind .
Sicherlich war auch hier bei manchen das Bemhen deutlich , einen Pfau zu satteln oder einen Berg der Interpretation kreien zu lassen , da er ein graues Muschen gebre . Monika Jhlen hob mit sicherem Instinkt einige Namen hervor , die auch wir fr bemerkenswert halten : Hellmuth Eichner , Ise Schwartz , Margarethe Loviscach und Udo Claasen - das diese hier Gegenstndliche sind,  soll nicht wider einen Ismus zeugen . Es erhellt lediglich , wie schwer man sich tut , im Irrgarten subjektiver Gefhlsuerungen ein Zipfelchen von jener Einsicht zu erhaschen , die allein legitimiert , von Qualitt - von gut oder schlecht - zu reden . MdB wird sich mit einigen der dort vertretenen Knstler noch nher beschftigen . Diesmal gilt unser Interesse jenem Maler , der einem sozusagen aus dem Rahmen entgegenfllt .Hellmuth Eichner . Frau Jhlen wagte im GA den Satz Hellmuth Eichner brilliert mit seinen schon beim Kunstmarkt Aufsehen erregenden gesellschaftskritischen Tableaux ...“ Stemmlers Katalog verzeichnet zu Eichner eine so lange Reihe von Ausstellungen ( von 1966-1982 ), als handele es sich um Bernhard Buffet oder Hundertwasser . Da sind klangvolle Adressen dabei : z. B. Gmurzynska in Kln , Hennemann in Bonn , Lange in Siegburg - mehr als 80 Ausstellungen absolvierte der 1946 in Schnenberg bei Ruppichteroth geborene Knstler , einer aus dem Bergischen also , wo die Sekten und Spiritisierer aller Art von jeher ihr Wesen trieben . Der Eichner - so nennt er sich , seit er auf den Akademien von Professoren und Kommilitonen in der dritten Person Singular stndig zur Rede stand . Natrlich ist Kunst auch Kommunikation , doch wer sich derart zu entuern vermag , dem folgen Missgunst und Verdchtigungen auf dem Fue . Aber auch der Clan . Er ist immer dort zu finden , wo Erfolg sich abzeichnet . Er zimmert permanent am Postamente , macht sich unentbehrlich fr dies und das und ruft HEIL DIR ! Ein Katalog ber Eichner setzt in Erstaunen . Denn er ist dick und teuer . Er suggeriert ein Lebenswerk nach 90 Jahren unermdlichen Schaffens . Er hat Kronzeugen parat : Berthold Brecht , Peter Sager , Horst Richter , Jan Leering. Und die Erinnerung an Sternstunden - z. B. Galerie Gmurzynska : Im Katalog dieser Ausstellung finden wir den Namen des jungen Malers neben Knstlern wie Hans Bellmer , Salvadore Dali , Max Ernst , Rene Magritte und Franz Radziwill . Das Paradoxe ist , da ein Eichner von der Reife des Jahres 1982 durchaus in diese Reihe passt , wenn man die erste Schrecksekunde berwunden hat . Was jedoch nicht pat , ist die Bezugnahme darauf in einem eigens fr Eichner produzierten Oeuvre-Katalog . Das klingt selbstgefllig und htte von Wolf Weipert wohlweislich etwas delikater ins Spiel gebracht werden knnen : Denn um sich eigenhndig Bonbons ans Hemd zukleben , dafr ist der Eichner schon einige Nummern zu gro . Doch folgen wir der Chronik , wo sie besonders interessant ist . O-Ton Zwischen 1972 und 1974 - noch whrend seines Studiums - gelang Eichner der endgltige Durchbruch.  Schon in den Jahren zuvor hatte der Knstler nicht nur auf vielen Ausstellungen des Inlandes sein Werk prsentiert , sondern bereits als 23jhriger im Rahmen des Rhein Tiber Preises in Rom ausgestellt . Doch nun folgte eine Einladung der anderen . Zu den Meilensteinen zhlt die Ausstellung in der Galerie Nicholais Treadwell in London 1973 . Mit der Bronze- Medaille in Oostende errang Eichner seine erste groe internationale Auszeichnung . Obwohl Eichner nie Bilder malte , die sich als Konsumobjekte anbieten , als reprsentativer Wandschmuck vermarkten lassen , kam mit zunehmendem Bekanntheitsgrad auch der wirtschaftlichen Erfolg . Pltzlich hatte Eichner , der aufgrund seiner kritischen Bildinhalte und des sozialen Engagements seiner Themen angegriffen worden war , mit dem Vorwurf zu kmpfen , etabliert zu sein . Wie andere Realisten , die ihren Stil nur Mhsam gegen herrschende Kunstmoden vertreten hatten , warf man ihm zynischerweise nun seinen Erfolg vor . Peter Sager beschreibt in seinem Werk Neue Formen des Realismus diesen absurden Prozess:  Diesem Stil hat man paradoxerweise gerade das bel genommen , was sonst gemeinhin positiv zhlt : den Markterfolg und das Publikumsinteresse . Es handelt sich um obszne Kunst , wetterte Werner Spies , weil dieser ausgespreitzte Naturalismus so kriecherisch heimtckisch den Begriff von Knnen ins Spiel zu bringen versteht . In der Tat entspricht die handwerkliche Knnerschaft dieser Knstler dem brgerlichen Leistungsbegriff heimtckisch genau . Auf die Legitimitt einer Rckkehr zum Realismus , auf seine sthetischen und gesellschaftskritischen Mglichkeiten wiesen nur wenige Kritiker hin .“
Auf diese Kritik hat Eichner auf seine Weise reagiert . Aus der Verbindung verschiedener Arbeiten entstand das Werk Der blinde Maler H. Schlimm geht auf dem Weg zum Informell zu Bonns dnnster Kunstkritikerin . Hinter diesem aufwendigen Titel verbirgt sich die Konfrontation mit einer Kunstkritikerin , die schon sein Jahren keine Gelegenheit auslsst , den Knstler wegen seines harten , rcksichtslosen Stils anzugreifen . Unter Vermeidung jeder inhaltlichen Auseinandersetzung rgt sie die brutale , realistische Optik Eichners , die sich freilich emphatisch-feuilletonistischer  Interpretationsversuchen entzieht . Im blinden Maler 1977 entstanden , deutet sich bereits eine Weiterentwicklung an , die seine neueren Bilder bestimmt . Seine Sujets sind nicht mehr spotartige Ausschnitte von Rumen und Episoden , sondern verdichten sich mehr und mehr zu Kompositionen , die bildnerische Erfahrungen des Knstlers zusammenfassen .Eichner beginnt , an Themen zu arbeiten,  die er manchmal monatelang ruhen lsst und dann erneut aufgreift . Es entstehen Einzelbilder , die der Knstler spter oft vernichtet und in groe Gemlde integriert . Der Zappelphillip zum Beispiel , erst 1980 auf der groen Dsseldorfer Kunstausstellung prsentiert - geht auf eine Vielzahl von Versuchen zurck , die in Form von Aktionen , Fotoreproduktionen und Malstudien bereits 1978 beginnen . Hier knnte man am ehesten zu der Auffassung gelangen , da Eichner beim Malen eine Art literarischen Entwurf im Kopf hat,  eine Idee , die er bildnerisch umsetzt . Eichner hat sich anlsslich eines Fernsehinterviews in einem Gesprch mit Crmers , dem Leiter der Dsseldorfer Ausstellung und Dr. Peters vom Stdtischen Kunstmuseum Dsseldorf mit dieser Frage auseinandergesetzt . Sein Malanla sind wie in frheren Jahren meist Assoziationen , gespeicherte Bilder , manchmal ngste , emotionale Empfindungen . Erst whrend des Schaffensprozesses konkretisiert sich die Idee und nimmt bildnerische Formen an . Bei Bildern , die auf eine Vielzahl von Einzelversuchen zurckgehen , stellt sich die Idee kompakter und fassbarer dar als bei anderen , die in ihrer ersten Fassung vollendet werden . Mit der oben als dnnste Kunstkritikerin bezeichnete Person ist offensichtlich Dr. Annelie Pohlen gemeint . Diese hat zwar ebenso Schelte verdient wie alle , die dem Groen Plem Plem allzu willfhrig Hand und Spanndienste leisten , andererseits ist Eichners diesbezglicher Verfolgungswahn lediglich ein clanspezifisches Phnomen . Eichner hatte das Pech , seiner Zeit um einige Jahre voraus zu sein , Seine Versuche wurden von Kommilitonen und Lehrern gleichermaen angegriffen , War es nicht schwierig , Eichners Versuche , die Dialektik von Form und Inhalt knstlerisch zu bewltigen , als reaktionre Traditionalismus zu diffamieren . Wenn da was schmort , dann im eigenen Saft . Wer als Knstler sich so weit hinauslehnt wird natrlich befehdet .  Aber all diese wortreichen Pseudokonflikte sind meilenweit entfernt vom Maler Eichner .  Den halten zwar seine Pappkameraden fr gesellschaftskritisch , aber das bezieht sich wohl mehr auf thematische Aspekte .  Denn eigentlich ist dieser Maler von der Art , die jenseits aller modischen Artverwandschaften steht .  Knnte man etwa Hundertwassers Regentag Serie einer Ideologie zubuttern ? Einem der sozialen Beziehungsfelder , fr die der Knstler doch so prononciert in Erscheinung tritt ? Wohl kaum . Doch wie Hundertwasser ist die Eichner Malerei aufregend . Sein Zappelphillip , seine Saubermnner , seine  Groe Freiheit und sein Dynamitfischer Bild sind auf unnachahmliche Weise aufregend und merkwrdig originell . Selbst ein so sprliches Motiv wie Singvgel mit Signalschnre von Fangnetzen , wird von Eichner so verwandelt , da es von gewissem Etwas geradezu strotzt .  In Eichners Vita fallen an offiziellen Ehrungen auf : Teilnahme am Rhein Tiber Preis in Rom , Prix Europe de Peintre , Oostende . Dieser Preis wurde von einer belgischen Stimme kommentiert , die eigentlich unter den vielen Presseberichten , die ber Eichner vorliegen , am einleuchtensten ausdrckt, was eigentlich an dieser Malerei so signifikant ist . Es heit dort : Anhnger der Richtung Neue Figuration , drckt dieser Knstler , der vor kurzem in Oostende eine Bronze Medaille gewann , seine Vision der Welt aus , in einer sehr persnlichen Art , die sehr humoristisch ist . Frwahr : Er malt den Mann bei seiner Arbeit,  die Menschen im Privatleben,  Ehepaare und Familienbilder .  Frwahr : Er sieht alle Details und setzt sie in Bilder um,  auf krftige und solide Art . Aber was fr ein jugendlicher Geist und Elan ! Eine Malerei,  die voller Wahrheit und Lcheln ist .  Hellmuth Eichner,  mit der Seele lchelnd,  verbirgt dahinter eine groe Sensibilitt .
In der Tat,  es verwundert,  da keinem anderen diese frhliche Natur aufgefallen ist . Ungestmer Geist und Elan,  genau das sind die richtigen Vokabel fr eine Bilderwelt,  die sich als originre Schpfung immer mehr ausweist . Es heit gelegentlich,  Eichner ist kein Intellektueller, nun wohl,  sonst wre er ja dann auch seinem Lehrer Professor Joseph Beuys zum Fegen des Greifenberger Waldes als ein Fegetreuer gefolgt und htte dort dem groen Plem Plem huldigen knnen . In der Weltkunst hie es : Eichner wehrt das Triviale ab,  indem er es dekuvriert . Man wird noch von ihm hren .  Das glaube ich allerdings auch . Ich habe jetzt schon die Vision eines Denkmals in Ruppichteroth . Ich hre das Gelchter der Musen und freue mich,  da die Mutation sich wieder mal einen exquisiten Sprung erlaubt hat . 
1985
Dr.Frank Zehnder
Wallraff Richartz Museum Kln
Hellmuth Eichner,  bekannt geworden als der Eichner gilt nicht zuletzt als der groe Satiriker unter den bedeutenden Malern und Zeichnern der zeitgenssischen Kunstszene . Seine bereits internationale Ausstrahlung verdankt er einer exzellenten Maltechnik ., hintersinniger Ironie, gepaart mit einer gesunden Portion Sarkasmus und einer enormen Kraft des Ausdrucks,  die das Wesentliche ins Auge fasst . Dem vielfltigen Charakter seiner Objekte und Gestalten entspricht die reich facettierte,  auf verschiedenen Ebenen der Deutbarkeit angesiedelte Formensprache . Eine Malerei bar aller Mtzchen und ideologischen Scheuklappen zieht den Betrachter in ihren Bann,  befreit seinen Blick fr die immer noch - oder bereits wieder - zentralen Qualitten knstlerischer Welt und Menschendeutung,  die deutliche Kritik an den Ungereimtheiten des Lebens uert sich nie verletzend,  bleibt vielmehr aufgehoben in verstehende Humanitt,  kluge Gelassenheit . Damit fhrt diese Kunst ber jeden inzwischen zum Schlagwort degenerierten Kritischen Realismus hinaus . Entscheidend bleibt,  da dieser Knstler sich selbst in seine Werke mit einbezieht . Das Aufzeigen von Problemen oder Missstnden bleibt eingeschlossen in die Sympathie eines Mitbetroffenen . Hellmuth Eichner bildet nicht ab,  er setzt allererst ins Werk. Dabei vergisst er nicht die reich gestufte Palette moderner Erotik,  die zum Sex verkam und in ihren mitunter hchst sonderbaren Bizarrerien grotesk erheiternd wirken kann . sthetik wird Erkenntnis,  wie sie es ursprnglich bei den Griechen auch war . Dennoch kommt auch der schnen Schein zu seinem legitimen Recht,  gelangt des Lebens farbiger Abglanz zum Vorschein . Die auerordentliche Originalitt dieses Knstlers,  einer starken Persnlichkeit,  haben es vermocht,  ihn von Zeittrends und Modestrmungen fernzuhalten und seinen Bildwahrheiten auch gegen zeitweilig hchst widrige Konstellationen zum Durchbruch zu verhelfen . Sein Publikum dankt es ihm seit 1966,  der ersten groen Ausstellung des Neunzehnjhrigen in der Klner Galerie Gmurzynska unter dem Thema Traum und Wirklichkeit ,  wo er bereits neben berhmten Namen wie Hans Bellmer,  Dali,  Max Ernst,  Rene’ Magritte und Franz Radziwill prsentiert wurde ..
1985
Gegen die Kunstmafia durchgesetzt
von Horst Roland
Ein Ausstellung in der Galerie Getwinc gibt Einblick in das Schaffen eines deutschen Realisten.
Menschen,  Landschaften und Strukturen in diesem knstlerischen Bereich sucht sich Hellmuth Eichner seine Themen . Liee man diese Bestandsaufnahme so stehen,  mchte man Belanglosigkeit vermuten . Das dem keinesfalls so  ist,  machen am nachdrcklichsten jene Arbeiten deutlich,  die gesellschaftliche Realitt zu erfassen versuchen . Das knnen Szenen am Bau sein,  arbeitende Anstreicher etwa oder sozialkritische Arbeiten zum Thema Frau als Lustobjekt und Pornographie . 
Zwischendurch sind sie Knstler und malen mit schwarzer Farbe Zeichen des Zufalls,  schon mehr als nur Zufall,  denn kreuzigen knnten sie den,  der die Arbeit erfunden hat,  farblose Flchen streichend zu frben . Monotonie in Pastell....
Ringsherum vollgeschrieben mit Gedanken zur Kunst und der Situation des Knstlers in unserer Gesellschaft sind viele neuere Bilder . Ganz und gar unkonventionell ist das Papier,  auf das Eichner mit Bleistift,  Acryl oder Wasserfarben oder alles gleichzeitig,  zeichnet oder malt : Transparentpapier  wie wir es aus den Bros von Architekten her kennen . Es wirft,  wenn es na wird,  zwar Wellen,  aber die nimmt Eichner bewusst in Kauf und setzt diese Zuflligkeiten bewusst ein um Effekte zu erzielen,  die er mit normaler Leinwand nicht erzielen kann. Schnheit ist etwas,  zu dem sich Eichner rckhaltlos bekennt,  vor allem seine Landschaften und in den erotischen Akten . Schnheit,  meint er,  in realistischer Darstellung .sthetischer Genuss ist nur die vordergrndige und dennoch zweite Ebene seiner Werke . Realitt ist fr Eichner nicht nur der Einsatz erkennbarer Formen fr ein Sujet,  sondern vor allem der bildinterne,  geistige und kritische Umgang mit  dem Bildgegenstand,  die Analyse des Abgebildeten im Zusammenhang mit dem Gedachten und darber hinaus,  Quintessenz,  sein persnlicher Beitrag zu einer Gesamtschau menschlichen Verhaltens und menschlicher Verhltnisse . Von einer Bilderbuchkarriere kann bei Eichner trotz vieler Erfolge in seiner Jugend nicht die Rede sein,  dazu hat er sich bewusst mit zu vielen Kunstvermittlern auseinandergesetzt,    die in seinen Augen vergessen wer die Kunst eigentlich macht und wer sie nur vermarktet oder beurteilt Konfrontation mit weltanschaulichen und moralischen Positionen erzkonservativer Prgung fhrten 1967 zu einer Anzeige wegen Gotteslsterung und Gerichtsverhandlung vor einem Klner Gericht und zu einem Wochenlangen Ausschluss aus der Klasse von Professor . Kadow an den Klner Werkschulen,  wegen Blasphemie in seinem Bild Mutterschaft aus der Retorte . 
Solche Konflikte fhrten zwar nicht zur Resignation,  jedoch zu einem Rckzug aus dem Kunstgeschft . Eichners Wirklichkeitsschilderung verzichtet auf politisch ideologische Analyse,  sie entspringt tiefster Emotionalitt . Sensibel reagiert hier ein Knstler auf Erschtterungen unserer Zeit mit Allegorien,  in die er sich selber durchaus mit hineinbezieht . Nicht zufllig lassen die Konterfeis der Chauvis selbstportrtierte Zge erkennen . 
Gerade um die Arbeiten ab 1981- und um solche handelt es sich in der Zwingenberger Ausstellung .  arbeitet Eichner die Ergebnisse seiner Versuche mit unterschiedlichen Realittsebenen auf . Er versucht,  durch Bilder im Bild die verschiedenen Dimensionen vom Wirklichen sichtbar zu machen . Auch technisch greift er auf frhere Erfahrungen zurck . hnlich seinen Bildern aus der weien Periode in den Jahren 79 bis 81 fehlt die kompakte Farbigkeit ausgemalter Flchen . Nur die wesentlichen Einzelheiten wie Gesichter und Hnde sind detailliert ausgearbeitet,  whrend andere Bildteile nur mit sparsamen Strichen skizziert wurden . Farben sind auf ein kleines Spektrum reduziert .Wo immer mglich deutet Eichner nur an,  statt vollends auszufhren .

1985
Dr. Hans Tuchel+
Hellmuth Eichner oder die Frage nach der Wirklichkeit
1981 erschien eine Zwischenbilanz als Knstlerbiographie in Verbindung mit der Bilddokumentation aus drei vorausliegenden Jahren und schloss mit der bemerkenswerten Feststellung : Eichner hat in seinem Bestreben,  die Dialektik von Form und Inhalt in den Griff zu bekommen,  eine neue Qualittsstufe erreicht .  Man fhlt sich erinnert an die knstlerische Entwicklung von Antoni Ta’pies,  der als Jurist begann und erst anschlieend - gleichfalls autodidaktisch - zur Malerei fand . Schon in jungen Jahren entschied sich Hellmuth Eichner fr den Knstlernamen Der Eichner und pflegte spter seine Werke auch entsprechend zu signieren,  blieb allerdings bis heute nicht durchweg bei diesem Verfahren .  Die Schulkameraden hatten ihn bereits unter diesem Krzel rubrifiziert und hernach bernahmen jene Personenkreise,  mit denen er in Kontakt geriet,  die gleiche Formel .  Das bequeme Etikett erleichterte die Kommunikation,  auf die Eichner besonderen Wert legt,  und schuf paradoxerweise zugleich Distanz,  stieg auf zum Marken und Gtezeichen : a Star was born .  hnlich sprach man auch in frheren Zeiten von  der Duse oder vom Duce ,  wenngleich ohne jeden spielerischen Beiklang des Understatements.  Spter lebte der Knstler zeitweilig in der alten Schule von Sankt Augustin Mlldorf im Bannkreis eines grozgig konzipierten Ateliers .  Der dortige Gemeinderat war von der Qualitt der hier entstandenen Werke so stark berzeugt,  da man sie gerne mit der Pacht verrechnete .  Seit einigen Jahren hat Der Eichner in Wachtberg bei Bonn in prominenter Lage ein ihm besonders zusagendes Refugium gefunden,  seinen locus amoenus ,  mit weitlufigem Gelnde und zwei eigens angelegten Biotopen : Hinweis darauf,  wie sorgsam und umsichtig dieser Knstler mit der uns anvertrauten Natur verfhrt.   Deutliche Spuren dieser Haltung finden sich auch in seinen Werken,  etwa im Bereich der Schamgegenden .
Bereits seit 1966 erschienen ber Hellmuth Eichner zahlreiche Verffentlichungen in verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen .  Renommierte Galeristen wie Gmurzynska in Kln kauften seine Werke an .  Es folgten die Sammler .  Auszeichnungen und Medaillen lieen nicht auf sich warten .  Eigene Handschrift wurde ihm bescheinigt und eine erfolgreiche knstlerische Laufbahn prophezeit .  Die Voraussagen sind eingetreten .  Inzwischen hat sich Eichners Knnen durchgesetzt und gilt als eigenstndige Stimme der deutschen Gegenwartskunst .  Dies berrascht um so mehr,  als sich der Eichner nie angepasst hat,  eher a’rebours gegen den Strich gebrstet,  arbeitete,  gegen alle Anfeindungen,  die ihm keineswegs erspart blieben,  nonkonformistisch blieb und den ihm einmal als richtig erkannten Weg konsequent weiter beschritt . Mehrmals musste er die Akademie verlassen,  nicht nur wegen der als unpassend empfundenen Sujets seiner Bilder,  sogenannter Anstigkeiten ,  wie sie ja auch schon einmal vor vielen Jahrzehnten dem jungen Max Ernst vom damaligen Oberbrgermeister Konrad Adenauer vorgeworfen wurden, der eine Madonnendarstellung des Brhler Malers und Klner Sezessionisten ganz offiziell aus der Ausstellung entfernen lie ( in Eichners Fall trat ein Oberstudienrat privatklgerisch in Erscheinung,  wenngleich ohne Erfolg ), sondern vor allem mit Blick auf den damals schwerwiegenden Umstand,  da Eichner es wagte,  strikt gegen den Zeitgeist und Tagesmoden neofigurativ zu malen,  den Bereich dargestellter Gegenstndlichkeit schpferisch zu erweitern,  kritisch zu durchleuchten,  mit frischem Sinngehalt zu fllen,  und das in einer Epoche der deutschen Nachkriegskunst,  die von solchen Dingen partout nichts hielt und wissen wollte .  Doch zurck zu den Anfngen .Bemerkenswert bei Eichner,  der am 15. Mai 1946 in Schnenberg/Ruppichteroth ( Brhltal ) im Siegkreis geboren wurde,  will die Tatsache erscheinen,  da bereits seine frhe Teilnahme an einer Gruppenausstellung unter dem Thema Traum und Wirklichkeit in der einflussreichen Klner Galerie Gmurzynska vom 18. 11. 1966 bis zum 15. 1. 1967 betrchtliches Aufsehen erregte .  Vorauf gingen im gleichen Jahr zwei Einzel- Ausstellungen : eine in Hoffnungsthal,  die andere bei der Galerie Mller in Bensberg .  Der Klner Katalog gibt Aufschluss  ber den angestrebten Zusammenhang .  Im Vorwort erscheint bezeichnender- weise AndreBreton mit Auszgen aus seinem Buch Le Surrealisme et la Peinture , in der deutschen bersetzung entnommen aus Patrick Waldbergs Der Surrealismus in der Klner Ausgabe von 1965 .  Bei Gmurzynska hingen Eichners Frhwerke zwischen Arbeiten so berhmter Knstler wie Hans Bellmer,  Victor Brauner,  Salvadore Dali, Paul Delvaux,  Max Ernst,  Rene Magritte,  Joan Miro und Francis Picabia,  alle , neben verschiedenen anderen unter dem Generalthema Traum und Wirklichkeit versammelt .  Eindeutig gibt sich die vorgenommene sthetische Klassifizierung zu erkennen.   Eichners Bilder aus jener Zeit werden noch weitgehend dem Umfeld des Surrealismus zugeordnet,  mit Recht,  wie der Augenschein lehrt .  Arbeiten wie Die Frau ber der Maske des Geliebten 1965 INRY 1967, die Seele“ 1966 und Selbstportrait in der Glaskugel 1967 reden eine vorwiegend surrealistisch getnte Sprache .  Aber auch eine gewisse grblerische,  selbstanalytische , mit religiser Problematik verknpfte Haltung drckt sich in diesen Werken aus .  Ruinses Christentum bricht auf und artikuliert sich mit einem gewissen Hang zum Mythisch - Mystischen .  Der Weg zu bestimmten Konfigurationen des magischen Realismus scheint nicht fern .  brigens lernte Eichner im Umkreis dieser frhen Klner Prsentation seiner Werke den Zeichner Hartmut Linke  sowie den polnischen Knstler Jean Lebenstein kennen,  die ihn beeinfluten und mit namhaften Sammlern bekanntmachten . In den folgenden Jahren manifestierte sich sein knstlerischer Werdegang als unablssiger Kampf mit etablierten Kreisen und Cliquen,  die der Knstler selbst gern als Kunst Mafia bezeichnet .  Der Grund fr diese unruhige Entwicklung lag,  wie bereits angedeutet,  nicht so sehr im nonkonformistischen Antrieb einer selbstbewuten Knstlernatur,  eher in der prononcierten Hinwendung zum Neofigurativen,  das den damals meinungsbildenden Medien und den darin sich artikulierenden Kunstfunktionren nicht opportun dnken wollte .  hnliche Fragestellungen und Frontverlufe kennen wir auch aus anderen europischen Lndern .  Die Nuova Figurazione Italiens oder die Nouvelle Figuration Frankreichs bis hin zu den Neuvelles R’ealite’s und dem Nouveau Relisme lagen allesamt in Fehde mit den zu ihrer Zeit tonangebenden Tendenzen des Informel,  eines lyrischen Expressionismus,  des Action Painting und Tachisme,  oder wie immer man diese Strmungen zu nennen beliebt .  Man hat hufig darauf hingewiesen,  da sich in der Nachkriegszeit kaum eine Stilrichtung mit massiverer Kritik auseinandersetzen mute wie gerade die der figurativ orientierten Neorealisten,  die sich immerhin auf die bedeutenden Kpfe der neuen Sachlichkeit aus den zwanziger Jahren berufen konnten,  deren Bestrebungen ihrerseits bis in den neutralen Realismus des 19.  Jahrhunderts etwa bei Leibl,  zurckzuverfolgen waren . Als Hellmuth Eichner 1967,  genau ein Jahr nach seinen aufsehenerregenden Anfangserfolgen als Autodidakt,  an der  Fachhochschule Kln bei den Professoren Kadow,  Marx und Will das Studium aufnahm,  erlebte er die Konflikte als selbst Beteiligter und heftig Befehdeter .  Kommilitonen und Lehrer standen der Entwicklung seiner spezifischen Formensprache,  die sich nicht als bloe Mimensis,  dargestellte Wirklichkeit,  auffate,  vielmehr eine kritische Analyse des real Bestehenden anstrebte,  verstndnislos bis feindselig gegenber .  Eichner war seiner Zeit voraus .  Die Mitte der sechziger Jahre wurde noch stark geprgt vom art autre“  der Nomenklatur und Praxis des vorzugsweise von Michel Tapie’ lautstark propagierten und durchgesetzten Informel , bei dem sich allerdings die ursprnglich revolutionren Errungenschaften des 1963 verstorbenen perle de I’formel , Jean Fautrier,  unter den Hnden der Epigonen, auch in Deutschland,  lngst zu bloen Verfahrensmustern abgeschwcht hatten und von der ursprnglich dem informellen Ansatz inne gewohnten Sprengkraft nichts brig geblieben war .  Die bedingungslose Festlegung auf das Abstrakte , jene Zeichensysteme und Rhythmen,  die man als unmittelbaren Ausdruck mentaler Vorgnge ansah,  fhrte allmhlich in eine,  von vielen Knstlern durchaus als solche erkannte und artikulierte Sackgasse . hnlich fern hielt sich Eichner in jngerer Zeit von der rasch zu den Akten gelegten Tagesmode der Neuen Wilden , einer kuriosen Neuauflage Preuischer Schnellmalerei . Solche Eintagsfliegen des Kunstbetriebes sind immer wieder im Laufe der Geschichte Paradebeispiele dafr,  wie das kommerzielle Interesse Trends in die Welt setzt und Kufer nebst Sammlern zu stimulieren versteht,  wobei eine willfhrige Kritik krftig mitzieht . Der New Yorker Handel witterte den Niedergang der Abstrakten brigens seinerzeit als erster.  Gleichzeitig ereignete sich in jenen Jahren des Umbruchs eine fr die folgende Entwicklung entscheidende Verlagerung des Weltzentrums moderner Kunst von Paris nach New York .  Im amerikanischen Kunst Mekka begann man sich energisch mit Marcel Duchamp und Dada auseinanderzusetzen .  Die Pop Art trat ihren Siegeszug um die Welt an .  Selbstverstndlich wurde in diesem Zusammenhang auch die Frage nach dem Realismus in der Kunst neu gestellt.  Man mu allerdings Carl Vogel beipflichten,  wenn er meint,  da dieser eher kulturpolitisch eingesetzte Kampfbegriff fr die Beschreibung eines Kunstwerkes wenig geeignet erscheint ( so noch in seinem Beitrag zu Andy Warhol - das graphische Werk 1962 - 1980,  Bonn 1982 ).  Gerade beim international abgesegneten Pop-Zaren Warhol fllt auf,  da er oft genug antirealistische bis abstrakte Elemente in seinen Werken aufscheinen lt und ihnen damit einen unwirklich anmutenden Charakter leiht .  In diesem Zusammenhang sei die Polemik nicht verschwiegen,  die Richard W.  Eichler in seinem Werk Die Wiederkehr des Schnen ( Pldoyer fr eine Kunst mit Zukunft .  Mit einem Vorwort von Hellmut Diwald,  Tbingen,  Grabert,  1984) , einem Buch,  da auch zwei Werke von Eichner aufgenommen hat,  gegen das Phnomen der Pop - Art in Gang setzt unter dem Namen Der alte Ober Dada kann nicht sterben ( o. c. S. 157 ff ) und sie den Machenschaften des Kunstnihilismus zuschreibt . Dennoch bleibt berlegenswert,  da diese den Charakter der Weltkunst fundamental wandelnde Richtung entscheidend von einer Handvoll renommierter New Yorker Avantgarde - Galerien durchgesetzt wurde .  Aber,  so liee sich fragen,  wer hat schlielich im vorigen Jahrhundert die Impressionisten durchgesetzt ? War das nicht etwa auch ein bedeutender Hndler ( Durand Ruel )? Handelt es sich hier gleichermaen um Kunstnihilismus ? Betreibt der Impressionismus gar die Selbstauflsung der Kunst ? Es liegt bekanntlich im Wesen der Polemik,  da sie bertreibt,  bei dem Bade ausschttet und fr differenziertere Betrachtungsweisen wenig geeignet scheint . Hellmuth Eichner hat sich im brigen stets gewehrt,  auf Errungenschaften der New Yorker Pop-Szene bezogen zu werden .  Allenfalls lsst er einen gewissen Einfluss von Tom Wesselmann(Great American Nude ) gelten,  den indessen Eichler ( o. c. S. 294 ) dem pseudomodernen Kitsch zugeordnet .  Man ist eher geneigt, bei Anregern oder Vorformen an Klapheck oder Lindner zu denken,  wenngleich auch hier die Unterschiede deutlich ins Auge fallen . In einigen ganz frhen Werken Eichners lauert sicher auch noch die Falle des manieristischen Expressionismus ,  eine gewisse Anlehnung an den Requisitenfetischismus der Surrealisten . Der Knstler hat jedoch diese Gefahr relativ rasch erkannt und sinnvoller Wege eingeschlagen .  hnlich zwiegesichtig wie Wahrhols Verhltnis zur Wirklichkeit bietet sich Eichner Einschtzung realistischer Darstellung . Die Prsentation des als real Empfundenen impliziert bei ihm immer schon dessen Analyse und Interpretation .  Das Objektive ist vom Subjektiven nicht zu trennen,  vielmehr auf es bezogen .  Gerade Hellmuth Eichner schpft immer wieder aus persnlicher Erfahrung,  individuellem Betroffensein, konkreter eigener Anschauung der Phnomene und Zustnde,  die sein von der formfordernden Gewalt des Nichts , der Magie der“ feuille blanche . Allmhlich prgen sich in seinem Werk bestimmte Topoi,  Versatzstcke,  typische Aspekte aus,  so etwa noch in den sechziger Jahren die fr die folgende Zeit kennzeichnenden bergroen Kopfformen .  Deformierte Gestalten in der Art eines puer senex fllen das Bild .  Wir erblicken grotesk bersteigerte Kindskpfe mit zugleich greisenhaften Zgen,  wchsern wirkenden Physiognomien,  uerst glatt,  maskenhnlich,  mit hoher Stirn,  fast wie Wesen von einem anderen Stern,  bislang noch nicht entdeckte Varianten,  Mutationen der menschlichen Spezis .  Ein gewisses taedium vitae ,  Melancholie,  acaedia ,  Frustration,  aber auch unglubiges,  hilfloses Erstaunen bestimmen die Zge .  Im Laufe seines akademischen Studiums wechselte Eichner von Kln an die Dsseldorfer Kunstakademie zu Beuys und Prof. Sackenheim .  Aus Anla des Gttinger Kunstmarktes 1974 schrieb Monika Zimmermann rckblickend in richtiger Einschtzung der Entwicklung des Knstlers seit 1966 : Weiter anhaltend ist die Tendenz weg von der abstrakten  zur  gegenstndlichen    Malerei.  Der so genannte Neue Realismus ist auf diesem Kunstmarkt mit Werken vertreten,  die sicher zu den bemerkenswertesten der ganzen Ausstellung gehren .  Dies gilt in besonderem Mae fr die Bilder des Eichner aus St.  Augustin bei Bonn .  Dem Eichner ist es gelungen,  im Stil des von Amerika nach Europa gekommenen Neuen Realismus zu malen,  ohne auch gleich die amerikanischen Bildinhalte zu bernehmen,  sondern vom Thema her  speziellen deutschen neuen Realismus zu prgen .  Nicht Konsumkritik wie meistens,  sondern sozialkritische Betrachtung zum Beispiel des Lebens auf einem Bauernhof wie in dem Bild Groknigsdorf Impression bestimmen die Inhalte seiner Bilder . ( zitiert im Katalog Der Eichner - Malerei und Graphik 1964 - 1974 ) mit der Entwicklung vom noch surrealistisch beeinflussten Autodidakten zum Realisten mit kritischer Perspektive ging ein sprbarer Gewinn an technischer Sicherheit,  gedanklicher Klarheit und prziser gefasster Themenstellung einher .  Die vielversprechenden Anfangserfolge steigern sich zu solider malerischer Meisterschaft.   Kunst bleibt bei ihm auf Knnen und Knden bezogen .  Eichner gelang es hierbei von Anfang an,  eine Sonderstellung gegenber dem allgemeinen Trend der Neuen Figuration zu erringen und zu behaupten .  Die Mehrsinnigkeit von Beziehungen zwischen den einzelnen Elementen der Wirklichkeit,  die zunchst durchaus destruktive und deformierende,  selbst chaogene Komponenten enthielt,  verlor ihren unsteten,  schweifenden Charakter und erreichte formale Balance,  tektonische Harmonie .  Der analytische Blick des sensibilisierten Knstlers bndigte die zunchst oft genug bestrzenden und erschreckenden Themen zu berzeugender Gestalt,  schuf ihnen die formale Synthese . Es scheint,  als leite ein Vers aus Goethes Xeniennachla Eichners Schaffen : Was ist das Schwerste von Allem ? Was Dir das Leichteste dnket . Mit den Augen zu schaun,  was vor den Augen dir liegt . Die erkennende Anschauung oder anschauende Erkenntnis Eichners richtet sich auf scheinbar Alltgliches,  das in seiner Fragwrdigkeit optisch bewut gemacht wird .  Hier liegt einer der wichtigen Unterschiede zur amerikanischen Pop Art .  Das Sichtbare offenbart zugleich seinen geheimen Hintersinn . Ab einem gewissen Zeitpunkt in seiner Entwicklung fasziniert Eichner bezeichnenderweise der Stumpfsinn der loci communes , der immer schon fraglos bernommenen Gemeinpltze und rethorischen Schemata .  Metaphern und Allegorien stellen sich ein,  gar eine bestimmte Neigung zu Emblematischen und fast barock anmutenden Sinnsprchen,  die in ihrer Trivialitt entlarvt werden . Umschreibungen der mit dem Terminus Intersubjektivitt bezeichneten Problematik werden sichtbar,  die Grundfragen zwischenmenschlichen Fhlens und Denkens gestellt .  Das ureigene persnliche Erleben liefert stets den Ansporn fr die bildnerische Ttigkeit .  Auch hier wird - wie bei Flaubert - das Leben,  die Wirklichkeit,  durch ein Temperament,  ein Bewusstsein,  gefiltert, gebrochen,  reflektiert,  gestaltet . Der ganz und gar immanente Charakter des Dargestellten lt Abgrnde ahnen,  die ber es selbst hinausweisen .  Eichners Zivilisationskritik richtet sich wie Voltaires Leibniz - Polemik gegen die bequeme Vermutung einer prstabilisierten Weltharmonie . Klfte,  Verwerfungen,  Widersprche drngen sich auf .  Bisweilen finden sich noch Erinnerungen an frhere Versuche mit dem Surrealen und seinen Fetischobjekten,  so etwa Violinen,  denen die Gestalt menschlicher Krper zuwchst,  hnlich wie in dem vielsinnigen Violon d’Ingres von Man Rey .  Dadaistische Relikte beleben die im brigen de,  recht trostlos erscheinende Bildebene,  die in einem Unendlichkeitshorizont zu mnden scheint : vereinzelte Blumen,  Puppen,  drres Astwerk,  Schreib und Tischgert . Allerdings hat Eichner selbst immer energisch bestritten,  trotz des Werkcharakters der frhen Jahre mit dem echten Surrealismus vergleichbar zu sein . Eine solche Perspektive hlt er im Blick auf sein eigenes Schaffen nicht fr angemessen . In der Tat kennt er keine automatische Schrift,  kein Diktat des Unterbewutseins,  wie es Andre’ Breton als Chefideologe dieser zunchst rein literarischen Richtung ab 1921 proklamierte . Eichner schpft auch nicht aus Archetypen oder onirisch traumatischen Tiefen des Es ; vielmehr richtet sein zweifelndes Ich bewut den Blick auf die Welt der Erscheinungen,  der Dinge oder Worte,  die ihn erregen,  zum Widerspruch herausfordern . Er sieht die Gefahr des vorgestanzten,  Stereotypen,  Prformierten in unserem Verhalten,  wobei er sich selbst keineswegs ausschliet,  vielmehr mitmenschlich,  solidarisch bleibt,  sich in die verschiedenen Formen der Kritik mit hineinversetzt . hnlich wie Heidegger scheut er das Gerede ,  das echtem Sprechen,  wirklicher Sprache,  immer schon im Weg steht,  Erkenntnis verbaut,  bedrohliche Situationen heraufzubeschwren und den Menschen sogar zu zerstren vermag . Die Sprache kann in ihrer negativen Variante das Denken verraten,  als dessen Vehikel sie fungieren sollte . Dieser Knstler fhlt sich von den praeiudica den Vorurteilen,  in Unruhe versetzt,  beeintrchtigt,  in die Enge getrieben . Gerade seine Klarsichtigkeit indessen belt den Gegenstnden und Personen eine gewisse Magie,  den Schleier des Rtselhaften,  nicht vollstndig Entschlsselbaren. Bis in die Werke der allerletzten Zeit lt sich durchaus eine gewisse hermetische Komponente in seinem Schaffen feststellen,  sogar noch bei den Paraphrasen von Gemeinpltzen . Umgangsprachliche Versatzstcke wie Wir sind doch Deine frhliche Jugend Europa , Wir wissen genau,  da da hinten ein Unfall geschehen ist , Es ist so liebe Schwester , Unser Junge soll Schlosser werden u.. werden als wohlfeile Worthlsen entlarvt und ad absurdum gefhrt . Allerdings enthlt das jeweilige Bild einiges mehr . In seinen zahlreichen Bezglichkeiten und Anspielungen bieten sich noch weitere Bestimmungskonstanten,  die sich nie restlos in Transparenz auflsen lassen . So bleibt auch hier das Geheimnis der Form letztlich gewahrt . Der Betrachter wird nicht mit trivialer Eindeutigkeit gespeist,  sondern zu eigenstndigem Weiterdenken angeregt .Das Personal,  an dem Eichner die von ihm als Ungereimtheiten empfundenen Situationen und Verhltnisse vorfhrt,  gehrt zu des Knstlers eigenen Generation,  ist seine zeitgenssische Entourage . Horst Richter hat auf die Besonderheit der maskenhaften Starre der Physiognomien in den Bildern bis etwa 1970,  Gesichter,  die wie lebendig- tot wirken,  allerdings auch auf das katzenhaft Lauernde im Ausdruck,  das Stereotype der Mimik,  ein scheues sich verschlieen und nicht ganz Verstehen, das geradezu kreatrliche Wittern der Gefahr,  eine krankhafte Blsse,  in der geheimer Erotismus,  selbst Wollstiges,  mitschwingen mag ( in : Hellmuth Eichner - lgemlde ,  Katalog der Offenbacher Ausstellung vom 10.3.1970 bis 5.5.1970 ).Prekre Grenzzonen verbinden sich in den ausklingenden Sechziger Jahren bisweilen noch mit biblischer Thematik ( Salome,  Unbefleckte Empfngnis ) und streifen fast den blasphemischen Bereich . Die mit diesem Vorgehen verknpften,  mitunter banalen,  Anzglichkeiten hat Eichner in der Folgezeit fallengelassen und durch berzeugendere Verfahren ersetzt . Gleichfalls bereits in den spten Sechzigern lt sich bei diesem Knstler eine Tendenz zum Triptychon erkennen,  allerdings nie vorausgeplant,  eher dem natrlichen Proze der Bildherstellung folgend,  wobei eine Vorstellung die nchste erzeugt,  die bereits ausgefhrte Darstellung ihrer eigenen Anlage nach eine neue,  ergnzende,  fortfhrende verlangt . Sukzessiv- und Simultankontraste ergeben sich hier wie schon in der mittelalterlichen Malerei oder wie auf ganz anderer Ebene im Orphismus Delaunays und manchen Werken der abstrakten Farb- und Lichtknstler unserer Zeit zwischen Ad Reinhardt und Piero Dorazio. Bei Eichner scheint der Fortgang des Schaffens selbst Raum und Zeit zu erweitern . Horst Richter ( l.c.) hat in den glattpolierten hohen Stirnen der kleinugig- grokpfigen Gestalten mit schulterlang wallendem Haar phallische Symbolik erkennen wollen,  einen Rekurs auf alte Fruchtbarkeitsriten,  die Beschwrung des Lebens selbst . Wahrscheinlicher noch spielt hier der Begriff expressiver Verfremdung hinein,  der eine Dynamisierung optischer Aussagen bewirkt . Wir kennen ein solches Verfahren ebenso gut aus archaischen Kulturen wie aus der Malerei El Grecos oder Modiglianis und nicht zuletzt Boteros . Im Blick auf sein Verhltnis zur Wirklichkeit verriet Hellmuth Eichner noch dem Mannheimer Morgen 1974  Ich sehe die Rolle des Malers als Seismographen seiner Zeit,  der die Erschtterungen der Menschheit eher sprt,  weil er sensibel ist .“ Eine sozial engagierte Komponente ist im Werk Eichners durchaus prsent : in der Abhngigkeit des Menschen von anderen Menschen oder bestimmten Situationen wird sie thematisiert . Sie spricht aus der lauernden Gefahr und latenten Bedrohung,  selbst in der Zweisamkeit oder Umarmung . Man fhlt sich an Rilkes distanzierte Erkenntnisse zur mitmenschlichen Intimitt erinnert . Formal betrachtet,  schaffen gezielt eingesetzte Miproportionen,  verbunden mit statuarischer Strenge und Unbeweglichkeit,  Abstand und Betroffenheit zugleich . Typisch fr die Gedankenwelt Eichners in den frhen Siebziger Jahren mag die Arbeit Das Jahrhundert des kleinen Mannes aus dem Jahre 1972 erscheinen . Hier ziehen zwei Menschen an einem Strang,  an dem die Bundesfarben leuchten,  einen Pflug,  der schnurgerade Furchen im weiten Feld zieht,  wodurch der eh schon bewirkte Eindruck der Unendlichkeitsperspektive sich noch verstrkt . Auf dem ausgemergelten Frauenkrper sitzt ein Mnnerkopf,  die andere Gestalt bleibt vollstndig nackt . Ein Mann mit dominanter Physiognomie und Sonnenbrille,  gleichsam das Sinnbild anonymer Herrschaft,  hlt den Pflugsterz ( bei Eichler,  o.c.S. 257 abgebildet ). Das nicht erst seit Hegel diskutierte Verhltnis von Herr und Knecht spricht eindringlich fr sich selbst,  ohne  billiger Polit - Art oder agitpropmiger Direktheit zu verfallen . Ein Fluidum von Distanz und leichter Ironie,  selbst Humor,  kurz,  eine bestimmte Gelassenheit,  bleibt,  paradox genug,  bei allem Engagement . Die den Menschen umgebenden Rume sind in Eichners Bildern wirklichkeitsnah gestaltet,  mitunter geradezu Foto oder hyperrealistisch getnt in ihrer harten,  direkten Optik,  wobei die spezifische Farbsymbolik,  etwa als graugrnes Inkarnat in den Maurern oder in der Darstellung mit dem dmonisch blickenden Mann unter dem Titel Hab’ mich lieb’“ zum Kern der Aussage fhrt . Anspruch und Verwirklichung erreichen hierdurch eine gltige Lsung ihrer immanenten Spannung .Zeitgenssische Szenen- Typologie und bestimmte Underground Phnomene finden noch in den Sechziger Jahren,  aus denen in der Literatur bisher rund 70 Werke katalogisiert sind,  ebenso Eingang wie das tagespolitische Geschehen oder ethische Probleme : LSD Party , Hasch Party (dgl.) Die Probleme der Heranwachsenden,  die Tcken seiner kleinen Welt,  finden Ausdruck,  so in den Bildern Der weinende Ministrant (1967),  Selbstportrt zu Weihnachten ( 1969 ), Unser Sonntag ( dgl.) Der neue Anzug (dgl.) oder Unser Junge soll Schlosser werden ( dgl.) Im Gegensatz zur Entwicklung in den USA seit Mitte der Sechziger Jahre,  fhrt die Verabsolutierung des abstrakten Prinzips in der bundesrepublikanischen  Kunstszene zu einem verhngnisvollen Neuerungszwang um jeden Preis,  vor allem den der Qualitt,  Kontinuitt und knstlerischen Redlichkeit . Werner Haftmann hatte in seiner Malerei des 20. Jahrhunderts dem abendlndischen Realismus ex cathedra den Exitus bescheinigt und fortan trieb das novis rebus studere seltsame Blten . Das Neue stieg zum knstlerischen Wert schlechthin auf Bildinhalte im traditionellen Sinne hatten keine Chance mehr . Das Ende der brgerlichen sthetik wurde lautstark verkndet .Angesichts dieses modischen Innovationskults,  dem unter anderem auch der Tod der Kunst ( im Anschlu an einen mideuteten Hegel Passus ) ein beliebtes Thema war,  wird auch Eichners Situation als Akademiestudent in jener Zeit sichtbar . Die selbsternannte Avantgarde strebte neue“ Formen,  Techniken,  Materialien an und scheute auch vor lppischen oder skurrilen Einfllen nicht zurck . Bon sens und Bon gout waren out“ . Allerdings hatte auch schon Max Ernst dekreditiert : Kunst hat nichts mit Geschmack zu tun . Da gibt es nichts zu schmecken . Von Drer stammt schlielich der weise Satz : Was die Schnheit sei,  das wei ich nicht . Doch nun kam alles viel schlimmer und radikaler daher .Hellmuth Eichner war von solcher Warte aus leicht in die Ecke des reaktionren Traditionalismus zu verweisen . Die zunehmende Differenzierung seiner realistischen Formensprache,  vor allem auch als Erkenntnis und Analyseinstrument,  sein kritischer Ansatz,  wurden nicht begriffen,  vielmehr belchelt und diffamiert,  wie so vieles,  das inzwischen wieder in ist. Auch die Erzkonservativen hatten indessen mit Eichner nicht allzuviel im Sinn oder gemeinsam . Sie sahen ihre weltanschaulichen,  moralischen und religisen berzeugungen gefhrdet und alle geheiligten sthetischen Glaubensstze desavouiert . Der Professor Kadow schlo seinen Studenten Eichner mehrere Wochen lang aus der Klasse fr profane und sakrale Malerei aus, wegen angeblich obsznen Inhalts seiner Bilder . Der Oberstaatsanwalt von Bergisch Gladbach fahndete in Eichners Werk INRY nach dem Tatbestand der Blasphemie . Ein Oberstudienrat hatte,  wie bereits bemerkt,  das Verfahren in Gang gebracht,  das indessen wegen eindeutiger Rechtslage rasch eingestellt werden mute . An solchen Konflikten ist Eichner eher gewachsen und hat durch sie zu deutlicherem,  unmiverstndlichem Ausdruck gefunden.  Als groe Hilfe empfand es der Knstler in jener Zeit,  da sich nicht nur einige Freunde und Kritiker eindeutig zu ihm bekannten,  sondern auch eine groe namhafte Zeitschrift wie die Weltkunst die gegen ihn vorgebrachten negativen Stellungnahmen als kleinkarierten Protest abtat und dem Knstler Hoffnung machte mit der Feststellung : Eichner wehrt das Triviale ab,  indem er es Decouvriert . Man wird noch von ihm hren .“ .Zu jenem Zeitpunkt,  da sich Eichner enttuscht von der Klner Fachhochschule am Ubierring abwandte,  fand in der Tat Horst Richter die angemessenen Worte,  als er schrieb ( Weltkunst VIII,  1970,  Seite 454 ) : Der Auszug aus dem Klner Lehrinstitut,  das sich nchstens Akademie der bildenden Knste zu nennen hofft,  geschah freilich vorzeitig und keineswegs ganz freiwillig . Denn Eichner,  als Sohn der neofigurativen Phase in der Malerei dinglichen Motiven zugeneigt,  hat nicht nur den Menschen seiner Zeit festgehalten,  sie malerisch umschrieben,  portrtiert und in neuen psychologischen Kontext gebracht,  sondern er rief auch berliefertes herbei,  Formen und Formationen,  vor allem Themen aus dem Neuen Testament.  Und da wiederum lie er es nicht mit der kanonischen Ordnung der Figuren und Vorgnge bewenden . Vielmehr schlug er einen nackten weiblichen Krper ans Kreuz,  eine Gestalt unserer Gegenwart,  eng verbunden dem physischen Empfinden wie den geschlechtlichen Erregungen der Zeit, aber doch weit hinausgehoben ber die fleischlichen Platitden der Sexmodelle,  wie wir sie von Filmplakaten und Illustrierten her kennen . Eichner,  das leuchtet rasch ein,  zielte mit seiner emanzipatorischen Geste nicht auf Blasphemie,  sondern auf Versinnbildlichung mit Hilfe des vorgeprgten Symbolgehaltes,  auf eine verallgemeinernde Bedeutsamkeit angesichts des sich skularisierenden Christentums .“ In den ganz frhen Bildern Eichners blieb manches noch notgedrungen unklar und deutungsbedrftig,  nicht konzis und stringent genug,  mit zuviel Redundanz behaftet . Ein energischer Wandel in Stil und Thematik vollzieht sich gegen Ende der Sechziger Jahre,  genauer 1969 . Diese Wende scheint grundstzlicher Natur gewesen zu sein . Die verfremdeten und verzerrten Objekte werden allmhlich durch klar akzentuierte Elemente weitgehend ersetzt . Eine erste Vorahnung der neu gewonnenen Mglichkeiten bot bereits 1967 Der weinende Ministrant , eine klare Ansicht der berraschend errungenen Fertigkeiten dann 1969 die Groformatige Leinwand Wir wissen genau,  da da hinten ein Unfall passiert ist . Hier herrscht kein visionr erfahrenes Trauma mehr vor . Konkrete Wirklichkeit wird analysiert und gestaltet . In einer intensiven Schaffensperiode entstehen damals Arbeiten wie Betreten verboten , Unsere Nachbarn , Hab’ mich lieb’“, Unser Sonntag , Unser Junge soll Schlosser werden , allesamt gesttigt mit unmittelbarer Anschauung,  intensiv erfahrenem Leben . Die Aufbruch und Umbruchstimmung der unzufriedenen und verdrossenen 68er Generation schlgt sich nieder in einer bedeutenden Anzahl ausdrucksstarker und zugleich feinnervig konzipierter Darstellungen, jede Heroisierung und ppige Selbststilisierung fehlt . Keinerlei Erhebung,  Widerstand oder Revolte werden um ihrer selbst willen eilfertig besungen . Eichner bildet nicht ab ; er setzt behutsam ins Werk . Niemals versteigt er sich zu billiger Politart,  ideologisch prfixierter oder parteipolitisch ausmnzbarer Propaganda . Seit jener Zeit mu der Kunstbegriff Eichners als weit gefat betrachtet werden . Er schliet auermalerische Techniken - wie etwa Objekte mit ein . Jedes Werk wird Auseinandersetzung,  Bewltigung im formalen Sinn.  Der Mensch als Einzelner und Gesellschaftswesen tritt ins Spiel,  Umwelt ( spter vom Knstler in Weltum verkehrt ) und kontrovers wertbare Spuren menschlicher Ttigkeiten bedrngen uns in diesen Arbeiten . Unter anderem bestimmt der Raubbau an unserem Planeten Eichners Denkanste in jenen Jahren . Mitunter fhlt sich der Betrachter an den vielfachen Sinn in der scholastischen Hermeneutik des Mittelalters erinnert,  wenn er die Bild Zeichen Eichners auf sich wirken lt . Man denkt an die Tiefe Einsicht des Sophokles : Vielfltig aber gelangt die Wahrheit ins offen Anwesende des Erscheinens , sobald man sich nher mit dem im Bild prsenten Strukturen und semantischen Bezgen beschftigt. Selbstverstndlich ist auch bei diesem Knstler die handwerkliche Bravour eine Voraussetzung,  jenes Andere bewut  machen zu knnen, den eigentlichen Sinn,  um den es geht und den man nicht am farbigen Abglanz der,  wenngleich ingenis durchgestalteten,  Oberflche entdecken kann . Dieser,  im besten Sinne moralische Antrieb bestimmt Eichners Arbeiten von den ersten Anfngen mit ihren noch dem Amorphen zugeneigten Strukturen ber die aufgeblhten Hupter auf fragilen Leibern in der Grokopfphase bis in die gesellschaftskritisch deutbare Thematik der Siebziger und die mehr oder minder verschlsselten Allegorien der letzten Jahre,  die immer strker sich zugleich um eine Art retour de la belle jardnie’re ,  die Rck- oder die Wiederkehr des Schnen bemhen,  ungeachtet des agnostzistischen Diktums des deutschten aller deutschen Knstler zu diesem ewigen Thema der Kunst . Das existentielle Mitbetroffensein Hellmuth Eichners in allem,  was er Gestalt werden lt,  erinnert an die tiefgrndige Definition Martin Heideggers in Sein und Zeit : Existenz ist eine Weise des Seins,  und zwar das Sein desjenigen Seienden,  da sich offenhlt fr die Offenheit des Seins,  in der es steht,  indem es sie aussteht .“ Die aus dem Erstaunen vor dem geschauten Phnomen geborene Ekstase , dieses Ausstehen schafft den anderen Blick, jene verfremdete Empirie,  die als anschauendes Erkennen allererst Kritik und Reflexion im Gang zu setzen vermag . Eichner bewegt sich zweifellos in jenen Traditionen der Kunst als Erkenntnis,  wie sie Hegel im III. Kapitel entfaltet hat . Das nur optisch Reizvolle,  pures Dekor,  rein Kulinarisches,  liegen ihm weitgehend fern, wenngleich er sich ihm bei den Landschaften und Akten der letzten Jahre stark nhert,  in denen er den goldenen berflu der Welt,  jenen farbigen Abglanz,  an dem wir das Leben haben,  im Goetheschen Sinne zu schtzen wei und sich bereitwillig in seinen Frauenportraits vom Ewigweiblichen hinanziehen lt .Indessen birgt auch der Abstieg in Grund und Abgrund eigene Gefahren : die trbe Tiefe droht,  wie Thomas Mann wute . Ein englischer Gelehrter bemerkte nach der tausendjhrigen Ausschweifung lakonisch : The Germans think deeper,  but when they come up,  they are more covered with mud . Es spricht fr das Kunstwollen und die sthetische Kennerschaft des Eichner,  wenn er inzwischen diese schwierige,  schwer zu erringende Balance zwischen Oben und Unten,  Drinnen und Drauen,  dem Baum des Lebens und dem Baum des Todes,  auszuhalten und in berzeugende Form zu gieen versteht . Ab einem bestimmten Zeitpunkt gehrt Hellmuth Eichner sowohl der Klner als auch der Bonner Kulturszene an Von beiden Zentren aus strahlt inzwischen sein Erfolg in verschiedene europische und auereuropische Lnder hin aus . In solchem Sinne verband auch das Rollende Atelier ( 1985 ) beide Bereiche und Dr.  Gerhard Rump vermerkte aus diesem Anla in der Bonner Rundschau : Der Eichner beherrscht alle klassischen Kompositionsmethoden,  mit denen er in seinen Bildern Symbolketten aufbaut . Seine Transparentbilder erhalten durch das sie auch wieder von hinten durchdringende Licht eine besondere sthetische Wirkung . Die hier hervorgehobenen Mischtechniken auf Transparentpapier sind typisch fr den Eichner der letzten Jahre . In ihnen pflegen sich Malerei und Zeichnung zu verschrnken und dem Reiz des Unabgeschlossenen,  dem schon Michelangelo so sehr geschtzten non finito zu huldigen . Die um griffige Formulierungen nie verlegenen Journalisten - Schopenhauer sprach vom journaliste-journalier im eintagsfliegenhaften Sinne - prgten den Ausdruck Kunst auf Butterbrotpapier fr jene neuen Bilder mit oft ungeradlinigen,  ausgefransten Rndern,  die mitunter gar,  durch Klebestreifen befestigt,  an Galeriewnden zu erscheinen pflegen . Dies transparente Material,  das im brigen auch den Architekten dient,  gestattet eine Bearbeitung von beiden Seiten . Durch Anfeuchten wird das Papier wellig,  wirft sich auf und schrumpft anschlieen beim Trocknungsproze . Wir kennen hnliche Phnomene aus der Tiefdrucktechnik bei den verschiedenen Formen der Radierung . Diesen dynamischen Materialproze bezieht Eichner mit voller Absicht in die Komposition ein . Befragt nach der Haltbarkeit dieser Technik antwortete  der Knstler schlagfertig,  dies entspreche der Lebensdauer von Bauplnen bei Architekten . Vergilbungen durch Lichteinflu stelle einen Vorgang dar,  der das Bild lebendig erhalte . Und schlielich : Warum drfen Bilder nicht altern ? Das knnte auch von Beuys oder Rot sein . Die Vergnglichkeit,  Verderbtheit und Vergeblichkeit von Kunst schien immer schon der Diskussion wert zu sein . In unseren Zeiten ging die Entwicklung bekanntlich bis hin zur Abfallkunst (Trash Art ), die sich hufig als bloe Materialinszenierung verstand . Um so bewundernswerter erscheint Eichners unablssiges Streben nach technischer Vollkommenheit . In diesem Zusammenhang schrieb Peter Hoefer rckblickend treffend ( am 9.3.85 anllich einer Ausstellung in Zwingenberg ): Der Eichner hat seinen Realismus,  seine penible handwerkliche Qualitt und zeichnerische Fertigkeit ber alle Versuche der Akademielehrer hinweggerettet,  sie ihm auszutreiben . Anschlieend lt er den Knstler selbst im Blick auf seine Akademien zu Wort kommen :“ Als ich studierte,  war die hohe Zeit des Studentenprotestes . In der Klasse von Beuys wurden mehr Resolutionen verfat als gearbeitet . Figrliches Zeichnen stand von vornherein unter Faschismusverdacht . Einen weiteren Aspekt im engagierten Bereich des Schaffens von Hellmuth Eichner gilt es in diesem Zusammenhang zu erwhnen . Dieser Knstler denkt glcklicherweise berhaupt nicht daran,  Themen aus der Arbeitswelt oder Portraits von Alltagsmenschen zu heroisieren . Das unterscheidet ihn scharf vom Sozialistischen Realismus . Er huldigt eher einer - wieder einmal neuen - Sachlichkeit . Andererseits scheint bei den durch fein versprhten Diamantstaub in eine entrckte Aura versetzten Akten wie Cornelia oder Cornelia im Kornfeld eher ein wenig  ironisches Augenzwinkern im Spiel zu sein, das Bewutsein,  profane Heilige ,  weltliche Ikonen,  auch des sexuellen Konsums,  zu gestalten . Hier wird der Glamour a’la Hollywood in Anfhrungszeichen gesetzt . Wir kennen Vergleichbares im Schaffen  Andy Warhols aus den letzten Jahren ( Beuys,  Shadows,  Cologne Cathedral ). Diese Entwicklung Eichners in allerjngster Zeit,  vor allem im Bereich der Akte,  aber auch Landschaften,  hat manche unter seinen Kritikern einigermaen verblfft . Nicht mit allen von ihnen hat sich der Knstler gut verstanden ( man kennt Goethes fast manische Phobie gegen Kritiker ).  Recht bissig nahm sich Eichners Bild Der blinde Maler H. Schlimm geht ber den Weg des Informell zu Bonns dnnster Kunstkritikerin aus .
Jeder Leser Bonner Zeitungen wute sogleich,  wer und was gemeint war,  ohne da der Knstler konkret Ro und Reiter zu nennen gentigt gewesen wre . Gerade ein solches Werk enthllt schlagfertig die eminent satirische Begabung Eichners . Etwa um das Jahr 1981 erfolgt bei Eichner der bergang zu den teilweise gezeichneten Bildern . Der Wandel wurde als so berraschend empfunden,  da Klaus Flemming nicht anstand,  apodidaktisch zu behaupten : Eichner fand einen Zeichengrund und eine Gestaltungsweise,  die alle Vorformen zu Fingerbungen degradiert ( in Mosaik ,WDR II, v.8.2.84 ) Die Anregung zu diesen groformatigen Zeichnungen“, die so typisch sind fr seine Werke aus jngster Zeit,  bekam der Knstler nach eigenen Worten aus Vorstudien zu lbildern . Am eindrucksvollsten hat Eichner selbst seine neue Technik ( l.c. ) beschrieben : Der Ursprung der Zeichnungen geht auf lbilder zurck,  die nicht ganz fertiggemalt wurden,  in der die weie Flche stehen blieb und diese mich faszinierte . Ich habe meine Vorstudien lange nicht sehr ernst genommen,  bis ich die erste Zeichnung auf Transparentpapier schuf . Dieses Material erschlo mir eine vllig neue Dimension, auch im Blick auf die Aussage . Ich konnte von beiden Seiten arbeiten und Tonwerte erzielen,  die mit Leinwand berhaupt nicht mglich sind . Ich konnte spontan arbeiten . Im Gegensatz zu den kompakten,  von dichten lfarben bedeckten Gemlden sind die Zeichnungen auf Transparentpapier leicht,  zart,  vieldeutig . Hier erlauben sich Leerflchen,  Aussparungen . Nur wenige Schwerpunkte werden gesetzt,  die von Freiflchen umgeben bleiben . Die Transparenz des Zeichengrundes entspricht eine Transparenz des Farbauftrages . Die zarten Pastellfarben der Stifte,  die feinen Aquarellverlufe,  die an und abschwellenden Bleistiftkonturen und die deckend wei gehllten Partien treffen sich mit der vieles andeutenden und wenig fixierenden Transparenz des Papiers . Hinzu kommt,  da das Papier selbst auf die Bearbeitung von Druck,  Wasser und Kollagenelemente reagiert : es wirft Beulen,  wird verzerrt,  bildet Reliefs und Knitterspuren . Aus der vormals glatten Flche wird so ein schrundiger Corpus,  fast ein Objekt,  da sich nicht mehr so ohne weiteres hinter die Glasscheibe eines herkmmlichen Bilderrahmens zwingen lt . Diese lappigen,  auch an den Rndern unregelmigen Gebilde wollen an die Wand geheftet sein oder in Plexiglasksten wie kostbare Reliquien vorgefhrt werden . Auffllig bleibt in den jngsten Arbeiten Eichners der Bildtext ein lettristisch anmutender Kommentar,  der die Darstellungen am Rande begleitet und mitunter fast in den Bereich der Kritzelei hineinragt . Bisweilen treffen diese Marginalien przis den Kern der Bildaussage,  etwa in dem Satz Wir knnen unsere Wirklichkeit auf keinen Fall verlassen am Rande der Dynamitfischer Teil II. Eichners Kunst der letzten Jahre umgreift,  bei allen Vorbehalten gegenber solchen Etiketten,  die Skala vom Lyrisch Zarten der Mdchenakte ber das Idyllische - etwa der Winterlandschaften - bis hin zum Engagiert-Kritischen wie in den Darstellungen von Problemen aus der Arbeitswelt,  mitunter allerdings auch den phantasievoll amsierten Touch ( so in dem Gemlde Zur Freunde aller Deutschlehrerinnen , einem ironischen Seitenhieb gegen Deutebolde und Interpretationshuberei ) . Die vorhin erwhnten Arbeiten Eichners auf Transparentpapier haben wegen ihrer dezidierten Eigenstndigkeit inzwischen auch die Fachwelt aufhorchen lassen . Der Ordinarius fr Kunsterziehung an der Bonner Universitt,  Heinrich Josef Klein,  hat diesem Aspekt im neueren Oeuvre des Knstlers unlngst eine mehrseitige Untersuchung gewidmet,  die zum Zeitpunkt des Manuskriptabschlusses zwar noch nicht im Druck erschienen war,  jedoch in maschinenschriftlicher Fassung zugnglich gemacht wurde ( Hellmuth Eichner - Bilder auf Transparentpapier ). Klein erkennt in dieser Technik insbesondere eine Neueinschtzung von Herstellungsweise und materiellem Charakter des Bildes,  eine Umorientierung,  die auf die knstlerische Eigenart des Werkes entscheidende Wirkungen ausbt . Dies betrifft vor allem die verschiedenen Grade optischer Wertigkeit der einzelnen Bildteile . Manches wird besonders hervorgehoben,  anderes eher beilufig erwhnt. die traditionelle Malerei erzielte entsprechende Nuancierungen durch pure Variation der pikturalen Technik . Bei Eichner hingegen scheint sich die Bilderzhlung selbst,  das,  was die Italiener den dicorso nennen,  zu differenzieren und eine in sich abgestufte Betrachtungsweise zu gestatten . Auerdem wird der herkmmliche Illusionscharakter des Wandgemldes als Fenster zur Welt aufgehoben . Die Teile des Bildes drngen sich strker auf das Ganze im Sinne eines kohrenten Eindrucks . Die Synthese lt der analytischen Betrachtungsweise den Vortritt . Den gleichen Zweck erfllt ein komplementres Verfahren,  das Klein ( l.c.) wie folgt beschreibt : Diesem Ziel dienen weitere Mittel,  die den an gnzlichen ausgemalte lbilder gewohnten Betrachter zunchst irritieren : so malt oder zeichnet Eichner bei den neueren Leinwandbildern nicht mehr bis zum Rahmen hin,  seine Motive erstrecken sich vielmehr bis in den Bildrand hinein,  ohne da es einer Fllmasse bedarf . Entscheidend ist stets der Bildgegenstand,  nicht der Zwang des Formates . Und dieser Rand , diese freien Flchen,  werden nicht versiegelt,  sondern bleiben als grundierte helle Leinwand,  nehmen sogar ihren Gebrauch,  Spuren ihrer Umwelt in sich auf . Es liegt nahe,  da Papier in anderem Mae als die glatte Leinwand dem prozessualen Aspekt des angestrebten Werkcharakters entspricht . Papier hat,  wie Klein richtig sieht,  auch immer schon mit Geistigem zu tun,  man mchte hinzufgen : seit seiner Herkunft aus den Papyrus Stauden der alten gypter . Stephane Mallarme’wollte im vorigen Jahrhundert die gesamte Welt ins BUCH mnden lassen,  mithin in Papierenes , will sagen Geistiges . Selbstverstndlich ist der Begriff des Liber  Mundi ein uralter Topos . Vor allem seit der Renaissance erblicken wir im Papier den bevorzugten Trger der Handzeichnung . Die ihr eigentmliche Spannung von flchtig hingeworfener Skizze und detaillierter Ausgestaltung berfhrt Eichner in das groe Format,  wie es seine Gemlde der letzten Jahre kennen . Das Zeichnerische und Malerische,  ber das sich die Anhnger Poussins und Rubens noch im 18. Jahrhundert zerstritten und das Wlfflin in unserem Skulum feinsinnig reflektierte,  findet in Eichners neueren Werken zu berraschender Symbiose . Nun whlt Eichner bekanntlich fr seine Mischtechniken ein ganz besonderes Papier,  wie wir es aus Architektenbros kennen : Transparentpapier . Allerdings widerspricht seine Handhabung dieses Materials durchaus der herkmmlichen Verwendung ( l.c.) hebt hervor : Es wird nach Magabe des Motivs zurechtgeschnitten oder gerissen,  es wird mit Klebestreifen abgedeckt und berklebt,  bemalt,  bezeichnet . Die Klebestreifen aber sind nicht bloes Hilfsmittel,  sondern bleiben auch nach ihrer Entfernung als helle Streifen prsent . Sie schlieen das Bild ab,  rahmen es und geben ihm die Atmosphre des Unprtentisen,  Atelierhaft- Unfertigen . Denn,  fertig,  wird das Bild - wie gesagt wurde - erst in der Synthese des Intellekts.“ Man mchte hinzufgen,  da ein hintersinniges Schwanken zwischen echten und falschen Klebestreifen hinzutritt,  entsprechend den echten und falschen Luftballons in einem anderen Bild . Wir kennen dieses optische Spiel voller Subtilitt aus den Tools von Jim Dine . Eichner pflegt auch schon einmal Spielzeugpanzer aufzukleben,  um seine Schamgegend genannte Landschaft zu beleben. Dieses Verfahren des trompe doeil“ spielen bei diesem Knstler eine nicht zu bersehende Rolle . Wir verdanken  Klein ( l.c.) brigens auch einen ersten Hinweis auf die Themenkreise,  die in den Arbeiten auf Transparentpapier begegnen . Zum Teil variieren sie bereits frher gestaltete Sujets und verleihen ihnen im Zusammenhang mit der ungewhnlichen Technik einen neuen Sinngehalt . So begegnet der Stein aus der Werkgruppe Groe Freiheit ( zur Rolle der weien und schwarzen Frau,  auch eine Form des Nord Sd Dialogs ) in Beuys gewidmet und Stein aus dem Mehlemschen Haus ( in Bonn Beuel ; an die Stelle von Beuys tritt hier Hermann Hesse als Widmungstrger : die Zeiten haben sich gewandelt und der Knstler mit ihnen . ) Wir verdanken Klein eine treffende Analyse zur letztgenannten Bildvariante im Blick auf das benutzte Transparentpapier (l.c.) Der Steinblock liegt auf dem Arbeitstisch des Steinmetzen,  das Halberzeugnis harrt der Ausformung durch den Knstler . Auf dem neueren Transparentpapierbild wird dieser Zustand des Steins,  das Unfertige zwischen Natur und Kunst,  noch einsichtiger . Denn durchscheinend,  fast immateriell,  wirkt nun der Block in der Werkstatt . Die hinweisende Spiegelschrift Hermann Hesse lt in der Ungeformtheit des Steins und in der Unordnung des Werkraumes die ordnende Kraft des Geistes,  die knstlerische Inspiration und gestaltende Energie des Knstlers ahnen,  Indem das Bild wie die Planzeichnung vom Reiboden flchtig an der Wand befestigt ist,  wird das Dargestellte zur unmittelbaren Planskizze,  die Zeichnung auf Transparentpapier zum Entwurf,  dem der nachdenkende Betrachter im Geiste folgt .“ Vielleicht artikuliert sich hier auch ein gewisser Protest gegen den ephemeren Charakter der laufenden Ereignisse in unseren Medien,  der totalen Bilderflucht,  die uns berflutet und berfordert . Eichner entscheidet sich fr das Meditative und nicht fr das Sensationelle eines kaleidoskopisch wirbelnden und verwirrenden Informationsdschungels . Neben den Stein“- Variationen sind zweifellos Landschaft und Akt die vorwiegenden Gattungen im Bereich der Mischtechniken auf Transparentpapier . Dies wundert kaum,  zumal diesem Genera ein statisch- meditativer Charakter zuzukommen pflegt . Die Winterlandschaften Eichners erfllen diesen Anspruch in ganz ausgezeichneter Weise . Hingegen versucht die Seelandschaft einen Zustand des Pr- Menschlichen aufzuspren,  einer Gtterdmmerung ,  wie die Bildinschrift sagt . Wie Klein (l.c.) richtig sieht,  liefert uns Eichner hier keineswegs eine traditionelle Marine . Nicht zuletzt dank des Transparentpapiers wird die Bildillusion zurckgenommen, krftige Klebestreifen verfremden und fassen zugleich die breite Randleiste mit ihren Primrfarben ( rot, blau, grn,  ) Ein Rckgang in den farblichen Grund,  den Ursprung des Bildes,  findet statt . Das Ganze erscheint in seinen Teilen,  die in ihrer lichterfllten Transparenz fast an gemalte Fensterscheiben erinnert . Auf eine weitere Besonderheit,  die hnlich auch in anderen Werken des Knstlers begegnet,  konzentriert sich Klein ( l.c.) in diesem Zusammenhang: Auf der dem Motiv gegenberliegenden Randzone gewahrt man Zahlenfolgen ( Null bis Drei ),  die den Grundfarben antworten . Sie reduzieren noch weiter die Essenz des Augenscheins zu abstrakten,  mebaren Werten.  Kenner der Printmedien werden dies als Farbskala oder als Paraphrase der Mebildleiste des Vierfarbendrucks identifizieren . Aber Eichners Bild ist eben doch nicht gedruckt,  sondern gemalt,  und die Farbskala ist hier bildnerisches Motiv und im Sinne der Bildaussage sowohl formales wie auch inhaltliches Gleichnis des Denk-Bildes . Formal stellt sie einen desillusionierenden Bildabschlu dar : das Gemlde als buntes Scheinbild des Wirklichen,  fast als eine Ironisierung des gedruckten Posters . Inhaltlich erscheint die Randleiste im Sinne einer dialogischen Paraphrase,  auch als knstlerische Deutung eines sonst nicht sichtbaren technischen Hilfsmittels ; berspitzt gesagt,  fast als eine Philosophie der Farbskala . In diesem Zusammenhang sei auf Peter Reichenberger hingewiesen,  einem Klner Knstler inzwischen auch internationalen Zuschnitts,  der von vllig anderen Prmissen her,  die sich eher mit Pop-art und den Farbskalendiskussionen bei Lohse,  Itten,  Ad Reinhardt,  Albers oder Dorazio in Beziehung setzen lassen,  die Grundbaustein seiner Bilder reflektiert und analysiert,  auch zum Teil durch Wiedergabe von Farbskalen. Die Situation bei Reichenberger gestaltet sich dadurch indessen besonders vertrackt,  als er seine Gemlde wirklich druckt und zwar mit den Ballen,  Spitzen,  Kuppen seiner Hnde,  oder auch den Ellenbogen.  Hier wird die Dialektik von gedruckt und gemalt zugespitzt und nhert sich dem Paradoxon . Die Akte Eichners bieten im Rahmen der Arbeiten auf Transparentpapier aus naheliegenden Grnden besondere Schwierigkeiten sthetischer Observanz . Dies Genre war traditionsgem stets angesiedelt als akademische bung zwischen Faszination und Routine , wie Klein (l.c.) sagt . Allerdings hat das die groen Knstler aller Zeiten von Drer bis Picasso nicht daran hindern knnen,  trotz Konventionen und Epochenstilzwngen neue,  berraschende Effekte aus der Gattung Akt zu entbinden . Die prekre Situation des Akts in unserer Zeit wird berdeutlich,  sobald wir an die Sex und Glitzerwelt ( von Porno ganz zu schweigen,  wie es Andy Warhol ironisch in den Sex Parts unterlaufen hat ) gngiger Magazine und Filme denken . Die Fragwrdigkeit des Genres scheint manifest geworden zu sein . Wie entrinnt Eichner angesichts einer solchen Situation von Fallen und Klippen der Gattung Akt in seinem Oeuvre ? Knapp gesagt : auf Kosten plakativer Eindeutigkeit und mit Hilfe verfremdender Verfahren,  die das Ganze dem dubios gewordenen Kontext zu entheben trachten . Klein hat den von Eichner angewandten,  modus procedendi an einer Reihe von Zeichnungen verfolgt,  die zugleich smtliche Techniken von der Skizze ber die Malerei bis hin zum Druck aufweisen . In der ersten Gruppe von Aktzeichnungen tritt das torsohafte Krperfragment in den Vordergrund und bewegt sich von der Bleistiftzeichnung nach dem Modell ( auf dem diesem gem zugeschnittenen Transparentpapier ) bis hin zum Gemlde auf Papier . Der Knstler bevorzugt hierbei sitzende Gestalten in Provilansicht,  die er an einer s-frmig geschwungenen Linie von Gesicht ( mit Haartracht ), Kopftuch und Rckenlinie orientiert . Klein ( l.c.) fhrt anschlieend im Detail das weitere Vorgehen anschaulich aus :“ Die zweite Skizze setzt diesen Proze fort,  indem die Konturen farbig hinterfangen werden : einzelne Farbstiftlinien - auch fragmentierte Krzel auerhalb des Liniengerstes - dazu gleichfalls sparsam Partien von Aquarellfarben . Das Ergebnis wirkt wie ein zartes Pastell von eigentmlicher Transparenz. Die malerische Ausarbeitung erfolgt in einem dritten Schritt . Schraffuren in Blei und Farbstift,  Weihhungen dazu,  modellieren vorsichtig die zentrale Schulterpartie ; Gesicht und Krper treten zurck . Dafr wird das ber den Rcken herabfallende Kopftuch geradezu reliefplastisch behandelt mit opak aufgestrichener Farbe,  mit gliedernden Strichlagen darber in Hellblau und Schwarz ( Kreide ). Gegenber diesen bogenfrmigen Abgrenzungen wird der Hintergrund tiefschwarz ausgemalt und mit einem leuchtendroten Rahmenstreifen versehen . Der Eindruck der Skizze bleibt dennoch gewahrt,  da die linke Bildseite mit Gesicht und Krperprofil offen gelassen wird,  fragmentarisch erscheint,  wie auch die zurechtgeschnittene Flche des Papiers . In einer letzten Stufe verzichtet Eichner auf die Darstellung des Kopfes,  konzentriert sich also auf den torsohaften Krper, . Solche bildhafte Straffung des Motivs wird betont durch die Kontraste von geschlossener Rckenlinie und stufenweise geffneter Vorderpartie . Durch Verzicht auf eine Ausmalung des Hintergrundes wird das Perfekte des Tafelbildes vermieden,  bleibt das Prozessuale erhalten,  zustzlich verstrkt durch die Kruselung des Transparentpapiers . Andere Aktzeichnungen Eichners nutzen die Spannung zwischen Krper und Gesicht oder Akt und Portrt mit hnlichen technischen Stufungen wie in den soeben aufgefhrten Arbeiten . Der zugleich cool und energisch wirkende Duktus der Physiognomie lt den restlichen Krper hufig zu Abreviaturen absinken,  luftigen Arabesken,  die das eindringliche Gesicht unruhig umspielen . Der stehende Akt am Fenster wiederum erffnet einen Dialog von Handzeichnung und Drucktechnik . Allerdings bleibt auch hier der Charakter des Individuellen durch handkolorierte Effekte gewahrt . Malerisches und Graphisches,  Zeichnung und Druck verbinden sich zu berraschender Synthese im Dienste duftiger Transparenz,  eines diaphanen Schimmers und Leuchtens . Mitunter setzt Eichner auch inhaltlich neue Akzente im Bereich des Aktes,  wobei ihm persiflierende und parodierende Bravourstcke gelingen,  so etwa in seiner trefflichen Verballhornung des Plakatwettbewerbes zu einer Woche aktueller Kunst in der Bundeshauptstadt unter dem Motto Mehr Kunst fr Bonn . Die Eichnersche Wortschpfung Mehrkunst lt an Mehrwert und vergleichbare Termini denken und erffnet eine weitere Perspektive . Der Akt in Gestalt einer Negerin mit eher europischen Gesichtszgen ist den hausbacken - biederen Brger in diesem Werk wirklich zum Greifen nah . Eine Marine steigert Mehrkunst zu Meerkunst " . hnlich entlarvt Eichner mit Hilfe des Aktes oder auch nur einiger seiner Aspekte die dnis des Alltglichen ( Abend fr Abend ) mit den Themenkreisen Fernsehen , Stricken und Anprobieren : der fertige Pullover erscheint als Collage zweier Transparentbltter,  wie ausgeschnitten im Zickzack der Schneiderschere,  ein Verfahren,  das den Kontrast zwischen Pullover und durchschimmernden Akt noch intensiviert,  wie Klein ( l.c.) unterstreicht .“ Die triviale Romantik des Freizeit Sex wird durch die Doppelbdigkeit der Transparentpapiertechniken geschickt in Anfhrungszeichen gesetzt,  ironisch unterlaufen,  intellektuell verunsichert,  auch durch die behutsam in die Darstellung eingefgten lettristischen Elemente . Es schien uns angebracht,  im Anschluss an die oben erwhnte Arbeit von H. J. Klein,  etwas ausfhrlicher auf Eichners Transparentpapier Arbeiten und die hiermit verknpften Themenbereiche einzugehen,  da sie den Schlssel liefern zu wesentlichen Zgen im Schaffenspanorama des Knstlers aus den letzten Jahren und wohl auch in Zukunft weisenden Charakter tragen drfte,  wobei Landschaft,  Portrait und Akt die hervorstechenden Gattungen darstellen . Eine aufschlussreiche Synopse der neu errungenen stilistischen und technischen Erkenntnisse liefert in diesem Zusammenhang insbesondere das groformatige Gesamtportrait der Bonner Verlegerfamilie Grundmann,  das durchaus an vergleichbare Arbeiten Renato Guttusos denken lsst . Versucht man andererseits,  spezifisch deutsche Affinitten in Vergangenheit und Gegenwart bei Eichners stilistischem Habitus ausfindig zu machen,  so msste aus der realistisch orientierten Szenerie der rheinischen Neuen Sachlichkeit in den 20er Jahren ein Maler wie Rderscheid genannt werden, oder aus der Berliner Realismus Szene unserer Tage ein Knstler wie Grtzke .Grundstzlich liee sich das bislang zu berblickende Oeuvre von Eichner in drei Gruppen grob untergliedern : I . Die Anfnge seit den mittleren Jahren . II . Die Periode der Rundkpfe in den spten 60er Jahren ( bis etwa 1971 ) und III. Die neueren Arbeiten ab 1970 bis heute . Eine strengere und zugleich differenziertere Klassifizierung sollte aus naheliegenden Grnden nicht angestrebt werden,  da zahlreiche berschneidungen und Querverbindungen einem allzu starren Schematismus eindeutig im  Wege stehen .Hinzu tritt der Umstand,  da ein wirklich vollstndiges Werkverzeichnis dieses Knstlers aus grundstzlichen berlegungen nicht realisierbar erscheinen drfte . Gut einhundert Werke sind nach Auskunft Eichners nicht mehr existent oder befinden sich in nicht mehr eruirbaren Hnden . Vieles,  vor allem in frheren Jahren wurde verschenkt oder billig an Unbekannt veruert . Schon aus diesen Grnden wre der Verlag auf Hinweise solcher nicht mehr feststellbarer Eichner Sammler im Blick auf eine zweite Auflage dankbar . Der Knstler selbst und sein Archiv vermgen uns auf diesem Gebiet nicht weiter zu helfen . Wir mchten in den folgenden Bemerkungen noch bestimmte charakteristische Eigenheiten der Werke aus den letzten Jahren beleuchten . Mitunter erscheint der Spott oder gar Zynismus ein wenig verschleiert,  gar hermetisch,  so etwa sein Verdikt ber die jahrelang vom Bonner Stdtischen Kunstmuseum in der gide Stemmler gefrderten Knstler : Du kannst tun,  was Du willst,  solange es keinen Spa macht ( in dem Bild Chauvies letze Fahrt ). Versponnene, vieldeutige Szenarien schtzt Eichner seit seinen frheren Jahren . Wir versuchen,  gleichsam als Exkurs,  zunchst einige seiner ltesten dokumentierten Arbeiten ein wenig nher zu betrachten . Nehmen wir den Trommelschlger von 1964 : Wir erblicken ein durchaus surreal anmutendes Ensemble mit Hnden,  Fen und Kpfen . Ein traurig dreinschauendes,  monstrs aufgezumtes,  vorwiegend weiblich betontes Wesen scheint auf sich aufmerksam  machen zu wollen,  ist bestrebt,  Interesse zu wecken . Zweifellos drckt sich die als schwierig empfundene ambivalente psychische Situation des Heranwachsenden in dieser Darstellung aus,  der noch etwas Zwitterhaftes,  Hermaphroditisches,  Ambigenes eigen ist,  wie auch spter den Rundkpfen Eichners . Man wei,  welche Vorliebe gerade die Surrealisten fr solche Zwischenbereiche hegten,  die allerdings auch von der traditionellen Kunst keineswegs ausgespart wurden : es sei nur an die Hermaphroditen - Sammlung der Uffizien erinnert . Einsamkeit und existentiell erlebte Sinnlosigkeit artikulieren sich in einer verstelten Symbolsprache,  die den Traumimagerien phantastischer,  magischer Realisten folgt und eine sich selbst isolierende Unsicherheit thematisiert . Zunchst hie der Titel dieses Bildes brigens  Trommelfell . Das Beunruhigende,  Peinigende einer akustischen Obsession bricht auf . Interessanterweise lt die Mehrdeutigkeit des gestalteten Sujets an die auf mehreren Sinnebenen zugleich anzusiedelnden Strukturen der Blechtrommel und ihres Trommelschlgers bei Gnter Grass denken,  deren Erstausgabe ja 1959 in Darmstadt erschienen war und eine eigenwillig phantastische,  zugleich realistische und surreal geprgte Satire erkennen lt . Die satirische Komponente fehlt allerdings dem frheren Eichner . hnlich indessen gestaltet sich die abstrus anmutende Verbindung von Przision des Details und formalen Wucherungen . Auch bei Eichner erscheint ein skurriler Gnom,  in dem sich die Irrungen und Wirrungen eines jungen Knstlers spiegeln .Oder schauen wir uns die im folgenden Jahr ( 1965 ) entstandene Einsamkeit etwas nher an . Auch hier bildet die Isolation das Thema,  jedoch unter anderem Horizont . Tradition und knstlerische berlieferung treten ins Spiel . Unter dem Wort Einsamkeit leuchtet der Begriff Letzte Hoffnung auf . Eichner hat hier eine bekannte Darstellung der Hl. .Magdalena, die ihm aus einer Reproduktion gelufig war,  bermalt ( Arnulf Rainer hat bekanntlich aus solchen bermalungen eine ganze sthetik entfaltet ): Finger,  Flasche . Lampe . Buch,  Totenschdel,  Vorhang und Fenster stellen symbolschwere Objekte dar,  nicht erst seit der Dichtung des Symbolismus und Fin de Sie’cle samt begleitender bildenden Kunst . Diese Dinge illuminieren bei Eichner eine qulende Selbstanalyse . Nicht fern liegt die Welt des Hl. Hieronymus im Gehus . Zugleich fhlt sich der Betrachter an die oft peinigende Selbstbefragungen im Oeuvre des spten Picasso erinnert,  etwa 347 Radierungen von 1968,  deren Einzelheiten mitunter die Grenze des Ertrglichen streifen . Solche Einsamkeitsgefhle und Frustrationskomplexe waren gerade bei der deutschen Jugend in der Mitte der 60 Jahre virulent und fhrten bekanntlich zu Polarisierungen und Aktionen,  deren Widerhall wir noch heute spren,  und die sich in Eichners Rundkpfen - Periode bis in die 70er Jahre vielfltig uern ; erinnert sei nur an die dort begegneten Themenkreise Emanzipation , Dritte Welt , Rocker , Drogen u. .Wiederum anders orientiert bietet sich das lbild Schrecken des Krieges von 1965 . Bereits der Titel dieser Arbeit erinnert an das groteske Grauen,  wie es Don Francisco de Goya y Lucientes in den Desastres de la Guerra beschwor . Stark wirkt in diesem Eichner noch der Einflu der Meister des Surrealismus nach : die Dialektik von harten und weichen Strukturen ( Tangy,  Dali’), Organischem und Anorganischem,  Lebendem und Totem . Wie eine satanische Chiffre baut sich das dem Amorphen zugeneigte Skelett ( mit starker Betonung von Kiefern,  Ngeln,  Knochen,  ohne jede organische Normalitt ) in einem wie zerrissen wirkenden Raum auf und krnt sich mit der dreifachen Schlange . Eine Art Widerruf gttlicher Trinitt schockt den Betrachter . Das potenzierte Bse,  das Anomale schlechthin,  fixieren uns und lassen uns denken an die schaurigen Metaphern Lautrmonts in Les Chants de Maldoro ( die nicht nur von Dali sondern auch von Baselitz illustriert wurden ). Urbild solcher Phnomene bleiben indessen die bestrzenden Visionen Dantes im ersten Teil seiner Commedia ,  dem Inferno . Die Symbolik ist in Eichners Schrecken des Krieges fast zu eindeutig geraten,  ein Umstand,  den man der Chronologie des Bildes zugute halten darf . Dem Sujet entsprechend,  entwickelt sich die Palette im eher giftigen Grn - und Gelbbereich . In dem lgemlde Der Mensch ( gleichfalls 1965 ) erklimmt die Selbstanalyse eine allgemeine Ebene der Reflexion . Die Persnliche Situation des Knstlers steigert sich zur Conditio Humana ( der Condition Humaine , wie Andre’ Malraux sagt,:“  Was ist der Mensch ?“ ). Ein molluskenartig waberndes Wesen,  aus menschlichen  Rudimenten gebildet,  vagabundiert schwebend in einem rtselhaft sich dehnenden Raum,  der selbst als Begriff im Bild lettristisch auftaucht und dessen Vektoren durch Pfeile markiert sind,  die gerichtete Gren im Raum markieren . Die bizarr - skabrs wirkende Gestalt mit dem stark akzentuierten Schwerpunkt im lichthaft nach oben blickenden Auge und der durchaus fkalischen,  skatologischen unteren ffnung,  beherbergt zugleich eine selbstzerstrerische Tendenz,  einen Drang zur Selbstauflsung,  Konstruktive und destruktive Elemente halten sich die Waage . Entstehen und Vergehen schwanken im flchtigen,  flieenden Bild der Erscheinung,  die sich - frei nach Rilke - an ihrer Grenzen zu stemmen scheint,  um ein Unkenntliches herein zu reien . Die Situation des Menschen angesichts totaler Rtselhaftigkeit drngt sich auf,  die Abgrndigkeit des Wirklichen . Wir ahnen das allmhliche entstehen der Sinnesorgane,  einfachster Erkenntniswerkzeuge,  die im von Goethe ahnungsvoll so bezeichneten sonnenhaften Auge gipfeln . Spuren wie von Hnden und Sternen markieren den gallertartig zerflieenden Lebensraum dies dem Absurden im Sinne Camus zugeneigte Menschen und Weltbildes Hellmuth Eichners in jenen Jahren . Die Vorbilder,  jene Meister des Onirischen,  Somnambulen,  etwa auch Arp,  wirken noch mchtig nach . Das Originale,  Eigenstndige,  bricht erst allmhlich in den folgenden Werken durch . Man darf bei solchen Bildern nicht auer acht lassen,  da Eichner zu dieser Zeit noch Autodidakt Gewesen ist .Einen Schritt weiter fhrt uns die Loslsung ein Bild aus dem gleichen Jahr 1965 . Die ngste und Besessenheiten des jungen Knstlers finden in diesem fast das Hermetische streifende Gemlde eine letzte Radikalisierung und zugleich Aufhebung . Die neu erfahrene Unabhngigkeit schwebt wie ein lichtbeschienenes,  windgeblhten Segel in der hellgetnten Luft . An den Enden dieses einem Kinderdrachen gleichendem Emblems weisen krallenhnliche Auswchse voraus auf die Mglichkeit spterer Verankerung im Festen,  Geheuren . Man fhlt sich an bestimmte flugfhige Samenformen in der Natur erinnert . Die aufflligen Rhrensysteme,  an bestimmte Wrmer gemahnend,  verschwistert mit dem Abgrund und zugleich Nhrboden des Irdischen,  bleiben als Sinnbilder auch den Befremdlich - Ungeheuren,  ebenso wie die Verwerfungen und Schrnde,  unter und hinter dem davonfliegenden Symbol neuer Freiheit zurck .Das Ganze gleicht einer Abnabelung von den bisherigen Zwngen und Verstrickungen,  die jeden Elan zu lhmen und blockieren drohten . Die Lebenskraft,  Bergsons elan vital ,  bricht sich Bahn . Der Aufstieg ins ungewisse,  der Mut zum Wagnis finden hier ihr Gleichnis,  bei dem auch eine gewisse Farbsymbolik ins Spiel tritt ( Grn Blau Braun ) Wie man allerdings an Eichners Bildern in den folgenden Jahren bis etwa 1969 erkennt,  bleiben auch solche Aufschwnge stets von neuen Abstrzen in Frage gestellt . Ikarus und Palinurus sind die mythischen Zeugen solcher tragischen Verwicklungen .Beschlieen mchten wir diesen Ausflug in die Welt der ganz frhen Gemlde Eichners mit der Symbiose ( l auf Pappe ) von 1965 .Der befremdliche Umstand,  da  in  ein und demselben  Individuum verschiedene Persnlichkeiten ( lateinisch persona ) entstammt dem Etruskischen und meint ursprnglich soviel wie Maske ! ), divergierende Geisteshaltungen und Weltverstndisse kohabitieren oder gar miteinander in Fehde liegen knnen,  ist eine der Kultur - und Geistesgeschichte,  und natrlich der Psychologie,  gelufige Erfahrung . Symbiose meint wrtlich das Zusammenleben verschiedener Wesen,  das im botanischen und zoologischen Bereich zur Zweckgemeinschaft aufsteigen kann . Ein solches Zusammenleben artverschiedener Organismen erfolgt in der Natur zu gegenseitigem Nutzen,  wie man sieht . Ob der Knstler diesen positiven Effekt im Auge hatte,  darf man bezweifeln . Bei der Symbiose verschiedenerer Tierarten spricht man auch von Mutualismus . Eichner hat etwas eigenstndiges im Sinn,  wenn er das Wort Symbiose benutzt . In dem so betitelten des 18 - 19 jhrigen Knstlers drfte wohl eher jene fr Heranwachsende typische Erfahrung gespeichert worden sein,  die sich von den zwei Seelen in einer Brust des Kirchenvaters Augustinus bis zu den verzwickten Heteronymen und der Redevielfalt des portugiesischen Dichters Fernando Pessoa in unserem Jahrhundert erstreckt,  bei denen sich die verschiedenen sprachlich - stilistischen und zugleich gedanklichen Ausfaltungen ein und derselben schpferischen Potenz verfolgen lassen . Dante und sein - wenngleich historisch verifizierbaren - Emanationen Vergil und Beatrice tauchen unter hnlichem Horizont auf . Oder man denke an Dulcinea als schimrischen Auswuchs des sonderbaren Ingeniums Don Quijotes : Die Entwicklungspsychologie hat solche Phnomene als bekannte Vorgnge beim heranreifenden Menschen analysiert . Entsprechend vielfltig kann in einer solchen existentiellen Situation das Verhltnis zur Wirklichkeit empfunden werden . In dem zur Debatte stehenden Bild Eichners erscheint die Problematik auf Dualitt reduziert,  das Geheimnis von Identitt und Differenz thematisiert . Melancholie und Distanz beherrschen diese Symbiose als individuell erfahrene Coincidentia oppositorum , allerdings ohne harmonisierende Aufhebung ,  eher mit einer Ecce Homo - Attitde,  die der metaphysische Verankerung des Cusaners nicht teilhaftig wird . Eine fasst roh wirkende Expressivitt verbindet sich mit aufgerauhten Hintergrundstrukturen,  in denen eine wie abgebrochen wirkende Bewegung von Bewutseinsstufen nach oben zu streben scheint und im jeweiligen Aufschwung das Scheitern bereits impliziert . In der Haartracht scheinen Drers Selbstbildnisse nachzuschwingen . Die Dihrse des Wirklichen selbst mag sich in diesem Doppelbildnis selbstqulerisch widerzuspiegeln . Ungeduld des Herzens und frhes Leid,  um es in den Taegorien der Dichtung zu formulieren,  die in der Psyche des beinahe Erwachsenen hufig aufeinander verweisen,  liefern den Grundtenor dieses Gemldes . Hier brechen wir die Betrachtung der ganz frhen Werke ab . Das Typische ist zur Sprache gekommen . In den 70er Jahren objektivieren sich diese aufgezeigten Grundelemente Zusehens,  geraten ins Freie,  gewinnen berindividuelle Gltigkeit . Zu einigen wesentlichen Aspekten der Rundkpfe - Periode aus jener Zeit wurde bereits weiter oben das Ntigste gesagt . Die Kraft der formalen und zugleich inhaltlichen Durchdringung verstrkt sich in jener Epoche,  eine Stringenz und Transparenz deuten sich an,  die dem sthetischen Charakter der Werke zugute kommen . Die Bilder verlieren allmhlich ihren etwas diffus wirkenden und interpretationsbedrftigen Charakter . Die Handschrift wird pointierter,  prziser,  erhellender .  Andeutungsweise lie sich diese Entwicklung bereits 1967 in dem Gemlde Der weinende Ministrant erkennen .  In dem groformatigen Bild Wir wissen genau,  da da hinten ein Unfall passiert ist (1969 ) trat sie bereits klar in Erscheinung.  Die halluzinatorischen und visionren Elemente verabschieden sich,  das onirisch - Somnambule verschwindet .  Jetzt wird die konkret erfahrene Wirklichkeit gestaltet .  Gesellschaftlich relevante Fakten werden verarbeitet .  Aus der Statistik ergibt sich einwandfrei die Bedeutung jenes Schaffensschubes um 1969 .  In jenem Jahr entstanden rund 35 Gemlde ( zum Vergleich 1964 :1 Bild,  1965 sind es 10 Bilder,  1966 neun,  1967 dreizehn und 1968 wieder neun . ) Einher mit dieser enormen Steigerung kreativer Potenz gegen das Ende der 60er Jahre geht die berraschende Sicherheit in der klug abwgenden Anwendung knstlerischer Mittel und Effekte .  Aus jener Schwellenperiode zu neuen Ufern stammen Schlsselwerke Betreten verboten , Unsere Nachbarn , Hab’mich lieb’ , Unser Sonntag oder Unser Junge soll Schlosser Werden .  Die subtile und zugleich aussagekrftige Herstellungsweise der Bilder,  die Bildarchitektur : sie sttzen sich nicht auf Groartiges,  im trivialen Sinn Eindrucksvolles oder berwltigendes ; vielmehr schpfen sie das von Spannungen und Einsichten mannigfacher Art geprgte Inventar des Alltagslebens und der in ihm sich entfaltenden einfachen Menschen aus . Die stille Melancholie oder gar Resignation in den Gesichtern trifft die Brennpunkte in der geistigen Situation jener Zeit,  behutsam und zugleich haarscharf .  Die mitunter aufdringlich wirkenden Allegorien der frhen Werke sind nicht mehr erforderlich,  Konsumkritik und die Nachtseiten der Wohlstandsgesellschaft treten durch ihre pure Faktizitt deutlich ins Blickfeld und stimmen nachdenklich,  regen die Reflexion des Betrachters an.   Wir erleben erschreckt die Reduktion zwischenmenschlicher Beziehungen auf das rein Dinghafte .  Die Macht des Objektiven erdrckt die Subjektivitt . Der esprit de gometrie scheint dem esprit de finesse den Garaus gemacht zu haben .  Mit seiner kritisch - realistischen Einstellung weist Eichners Kunstwollen in jenen Jahren weit ber jeden bloen Naturalismus hinaus .  Seine Darstellungen von Wirklichkeit ist zugleich immer schon Analyse und Diskussion,  in Frage stellende Projektion und Konstruktion .  Es liegt nahe,  da Eichner in den 70er Jahren von diesen Voraussetzungen her dem Kritischen Realismus zugeschlagen wurde .  Eichner hat sich,  wie bereits frher erwhnt,  dieser Einordnung nicht fgen mgen .  Oft genug hat er seine Mitbetroffenheit in aller Kritik an den Zustnden hingewiesen .  Gerade diese mitmenschliche Solidaritt hebt ihn auf ein anderes Niveau .  Entscheidend bleiben die auslsenden Element seiner Kunst : Das Spontane,  Direkte,  Unverstellte .  Er stolziert nicht auf dem Kothurn eines Przeptors Germaniens einher und betreibt keine intellektuellen Sandkastenspiele .  Das gelebte Leben wird mit einem hellwachen Sensorium aufgenommen und dargestellt .  Daher der frische,  unakademische Duktus seiner damals entstandenen Werke,  aber auch ihre Widersprchlichkeit,  Uneindeutigkeit in hherem Sinn : Spiegelbild der Selbstbewegung des Lebens selbst .  Gemlde wie Wir sind Deine frhliche Jugend,  Europa und Der Schlachter ( beide bereits 1970 ) lassen diese Struktur deutlich erkennen .  Sie zeigen das Unbehagen der 68-er Generation .  Gerade das letztgenannte Bild wurde divergierend interpretiert .  Manche erblicken im Schlachter den eiskalten oder gar brutalen Machtpolitiker,  andere ( wohl wegen der Brille ) den im ethischen Sinne verantwortungslosen Naturwissenschaftler der Technokraten .  In dem Katalog Der Eichner .  Bilder Objekte,  Mediatext Bonn 1981 ) skizziert Rolf Rei treffend den spezifischen Stellenwert von Eichners Kunst in jenen Jahren : Die Frustration der Antiautoritren,  der mrtyreske Masochismus der studentischen Aktionisten,  die berbetonung der sexuellen Revolution , bervater Freud,  Reich,  Adler - verbale Begriffe,  die Eichner schon als junger Mann einzufangen wute in die Atmosphre eines realistischen Bildes .  Diese Assoziationen sind auf der Leinwand entstanden,  bevor sie rationale Gedanken waren .  Damit setzt sich Eichner von der Penetranz vordergrndiger Politkunst ab,  die verbale Konstruktion lediglich bersetzt und damit die bildnerischen Mittel zu einem Sprachsurrogat macht .  Eichner transferiert nicht literarische Entwrfe in Bildern,  sondern spricht durch seine Malerei unmittelbar .  Gleichwohl ist seine Kunst nicht irrational oder intellektfeindlich .  Seine Inhalte sind rational Fa - und deutbar .  Der Betrachter hat diesem Proze zu leisten wie der Tektoniker die aufgezeichneten Schwingungen des Seismographen in Beziehung setzt . Die neue Semantik des Bildes,  die uns Hellmuth Eichner ahnen lt,  ist nur mit malerischen Mitteln zu verwirklichen .  Er bildet eben nicht ab im Sinne dargestellter Wirklichkeit nach den Vorschriften der Mimesis oder Imitation,  vielmehr setzt er ins Werk in einem schpferischen,  Neues aufleuchten lassenden Sinne .  Man wundert sich zunchst,  wieso im Kontext der Bildfolge zum Stein aus dem Mehlemschen Haus im Laufe der Zeit die Wirrungen an Joseph Beuys durch diejenige an Hermann Hesse ersetzt werden konnte .  Eine Betrachtung der Zeitsituation erlaubt uns Rckschlsse auf die Motive,  die einen solchen Wechsel herbeifhrten .  Wie bereits angedeutet,  setzte Eichner sein Studium 1971 bei Joseph Beuys in Dsseldorf fort und stieg in der Klasse von Prof.  Sackenheim zum Meisterschler auf .  Auf welche Konstellation im Bereich des akademisch vermittelten Kunstschaffens stie damals der 25 jhrige Knstler ? Es war der Zenit einer ganz bestimmten Marcel Duchamp - Nachfolge,  in der er sich messen lassen mute .  Die Schlagworte lauteten Objekt trouve bzw .  Ready - made , Body Art und Process Art triumphierten .  Auch diese Entwicklung kennt ihrer Wurzeln .  Die Kunst war ganz allgemein bereits seit dem 19 ten Jahrhundert in eine umfassende Rechtfertigungs- - und Motivierungskrise geraten . Die vergangene Vollkommenheit fand Hegel in der Kunst der Griechen .  Die Reflexion ber Kunst nach ihm erkannte nur mehr den partiellen und nicht mehr zentralen Charakter von Kunst als Erkenntnis oder Entfaltung von Wahrheit .  In der uns hier interessierenden Zeit ab 1971 wurden zum Teil nur noch Entwrfe und Anleitungen zum Herstellen mglicher Kunstwerke zugelassen ( conzept Art ).  Die Kunst fand im Kopfe statt und nicht mehr auf der Leinwand oder dem Papier .  Sie was eines ihrer wichtigsten Kriterien,  nmlich der sinnlichen Wahrnehmbarkeit,  verlustig gegangen .  Die sich damals besonders hervorhebenden Wortfhrer dieser Richtung versuchten es der Mathematik oder Philosophie gleichzutun und erlitten aus naheliegenden Grnden hierbei Schiffbruch .  Es gab aber auch Abfall Kunst ( trash-art ),  die uns an Warhols flesh und trash - Streifen erinnern mgen .  Manche betrieben nur mehr eine bloe Materialinszenierung mit dem Mllwert als Richtschnur .  Gerade die Nutzlosigkeit eines Objektes sollte seine  sthetische Aura bewirken .  Andererseits fhrten Formenbrche als Kompositionsprinzip zur totalen Reduktion,  arte povera , wie Germano Celant es nannte .  Aus der destruction-art entwickelten sich eine Flle von Minus - Varianten und allerlei modisches Chaotentum .  Noch verhngnisvoller wurde die dreiste Politisierung jeder Art von Kunst unter ganz bestimmten ideologischen Prmissen .  Was widerfuhr in jener schwierigen Zeit Hellmuth Eichner ? Joseph Beuys erschien damals das Fegen des Greifenberger Waldes als Kunstbeitrag weitaus wichtiger als jedes konkrete Kunstwerk .  Er konnte auf der Suche nach einem bridging art and life ( Jim Dine ) einem Realisten keinerlei Anregungen bieten .  brigens hat sich bereits Jim Dine ber dieses bridging lustig gemacht .  Das spricht fr seine Intelligenz .  Eichner empfand die damals tonangebenden Tagesmoden im Kunstbetrieb als pures Epigonentum auf der Grundlage des alten Ober Dada Marcel Duchamp .  Dennoch blieb er vom Einflu des Zeitgeistes nicht vllig unberhrt .  Wie Rei ( l. c. ) richtig akzentuiert,  lassen vor allem die als Scham-Gegenden umgetitelten Landschaften Eichners damals eine tiefe Identittskrise ahnen .  Allerdings klrt sich bald darauf - etwa ab 1972 - die Situation und der Knstler tritt mit neuen berraschenden Bilderfindungen hervor .  Arbeiten  wie Spessart Bild , Die Herbstzeitlose , Treppensturz ( biographisch relevant im Zusammenhang des Scheiterns von Eichners erster Ehe ) oder auch Bauvorhaben St.  Augustin lassen erkennen,  da der Knstler sich auf dem als richtig empfundenen Weg nicht beirren lt .  Der konkrete soziale Kontext wird genau artikuliert .  Wir erleben die Protagonisten an Allerweltsstrnden Auf Nummer Neckermann 1972 .  Der morbide Reiz von Hinterhfen wird przis suggeriert .  Die existentielle Isolation kann sogar in der Zweisamkeit sichtbar werden,  die zwei gelangweilten Damen aus der ehemaligen Szene der Sixties als Kaffetrinkerinnen am huslichen Tisch vereint .  Auch solche Gestalten ruhen in der Tradition .  Sie gehen hervor aus dem legendren Absinthtrinkerinnen oder dem Repas frugal Pablo Picassos aus dem Jahre 1904 .  Die herbe Poesie der Klglichkeit,  gar Armut ( der Rilke einen starken Glanz von innen zuschrieb,  was heute eher als peinlich empfunden wird ) drckt sich in vielen Werken Eichners auf jenen Jahren aus .  Es gibt nicht nur die Banalitt des Bsen,  von der Hannah  Arendt sprach,  sondern auch die Magie des Banalen .  Sie beherrscht dieser Knstler wie kaum ein zweiter .  In Arbeiten wie Kleine Kreuzigung oder die Kaffeetanten blitzt im Banalen der Kern einer ganz bestimmten gesellschaftlichen Wirklichkeit auf .  Jede Redundanz oder die Geschmacklosigkeit symbolistisch verschnrkelter larmoyanter Accessoires werden vermieden .  In Arbeiten,  die noch stark in die eigentliche Rundkopf Periode zurckweisen wie Sonnenschein , Bananenfresser oder That’s Life kultiviert Eichner die eigene trade mark . Er hat inzwischen sein Publikum und einen damit verbundenen Markt gefunden .  Zwar hatte er bereits im Alter von 23 Jahren am Rhein Tiber Preis in Rom teilgenommen ; erst jetzt indessen ergab sich eine gewisse Stetigkeit der Prsentationen .  Wichtig wurde die Ausstellung in der Londoner Galerie Treadwell und insbesondere die Zuerkennung der Bronzemedaille bei der Verleihung des Europapreises 1973 in Oostende .  Eichner mute mit zunehmendem Erfolg den Vorwurf verkraften,  etabliert zu sein.   Erst kam die Kritik von rechts und nun von links .  Da der Realismus,  und sei er noch so kritisch und erkenntnisfrdernd,  als vollkommen out  dekretiert wurde,  sah sich Eichner in einem kuriosen Zweifrontenkrieg verwickelt .  Rei (l. c. ) zitiert diesbezglich einen erhellenden Passus aus Peter Sagers Werk Neue Formen des Realismus , der die Absurditt des Frontenverlaufs schlagartig erkennen lt : Diesem Stil (. . . . ) hat man paradoxerweise gerade das bel vermerkt,  was sonst gemeinhin positiv zhlt : den Markterfolg und das Publikumsinteresse .  Es handelt sich um obszne Kunst,  wetterte Werner Spie,  weil dieser ausgespreitzte Naturalismus so kriecherisch- heimtckisch den Begriff von Knnen ins Spiel zu bringen versteht . In der Tat entspricht die handwerkliche Knnerschaft dieser Knstler dem brgerlichen Leistungsbegriff heimtckisch genau .  Auf die Legitimitt einer Rckkehr zum Realismus,  auf seine sthetischen und gesellschaftskritischen Mglichkeiten wiesen nur wenige Kritiker hin .  Die Reaktion auf eine solche Situation zeigt unter anderem Eichners aus verschiedenen Wurzeln im voraufliegenden Oeuvre sich speisendes Gemlde Der blinde Maler H.  Schlimm geht ber den Weg des Informell zu Bonns dnnster Kunstkritikerin , auf das wir bereits weiter oben in anderem Kontext kurz eingegangen sind .  Gerade in diesem 1977 entstandenen Werk deutet sich eine neue Richtung in der knstlerischen Entwicklung an .  Das Netzwerk der Beziehungen zwischen den konstruktiven Elementen des Bildes wird schlssiger,  intensiver,  kohrenter . Eine Flle von Erfahrungen und Erlebnissen fliet gleichsam verdichtet in das kompositorische Gefge,  das hierdurch Reichtum und Flexibilitt zugleich erhlt,  einen nachgerade organischen Charakter empfngt .  In jener Zeit beeindruckt erstmals ein Verfahren,  das fr die kommenden Jahre bis heute wichtig wurde .  Themen,  die in Angriff genommen und erstmals bearbeitet wurden,  knnen Monate -,  gar jahrelang ruhen uns steigen dann pltzlich wieder an die Oberflche,  werden in bergreifende bildnerische Systeme integriert .  Ein Paradebeispiel ist in dieser Hinsicht der Zappelphillip , der zuerst auf der Groen Dsseldorfer Kunstausstellung prsentiert wurde .  Er geht auf Vorstufen in Gestalt von Aktionen,  Photoarbeiten und Studien zurck,  die bereits im Jahre 1976 anheben .  Diese Art des Vorgehens hat Eichner selbst plausibel erklrt und zwar in einem Gesprch mit dem Organisationsleiter der Dsseldorfer Kunstausstellung ( Crmers ) und dem Reprsentanten des Stdtischen Kunstmuseums Dr.  Peter Peters in der Fernsehsendung Mittwochs in Dsseldorf .  Demnach ist der erffnende Ausgang fr den Proze des Malens eine Flle von Assoziationen,  gespeicherten Bildvorstellungen,  Angstempfindungen,  Emotionalen m ganz allgemein .  Erst im Verlauf der schpferischen Ttigkeit werden die Ideen konkret fabar und nehmen Bildgestalt an .  Interessanterweise gert die Materialisierung solcher Ideen bei Arbeiten,  die auf eine Vielzahl von Versuchen und Prfigurationen zurckweisen,  weitaus plastischer als bei jenen,  die bereits von Anfang an vollendet erschienen -.  Stilistisch ergeben sich Abgrenzungen und Gruppierungen .  So definierte die Eichner Kritik im Sinne einer Klassifikation eine Anzahl von Einzelgemlden aus den spten Siebzigern ( genauer 1978 - 1979 entstanden ) als Weie Periode . Physiognomie und Hnde gelten bei den diesem Komplex zugerechneten Werken als wesentlich und werden entsprechend detailliert ausgestaltet,  wohingegen die brigen Aspekte der Darstellung eher als redundant betrachtet werden und nur sparsam durch Striche angedeutet erscheinen .  Dem entspricht die Reduktion der Farbskala auf ein eng umschriebenes Spektrum .  Im Extremfall kennt das Wei der Leinwand nur noch rote und schwarze Flchen neben sich .  Diese teilweise gezeichneten Gemlde entwickeln sich,  wie wir weiter oben sahen,  zu einem auergewhnlich selbst- stndigen und zuknftigen Entwicklungen gegenber offenen Genre im Oeuvre des Knstlers .  Im Zusammenhang mit den Werken der sogenannten weien Periode entstand eine Anzahl vllig anders orientierter Arbeiten .  Neben Gemlden wie dem Mephisto und rund 15 Objekten ( darunter die besonders bekannt gewordenen Fernsehlandschaften ) gestaltete Eichner berdimensionierte Materialbilder aus bauflligen,  gar ruins wirkenden Fachwerk- bauten,  die er als Menetekel ( Mahnmale ) in die Menschen- feindliche Betonwste im St.  Augustiner Huma Gebude installierte . In jenen Jahren lt sich erstmals ein Versuch Eichners fest- stellen,  bildende Kunst und Literatur zu verbinden .  Nun haben praktisch alle groen Knstler dieses Jahrhunderts einen engen Kontakt zur Literatur und ihren Vertretern unterhalten,  waren mit Dichtern und Schriftstellern befreundet und illustrierten ihre Werke .  Aus diesen Begegnungen erwuchsen faszinierende Dialoge .  Man denke nur an Picassos Aquatinten zu Sonetten von Luis de Gongora,  die in der Edition Les Grands Peintres et le Livre kurz nach dem Krieg (1947 - 48 ) in Paris erschienen .  Bei Eichner verlief der Weg umgekehrt : er schuf die Kleine Kreuzigung ( auch als Graphik ; nebenbei: ein Werk,  das fr die in den folgenden Jahren sich entfaltende Arbeits- Problematik wichtig werden sollte,  wie wir noch sehen werden ),  und die Autorin Gabriele M .  Gbel schrieb dazu einen Text,  der mit der Graphik 1976 in dem Buch Der Morgen verdrngt die Nacht ( im brigen ja auch als Bildtitel bekannt ) in Zusammenarbeit mit dem Knstler publiziert wurde . ( Es folgt der Text ) Eichner interessiert das individuelle Schicksal,  nicht der Klassenvertreter .  Sein Ansatz ist vllig unmarxistisch,  dafr im menschlichen Sinn um so gltiger .  Die stilisierte Monumentalitt,  sowohl im Faschismus als auch im Kommunismus als Geschmacksverirrung allgegenwrtig,  ist diesem Knstler zuwider .  Heroisches Pathos mag er nicht,  genau so,  wie er sich vor dem Irr- und Sndenweg des Photo und Hyperrealismus a’la Richard Estes htete,  fr den dich immerhin Dali stark gemacht hatte,  wenngleich aus einem ganz spezifischen Anti - Avantgarde - Komplex heraus,  den er hysterisch kultivierte .  Interessanterweise zollt Eichner auch dem Mythos des Seriellen der Reihe ,  seinen Tribut .  Miro tat das bekanntlich auch,  im Anschlu an seine Beschftigung mit serieller Kompositionstechnik ( u.  a.  bei Vare’se ).  Vielleicht spielt auch Eichners damals feststellbarer Hang zur Systematisierung eine Rolle .  Man wei,  welche zyklischen Energien Andy Warhol aus der omniprsenten Chronik der laufenden Ereignisse bei der uns Hren und Sehen vergeht,  zu ziehen verstand .  Was geht schlielich nicht alles in Serie ,  sogar die Natur,  vielmehr : erst recht sie,  mit ihrem sonderbaren Reproduktionsmechanismen .  Diese Universale hat Eichner auf seine Weise zu visualisieren versucht .  Die Fiktion als Realitt,  die Pseudowirklichkeit der Werbung nicht minder,  haben Pate gestanden.  Des Knstlers Interesse in dieser Richtung schlug sich nieder in seiner Photodokumentation von Martha Maslankowski .  Ein ganzes Jahr lang,  von Neujahr bis Silvester,  photographierte es die gleiche Frau .  So entstanden 365 Realitten,  identisch und different zugleich,  die Reduktion auf jeweils Sekundenbruchteile implizierte Scheinrealitt,  vorgetuschte Wirklichkeit .  Damit eng verknpft erscheint das Problem der Kommunikation der Intersubjektivitt,  des zwischenmenschlichen Kontakts .  Eichner will den Kontakt mit dem Publikum .  Sein Schaffen ist auf Kommunikation ausgelegt .  Ein Paradefall fr Rezeptionsthetiker  Alle  Ausstellungen verstanden sich als Versuch,  mit dem Betrachter ins Gesprch zu kommen,  einen Dialog mit ihm zu erleben .  Seit 1977 blickt Eichner auf eine ununterbrochene Teilnahme an der Groen Dsseldorfer Kunstausstellung zurck .  Indessen waren es eher die kleineren,  intimeren Veranstaltungen,  von denen er sich herausgefordert fhlte,  die wechselseitige Dynamisierung von Produzent und Rezipient mitunter geradezu provokativ zu inszenieren und in seinen Exponaten zu thematisieren .  Diese Erkenntnis lt sich an den neuen Bildern ab etwa 1979 eindrucksvoll nachweisen . Eine Schlsselfunktion besitzen die beiden groformatigen Gemlde Die Saubermnner und ( kurz darauf,  gleichfalls 1981,  entstanden ) Chauvi’s letzte Fahrt . Beide Werke haben eine enorme Diskussion ausgelst,  wie man die bis dato in der Wirkungsgeschichte des Knstlers noch nicht erlebt hatte . Der aktuelle politische Bezug schien offensichtlich .  Allerdings bleibt Eichners Gestaltungsweise in beiden Fllen nicht im Vordergrndigen haften,  sondern strebt aus dem persnlichen,  individuellen Erfahrungsbereich ins berindividuelle,  objektiv Analysierbare einer eruierbaren zeitgeschichtlichen relevanten Situation .  Die Saubermnner gehen auf konkret Erlerntes zurck .  Hellmuth Eichner beobachtete seinerzeit eine lrmende Jagdgesellschaft,  die sich nach erfolgreich beschlossenem Weidwerk und dementsprechendem Halalie in der Sauna erholte .  Der dort erfolgte Zusammensto zweier Welten gestatte optische Kontraste .  Die kalte,  mrderische  Technik der dsteren Flinten schafft einen aufregenden sthetischen Kontrapunkt zu den ferkelhaft rosig strahlenden rosig strahlenden Menschenleibern .  In den Gewehren liegt zugleich phallische Symbolik .  Harte und weiche Strukturen treffen aufeinander,  das Rohe und das Gekochte ( um die Kategorien eines  Claude Levy - Strauss zu bemhen ) bzw.  Ausgekochte und Abgebrhte .  Die geradezu klinisch - neutrale Sauberkeit und Akkuratesse des gekachelten Bades steht in spannungsgeladenem Bezug zu den Werkzeugen der Suberung bzw.  Reinigung wie Putzeimer ( man erinnert sich pltzlich an Eichners frhes Bild 1.  Mai mit Putzhilfe ), Schrubber und Seifenstcken .  Dem Betrachter drngt sich der Eindruck auf,  es gelte eine Schuld,  fast von der metaphysischen Qualitt einer Snde,  abzuwaschen .  Wir scheinen einer fragwrdigen Katharsis beizuwohnen und assoziieren den Sinn von Reinigungsriten in religisen Systemen .  Nicht von ungefhr belebt auch ein blinder Saunagast mit Armbinde und dunkler Brille das Ensemble .  Durch die in  das Bild hineinkomponierten Wrter werden Erinnerungen an das alte Bonner Victoriabad wach .  Die Insider schmunzelt .  Welch kuriose Entnazifizierung im hheren Sinn soll hier stattfinden ? Auch das darf man nicht zu genau nehmen .  Hat doch Eichner angesichts der Attacken seiner Gegner spter selbst einmal behauptet,  er kme sich,  verglichen mit den Klimmzgen der selbsternannten avantgardistischen Eintagsfliegen vor wie ein alter Nazi .  Auf dem Saunaboden umherliegende Zigarettenstummel fhren indessen den von den Saubermnnern intendierten Reinigungsproze zugleich ad absurdum .  In einem solchem Werk wird der grundstzliche Unterschied zu bloem Photorealismus oder Hyperrealismus deutlich,  die sich bei fragwrdigen Inhalt der Mglichkeit des Ausdrucks begeben .  In diesem Zusammenhang erscheinen auch die zahlreichen Fachwerk- Darstellungen Eichners in einem besonderen Licht . Sie analysieren und deuten,  fordern ein kritisches Gesprch mit dem Betrachter heraus .  Das Thema selbst zieht sich seit vielen Jahren durch Eichners Werk in immer wieder berraschenden Metamorphosen .  In einer Epoche der Altbausanierungen und eifrigen Restaurierens empfinden wir eine vllig neue,  ungeahnt differenzierte Beziehung zu diesem uralten Baustil .  In manchen diesbezglichen Darstellungen des Knstlers entpuppt sich dies Alte allerdings als bedrohlich,  erstickend.   Es scheint der Jugend und ihren Vorstellungen im Weg zu stehen und den Muff von 1000 Jahren zu reprsentieren .  Verfall und Restauration im weitesten Sinne knnen sich zu einer abenteuerlich anmutenden Verbindung amalgamieren,  so bereits 1972 in der Groknigsdorf- Impression Der Kontrast wird auf die Spitze getrieben in Fachwerkhaus mit TV(1978) Demgegenber ragt ein Werk wie Chauvi’s letzte Fahrt durchaus in den Bezirk persnlichen Betroffenseins des Knstlers .  Was ist  mit dem modischen Schlagetot Chauvi nicht alles angestellt .  Der gute alte hurrapatriotische Monsieur Chauvin htte sich eine solche Deszendenz sicherlich kaum vorstellen knnen .  hnlich wie  Die Saubermnner ragt Chauvi’s letzte Fahrt in den Bereich der allegorischen Darstellung .  Der Held der Geschichte,  Chauvie hchstselbst,  erscheint,  recht sfumato im Duktus,  als hybrides Monster : halb Mann ( Krper ),  halb Wolf ( Kopf ) .  Die gestelzte Wrde dieses Phnomens steht in eigenartigem Kontrast zu dem eher lcherlichen Kahn,  mit dem dieses skurrile Macho - Wesen durch einen geringfgig unter Wasser stehenden Raum paddelt .  Drei Mnner versuchen gemeinsam,  die Mini - berschwemmung zu beseitigen .  Das klgliche Ende des Mnnlichkeitswahns,  des Paschatums oder Machismo der Chauvi - Haltung,  wird hier zum Ereignis .  Ganz im Hintergrund leuchtet fr den Mythen Freak eine andere letzte Fahrt auf,  wie sie etwa Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle inszenierte : Charon berquert den Acheron .  Auch die Symbolik des Wolfskopfes hat nahezu mystische Qualitt .  Der ganze Machismo ist schlielich als Mythos interpretierbar.  Dieser Proze der Auflsung eines Vorurteils findet sich wieder in formalen Abstufungen,  die das Bild kennzeichnen .  Der Vordergrund und seine Figuren sind mit geradezu altmeisterlicher Bravour kompakt und zugleich virtuos in Szene gesetzt,  whrend sich zum Mal und Hintergrund hin die Konsistenz der Wirklichkeit allmhlich verflchtigt und zunehmend strker in den Bereich der sfumature gert .  Eindeutig ausmnzbar ist auch ein solches Werk auf keinen Fall .  Im Ensemble der Darsteller des Machismo taucht nicht ohne Grund ein selbstportrtierter Aspekt des Knstlers auf .  Die vieldeutige Wahrheit entspricht besten philosophischen und theologischen Traditionen .  Wie  sagte Dali so trefflich : Ich hasse nichts so sehr wie das Einfache in allen seinen Formen  . Ein seit den frhen Jahren anklingendes Thema gewinnt im jngeren Werk Eichners neue Funktion und Bedeutung : Die Emanzipation der Frau .  Wir alle erinnern uns noch an die Anfnge dieser Bewegung,  die in gewissen Zgen auf das Suffragettentum des vorigen Jahrhunderts zurckweist.  Die neue Bewltigung des Themas berrascht insbesondere in einem Spiegel Objekt ,  in das der Knstler 3 Frauenbildnisse komponiert hat .  Der Bildbetrachter erkennt im Kunstobjekt zugleich sich selbst und die nachgerade unendlich fortgespiegelten Frauengestalten .  Bei den Figuren,  die sich in gebckter Haltung anstrengen,  einen kubistisch geformten Stein aufzuheben ( der zugleich an den Stein aus dem Mehlemschen Haus und die Beuys und Hesse - Hommagen erinnert ), tritt der Kontrast Black und White ( Dritte Welt und Europa,  oder wie wir heute sagen : Der Nord Sd Kontrast ) ins Spiel .  Diese Situation hat Eichner in weiteren Bildern aus verschiedenen Jahren festgehalten .  Er sah in diesem weiblichen Sisyphos eine Symbolgestalt,  die Allegorie der Frau unserer Zeit .  Pikanterweise rief die Emanzipationsbewegung gerade innerhalb der weiblichen Hemisphre eine Gegenrichtung auf den Plan .  Es sei nur erinnert an die Protagonistinnen : Alice Schwarzer und Esther Vilar .  Diese Variante hat Eichner,  soweit ich sehe,  nicht eigens in seinen Werken behandelt .  Interessant erscheint der Komplex der Emanzipations- - Bilder vor allem unter dem Blickwinkel einer neuen Form von Bildarchitektur,  wie sie allmhlich von diesem Knstler erarbeitet wurde .  Man wei,  welchen Wert die Kubisten auf diesen Begriff legten .  Guillaume Apollinaire hat ihn Marc Chagall erlutert,  der daraus die formbildende Konsequenz fr seine Traumimagerien zog .  Bei Eichner bleibt hier in erster Linie der Gedanke unterschiedlicher Realittsebenen entscheidend,  die sich mit zeitlichen Verschiebungen verbinden .  Einen neuen Ansto in diese Richtung der Darstellung eines sich wandelnden Raum - Zeit - Kontinuums weiterzudenken,  hatte zweifellos die vorhin erwhnte Maslankowski Aktion geliefert .  Es entstehen auf diese Weise Bilder im Bild,  ineinander verwobene und zugleich voneinander abgehobene Substrukturen,  die der Lektre des Bildes berraschende Mglichkeiten erffnen .  Der im Bild sich entfaltende Diskurs spielt sich auf verschiedenen Ebenen zugleich ab .  Vom musikalischen al fresco wird gewissermaen der befreiende Schritt hin zur Polyphonie der Erscheinung gewagt .  Rei ( l. c. ) hat in diesem Zusammenhang besonders auf die sogenannte blaue Steinaufheberin ( man spricht sogar von einer blauen Periode ) aufmerksam gemacht,  in der ein gewaltiger,  monolithisch wirkender Kubus dominiert,  dem gegenber der Stein,  den die Frau aufheben mchte,  geradezu winzig erscheint .  Da der riesige Kubus das Bildzentrum beherrscht, bedingt er eine spezifisch  gerichtete Optik .  Die Ausnahmesituation wird dadurch noch unterstrichen,  da dieser Kubus wie auf eine zweite Leinwand gemalt wurde,  die mit Klebestreifen auf dem ersten Bildgrund fixiert ist .  Rei weist zurecht darauf hin,  da in den Vereinigten Staaten Lalcolm Morley und insbesondere Howard Kanovitz vergleichbare Verfahren ungewandt haben,  um die Scheinrealitt photographischer Bilder zu unterstreichen .  Allerdings bleiben die Photorealisten im Bereich des seit jeher in manieristischen Traditionen anzusiedelnden Augentrugs ( trompe leil ) stecken .  Der hiermit verknpfte semantische Nullwert entfernt sich eher von der konkreten Wirklichkeit,  als das er sie erhellen knnte . Hingegen bleibt bei Eichner Form und Inhalt als zwei Seiten einer Medaille eng,  um nicht zu sagen dialektisch ,  aufeinander bezogen .  Auch bei ihm sind,  wie  schon Hegel es forderte,  die Kategorien es einen in denen des anderen zu denken und anzuwenden .  Da der zentral aufleuchtende Gegenstand aus der Textur des Gesamtbildes herausgehoben erscheint,  insinuiert er eine andere Zeit als diejenige der Steinaufheberin .  Hinzu tritt,  da Eichner in seiner Bildkomposition den Frauenkrper geradezu aus der Bildebene hervortreten lt .  Somit erscheinen verschiedene Wirklichkeitsebenen in ein und derselben Darstellung .  Gegenwart und Zukunft werden aufeinander bezogen .  Hier stoen wir auf einen bemerkenswerten Versuch,  die im Grunde nicht darstellbare Zeit zu artikulieren,  sie wie ein Signal zum Nachdenken vorzulegen .  Auf den mythischen Bezug des Kubus zum Opferstein sei hier nur am Rande verwiesen .  Dem gesamten Gestus der sich emanzipierenden Frauen haftet etwas Rituelles an . Wie bereits angedeutet,  wird eine klare Systematik des Oeuvres dieses Knstlers dadurch erheblich erschwert,  da er in hchst geistreicher Weise die schlichte Abfolge der Phnomene strt .  Die Themen und Techniken spiegeln  und sttzen sich quer durch die verschiedenen Perioden .  So nimmt er etwa in den 80er Jahren Erfahrungen aus der sogenannten weien Periode auf,  mit ihren typischen Verknappungen und Reduktionen .  Farbliche Konsistenz und perfekt ausgemalte Flchen werden vermieden .  Wesentlich offenbart sich in Andeutungen,  Vorenthalten .  Auch pure,  graphisch gesttzte Dekorativismen fehlen,  wie sie noch in der Viola b- Folge von 1978 berraschten .  Wie Rei (l. c. ) resmierend hervorhebt,  hat Eichner in  den Werken ab 1980 in seinem Streben,  die Dialektik von Form und Inhalt in den Griff zu bekommen,  eine neue Qualittsstufe erreicht .  Auch im Bereich der Zeichnungen gelingen dem Knstler in letzter Zeit verblffende Entdeckungen und Effekte,  bei denen ein Wechsel von Farbauftrag,  graphischer Bearbeitung,  Abschabung,  Druck,  Neuauftrag und Handkolorierung ungeahnte optische Erlebnisse beschert.   Sogar im thematischen Sektor ergeben sich neuartige Verbindungen .  Die im Laufe der Jahre stets aufs neue beschworene Beziehungen der Frau zum Mann erlebt eine skurrile Variante : ein junges Mdchen spielt mit einer  Puppe,  die stark dem hlzernen Bengele ( Pinocchio ) hnlich sieht .  Das phallische Element in der langen Nase bedarf keiner nheren Erluterung .  Die Darstellung gewinnt,  aus ihrem Hintersinn,  eine letzte Heiterkeit jenseits tragischer Peripetien,  durch das,  was Martin Heidegger in seiner reichen Mundart das Kuinzige nannte .  Diese subtile Form der Verschmitztheit ( kuinzig heit wrtlich im Sdbadischen kein - ntzig ,  man sieht,  es ist unbersetzbar ) ist Eichner durchaus nicht fremd .  Auch er kennt seine Feldwege und Martinskirchen mit ihren Turmuhren,  die ein ganz besonderes Verhltnis zu Zeit und Zeitlichkeit unterhalten,  genau so,  wie ihm die Holzwege gelufig sind .  Es ist nicht zuletzt dieser bergische Urgrund,  der ein charakteristisches Kennzeichen seiner kreativen Substanz darstellt .  Zur schpferischen Weiterentwicklung der Bildarchitektur in den jngeren Werken Eichner wre insbesondere noch der Komplex der Dynamitfischer anzufhren .  Im Anschlu an Karl Garbe sei hier ein Bildbeschreibung eingeschoben,  die auf Wolf Weipert fut,  der in den Dynamitfischern ein inhaltlich und formal hervorstechendes Beispiel fr das neue Oeuvre erblickte : Das 2 mal 2 Meter groe Gemlde zeigt einen weibuchigen Urlauber neben einem griechischen Fischer,  der im Begriff steht,  eine Dynamitstange zu znden .  Die Urlauberfigur - unschwer als Selbstdarstellung des Knstlers zu erkennen - dokumentiert die Beziehungslosigkeit des erwartungsbefrachteten Touristen zur brutalen Realitt : Whren der Fischer - die formale Zentralfigur des Bildes - eine vitale Kommunikationsbereitschaft zeigt,  bleibt die Touristenfigur isoliert .  Wie in den anderen neuen Bildern versteht es Eichner hier meisterhaft,  abstrakte Prozesse allegorisch zu realisieren .  Die defekte Kommunikationssruktur der Akteure wird klarer als durch Worte ausgedrckt .  Dabei untersttzt die Komposition des Bildes die inhaltliche Aussage frappant . Das Tauwerk des Schiffes bildet den Anfang einer Diagonalen,  die durch Blickrichtung und Krperhaltung des Fischers im Bildmittelpunkt fortgefhrt wird,  um sich als Schattenstreifen auf dem Krper des Urlaubers in der Beplankung des Schiffes wiederzufinden .  Dieses formal verbindende Element wird aufgehoben durch die Konstruktion einer zweiten Realittsebene,  in der sich der Tourist befindet .  Konkretisiert durch ein scharf akzentuiertes Schattenfeld,  trennt den Urlauber eine imaginre Wand von der faktischen Situation .  Eine dritte Realittsebene entsteht durch die Weiterfhrung des Tauwerks ber den Bildrahmen hinaus : es bildet sich ein Bild im Bild .  ( MdB 3 / 1982,  S.  63 ). Genauso,  wie man in den Emanzipation - Bildern ( den Varianten der Groen Freiheit ,  mit allen Hans Albers Assoziationen ) im aufgehobenen Kleinkubus zugleich den herausgerissenen Pflasterstein bei Demonstrationen erblicken darf,  enthalten auch andere zahlreiche Werke Eichners Fallen und Mehrsinnigkeiten,  in denen sich der Betrachter verfangen kann .  Wiederum andere Grenzen strebt der Knstler in den verschiedenen Neuschnee - Varianten an .  Gerade bei diesen Werken hlt er sich formal in einem faszinierenden Extrembereich auf .  Er stellt seinen eigenen Realismus auf den Prfstand,  versucht ihn in den Kategorien quasi informeller Eindrcke ( wie man sie auch in den Partien der Singvgel mit Signalschnren von Fangnetzen von 1976 wahrnehmen konnte ) zu spiegeln .  Man kennt vergleichbar berraschende Parallelen aus der Geschichte der franzsischen Kunst .  Ein bestimmter Farbauftrag des spten Fautrier lt sich quer durch die Zeiten zurckverfolgen bis zu den hautes croutes eines Chardin .  Gerade in den Neuschnee Variationen erteilt uns Eichner eine Lektion,  zu welchen berwltigenden,  fast haptisch wahrnehmbaren Nuancen die peinture pure   , die reine Kunst des Malens,  fhig ist .  Wir schwanken zwischen dem Erkennen eines verschnrten Objekts und der Meditation ber eine reine,  sensibel strukturierte Farbflche,  der wir keinerlei Bedeutung mehr beimessen mchten .  Etwas Geheimnisvolles,  ein Rtsel,  verbirgt sich in solchen Arbeiten,  die vor allem im Bereich der Blaupalette ungeahnte Feinheiten aufleuchten lassen .  Informelle,  gar wilde Partien berraschen bereits in verschiedenen Gemlden aus den 70er Jahren ( Cat 75 ), Marcel Eichner im Alter von 2 Jahren , 1979 ) Experimentierfreude,  Entdecker - und Vernderungsdrang des Knstlers bescheren uns immer wieder berraschende Lsungen formaler und zugleich inhaltlicher Probleme .  Man darf auf die zuknftige Entwicklung gespannt sein.   Manche Eigenheiten im Oeuvre des Knstlers gewinnen erst im Laufe der Zeit,  gleichsam mit zunehmender Reife des Rezipienten,  eine ihnen geme sthetische Qualitt . So ergeht es uns mit vielen eingebauten Objekten,  wie Fernsehgerten,  Leuchtdioden oder Blinkern .  Die Schockwirkung weicht erst allmhlich einer sinnvollen Einordnung in das Ganze der intendierten Gestalt .  Das sich in den Themenbereichen  wie  dem Zappelphillip und den verschiedenen Clowns auch immer schon der prekre Staus des Artisten ,  die unbrgerliche,  zigeunerhafte Existenz des Knstlers widerspiegelt,  bedarf keiner nheren Erluterung .  Die fr Eichner so typische Neigung zum Dreischritt,  die geradezu organisch im Laufe der Zeit durch stndiges berdenken und Verwandeln eines zunchst als einheitlich empfundenen Ansatzes entwickelte Form des Triptychons,  soll am Beispiel des Sujets Arbeit“,   stellvertretend fr andere Dreiergruppen,  im folgenden skizziert werden .  Aus den Erfahrungen der 60er Jahre gespeist,  entwarf Eichner von 1981 bis 85 in einem stndigen Proze der Verwandlung zunchst den I.  Teil : Kleine Kreuzigung,  oder : Zwischendurch sind sie Knstler .  Die 4 Quadratmeter groe lmalerei auf Leinwand zeigt uns,  wie zwei Anstreicher eine Wand bemalen .  Offensichtlich verfgen sie ber hinreichend Mue .  Sie malen ein Kreuz auf die Wand,  das auf den ersten Blick vllig sinnlos erscheint .  Man mchte glauben,  da sie es bald wieder berstreichen mssen .  Auf den zweiten Blick knnte man vermuten,  hier sei vielleicht das Problem der Kreativitt am Arbeitsplatz zum Thema aufgestiegen .  In diesem Gedanken darf man sich vom Knstler besttigt fhlen,  der im Bildtext ( sit venia verbo,  wir sind ja alle TV geschdigt ) lakonisch vermerkt :“ Kunst und Arbeit sind nicht gegenstzlich , Sicherlich sind dies Fragestellungen und Behauptungen,  die noch in der aurea aetas ( dem goldenen Zeitalter ) des  Arbeitsmarktes eine Rolle spielen mochten .  Heute prsentiert sich die Lage der Dinge anders .  Nur,  wenn Arbeit hinreichend zur Verfgung steht,  lt sich sinnvollerweise ber die Rolle der Kreativitt in ihr nachsinnen .  Bei klar durchschaubaren handwerklichen Verrichtungen lag immer schon die Verbindung zum Knstlertum nahe,  bereits die alten Griechen,  deren von Bruno Snell so einfhlsam beschrieben Geburt des Geistes wir selbst heute noch beiwohnen drfen,  pflegten nicht zwischen Kunst und Handwerk ( geschweige denn Kunsthandwerk ) im Sinne von Arbeit zu unterscheiden .  Ihr Begriff der techne umschlo alles : die skulpturalen Offenbarungen eines Phidias in gleicher Weise wie die praktisch orientierten Hervorbringungen eines puren Technikers . Erst in der jngeren Vergangenheit finden wir eine suberliche Trennung vor : etwa zwischen art und artisanat ( Kunst und Kunsthandwerk ).  Diese scheint zunchst whrend des 19. ten Jahrhunderts im Umkreis der Reflexionen Emile Zolas zu diesem Themenkreis vorgenommen worden zu sein ( etwa in dem Knstlerroman L’Oeuvre ).  Unsere Zeit hat von verschiedensten Seiten aus die betreffende Thematik in Angriff genommen .  Nicht zuletzt haben auch Soziologie und Literatur wegweisende Anstze vorgelegt .  Vielleicht erinnern wir uns noch an Ernst Jngers genialen Essay ber den Arbeiter und das diesbezgliche Zwiegesprch mit dem grten Denker seit Plato,  Martin Heidegger .  Uns muten heute angesichts der bedrohlichen Probleme,  insbesondere der Jugendarbeitslosigkeit als eines Massenphnomens,  manche dieser Untersuchungen ( selbst bei Freyer und Ortega ) ziemlich akademisch und glasperlenspielmig an .  Darber sollten wir allerdings keineswegs vergessen,  da die Situation vor noch nicht so langer Zeit in unserer Republik eine vollkommen andere war .  Es ist Eichners Verdienst,  auf diesen Sachverhalt noch einmal mit Nachdruck hingewiesen zu haben .  Beachten wir indessen eines : zugleich impliziert seine Arbeit auch selbstkritisch die Ttigkeit des bildenden Knstlers,  zumal dieser Knstler seine Bildaussagen stets auf mehreren mglichen Reflektionsebenen gleichzeitig ansiedelt . Es schlo sich ein Teil II.  an : Deutscher Gewerkschafter,  den Kontakt zur trkischen Basis suchend . Auch dieses Werk,  mit den gleichen Maen,  wurde vom Knstler in einem langwierigen Proze stndig intensiverer Annherung von 1984 bis 1985 gestaltet .  Reflektierte Teil I die 60er,  so geht es hier um die 70er Jahre .  Im Vergleich zum Vorgnger mit seinem Nachsinnen ber Arbeit und Kreativitt hat sich nunmehr die Situation grundlegend gewandelt .  Durch die enorme Zuwanderung der Gastarbeiter und die gravierenden Vernderungen auf dem Arbeitsmarkt stehen nunmehr dringendere Fragen zur Diskussion .  Der gestandene Gewerkschafter im Vordergrund des Bildes scheint das Auditorium,  in das er geradewegs schaut,  informieren oder belehren zu wollen .  Es ereignet sich so etwas wie eine Rede zum Fenster hinaus oder ber die Medien,  was geradezu identisch anmuten mag .  Folgerichtig - und wohl auch,  um sein Agitationspotential nicht zu schwchen - lt er die Arbeit ruhen .  Ganz anders verhlt sich sein trkischer Kumpel im Hintergrund .  Er mauert eifrig weiter,  ohne aufzuschauen oder Reaktionen zu zeigen .  Offensichtlich bekmmern ihn weitaus unmittelbarere Kmmnisse und Nte .  Seine instinktiv richtigen,  von keines Gedankens Blsse angekrnkelten,  vielmehr der Macht der Fakten beherzt ins Auge schauenden berlegungen kreisen vermutlich strker um die bloe Frage des Lebensunterhalts fr sich und die Seinen und wie man ihn durch Arbeit sicherstellt .  Er leistet etwas und mchte dafr gerecht entlohnt werden.  Schlielich mu er leben drfen .  Es gehrt zum Wesen der Arbeiten Eichners,  da sie es vermeiden,  eindeutige und damit sthetisch fragwrdige Botschaften zu propagieren .  Es ergeben sich folglich auch in diesem Gemlde verschiedene Blickrichtungen und damit unterschiedliche Vorschlge fr Lsungsversuche in einer extrem schwierig gewordenen Konstellation .  Der Betrachter wird auch hier zur Mitarbeit,  zum Nachdenken aufgefordert .  Inzwischen wissen wir,  zu welchen Konsequenzen die uns alle bedrckende Situation der - vornehmlich trkischen - Gastarbeiter auf Grund der vernderten wirtschaftlichen Bedingungen gefhrt hat .  Der Staat bemht sich nach Krften um eine durch finanzielle Anreize beflgelte Rckfhrung der berflssig gewordenen,  zuvor hochwillkommenen,  osmanischen Arbeitskrfte in ihre Heimat .  Die dadurch entstehenden Hrten,  vor allem fr die Kinder im schulpflichtigen Alter,  die sich zumeist in keinem der beiden Lnder heimisch fhlen,  werden seit langem diskutiert .  Neue,  in ihren Folgen heute kaum abzuschtzende Probleme werden mit der Aufnahme des trkischen Partners in die EG und die damit verknpfte Freizgigkeit eintreten .  Die Voraussetzungen zum Investieren und damit Schaffen neuer Arbeitskrfte sind zudem immer noch nicht besonders gnstig.   Das gesamte Panorama  im Vergleich zum Teil I.  des Triptychons hat sich gendert .  Der Begriff Arbeit hat eine neue Bedeutung gewonnen,  die Eichner treffsicher und ohne verlogene Eindeutigkeit in den Griff bekommen hat .  Der Teil III und letzte Teil des Triptychons betrifft unsere 80er Jahre und nennt sich Gewerkschaft - Puzzle,  oder : Arbeiter - schwebend .  Dieses Gemlde entstand mit gleicher Technik und identischen Abmessungen 1984 - 1985 .  Wir erkennen in der Darstellung  zwei Arbeiter,  einen alten und einen jungen,  die - wie in einer Art Auseinandersetzung - mit einer Schlagbaumartigen ( Grenzsymbolik ) Melatte hantieren .  Es wird Ma genommen und gestritten .  Augenma ist gefragt .  Im Hintergrund deutet sich nicht nur die Ttigkeit des Mauerns und Tapezierens an,  sondern auch das Kreuz aus dem I. Teil des Triptychons .  Die Situation trgt einen eigentmlich schwebenden Charakter der Unentschiedenheit und nicht mehr zu realisierenden Balance .  Inzwischen ist die Frage nach der Arbeit zum zentralen Problembereich der gegenwrtigen Gesellschaft herangewachsen .  Sie hat nicht mehr primr mit der Gastarbeiterfrage zu tun,  betrifft vielmehr Fundamentalprobleme gesellschaftlicher Ordnungsprinzipien .  Innerhalb der deutschen Wirtschaft ( Unternehmertum ) und Arbeitnehmerschaft selbst ffnen sich mittlerweile abgrundtiefe Grben .  Man redet aneinander vorbei,  gerade in den sogenannten Spitzengesprchen ) .  Die bereits aus dem vorhergehenden Teil des Triptychons bekannten Klebestreifen,  eines der Leitfossilien in der Entwicklungsgeschichte der jngeren Eichner Werke,  bei denen oft kaum zu entscheiden ist,  ob sie jeweils gemalt oder echt sind,  hnlich,  wie wir es aus den Tools von Jim Dine kennen,  verdichten sich zu den zugleich beunruhigenden und spielerischen Strukturen eines Puzzles,  Sinnbild der labyrinthisch verknoteten Fragenkomplexe,  mit denen  Gewerkschaftsfunktionre und Unternehmer sich heutzutage plagen mssen .  Oft wohnen mehrere Seelen in einer Gewerkschafter oder Unternehmerbrust .  Die Lsung des gordischen Knotens in der nahezu uferlosen und zugleich vllig offenen,  eben schwebenden Diskussion zum Thema Arbeit in unserer modernen Arbeitswelt  erinnert an die Quadratur des Kreises ( wie sagte Thomas Mann so klug im Doktor Faustus : So ist das Ganze wie der Weg um eine Kugel ) .  Die Altersproblematik,  von Eichner geschickt ins Bild gerckt,  spielt eine wichtige Rolle,  etwa im Blick auf ein durch Arbeitsmangel erzwungenes frheres Ausscheiden aus den beruflichen Aktivitten,  um fr Jngere Platz zu machen .  Diese Zwangslage hat uns den Wortkobold Vorruhestand beschert .  Von hier aus ist es kein weiter Weg mehr zur Zwangspensionierung der Altenverbannung,  wie man sie aus primitiven Kulturen kennt,  wo die nutzlosen,  zahnlosen Esser kurz und bndig im Urwald ausgesetzt wurden .  Im Symbol des Puzzles,  genetisch dem Labyrinth verschwistert,  ruht das Trennende und gleichzeitig Verbindende,  eine latente Dialektik,  ein stndiger Umschlag .  hnlich verwirrend verschrnken sich Analyse und Synthese in diesem Bild des Eichner . Durch ein im Laufe der Zeit allmhlich immer strker in den Vordergrund rckendes,  lockeres bermalen wurde der ursprnglich ein wenig schroff artikulierte Bild im Bild - Charakter des Schluteils dieses Triptychons in eine hhere Einheit berfhrt und damit ein homogener Charakter erzielt .  Sogar bis in die Struktur der Rahmung hinein hat der Knstler einfhlsam und hintersinnig diesen dreifach gestuften Charakter des Themas konsequent im Auge behalten : Teil  = Grau,  Teil II = Dunkelgrau,  Teil III = Anthrazit .  berraschend bleibt,  wie bereits erwhnt,  da solche Triptychen in Eichners Werken nicht absichtlich geplant sind,  vielmehr organisch wachsend in stndiger Steigerung der Reflexion  und ihr entsprechender formaler Beziehungen sich entfalten .  Dieser Charakter ihrer Entstehung brgt fr Aussagekraft und strukturelle Stringenz .
Frequenzanalytisch drfte interessieren,  wie es mit der schwankenden Intensitt der Produktion des Eichner seit den 70er Jahren  bis heute bestellt war .  Die dokumentierten Werke erlauben folgendes Bild . Das Jahr 1970 lt rund 15 Gemlde erscheinen,  die von dem entwicklungsgeschichtlich bedeutsamen Werk Wir sind Deine frhliche Jugend,  Europa ( die Realitt widerspricht dem euphorischen Titel : wir sehen Frustration und Langeweile der Landjugend deutlich vor Augen in diesem Bild ) bis zu Schwarze in Deutschland reichen ( mit dem hufiger aufgegriffenen Thema der Rassendiskriminierung bzw. Diskriminierung von Angehrigen der Dritten Welt in Westeuropa ).  Im folgenden Jahr schrumpft die Produktion auf nur mehr 9 Werke von der Groknigsdorfimpression bis zur Schamgegend .  Die 1968 mit Ich bin Deine neue Freundin einsetzende Periode der Rundkpfe ist inzwischen vergessen .  Die Physiognomien gewinnen bereits um 1970 individuelles Leben und wirken nicht mehr stereotyp .  1972 schnellte die Anzahl der Gemlde auf 14 hoch,  von der Herbstzeitlosen (mit dem ersten Auftauchen von Eichners erster Frau als Typus im Gang des Oeuvres .  Allerdings bahnt die Krise der Beziehung sich bereits damals an ) bis Frhliche Jugend mit einer Figur ( Fortfhrung des Themas aus dem Jahre 1970 ).  Im folgenden Jahr fllt die Anzahl auf 10 zurck und beginnt mit dem Mann im Prisma,  der zu vergleichen wre mit der Frau im Prisma von 1967 oder dem Selbstportrait in der Glaskugel von 1967 bzw.  Zwei Akte in Glas geblasen aus dem gleichen Jahr .  Die Gruppe schliet mit dem Sonnenschein ,  das zu konfrontieren wre mit Sun bzw.  Little Darling,  here comes the Sun von 1969 .  Die Narrenthematik prgt sich gerade in dieser Zeit stark aus .  Die Narren auf der Landstrae zeigen interessanterweise einen Kopfputz,  der an die Kappen der Gaukler in Picassos Saltimbanques - Arbeiten ( etwa La Danse von 1905 ) erinnert .  Im Narrenschiff begegnet eine Thematik,  die seit dem ausgehenden Mittelalter immer wieder in reichem Gewande durch Literatur und bildende Kunst zieht,  mit einer spezifischen Symbolik auch der Entfremdung .  Seit dem Alten Gaukler von Baudelaire wurde bekanntlich auch das Wesen der Knstler von diesem selbst gern im Narren - oder Clownstum gespiegelt .  Ein Paradebeispiel bildet Le pitre chatie ( Der bestrafte Clown ) von Stephane Mallarme’.  Eine hnliche Darstellung des Abschminkens findet sich auch ( s. u. ) in einem Werk Eichners wieder .  Im folgenden Jahr 1974 schrumpfte die Produktion gar auf 5 Gemlde .  Auffllig betont erscheint die bereits im Vorjahr einsetzende Clown - Thematik ( Wir mssen uns alle einmal abschminken und Liebe zweier Clowns ) . Eine gewisse Krisenhaftigkeit mag sich hier im kreativen Proze niederschlagen .  1975 sind dann wieder rund 20 Arbeiten bezeugt,  von Der Morgen verdrngt die Nacht Problematik im Blick auf Eichners erst und zweite Frau ) bis zum zukunftstrchtigen Sujet der Bcker .  Dies ist vor allem das Jahr zahlreicher Objekte .  Eichner sucht neue Wege und verlt das Genre des traditionellen Tafelbildes vorbergehend .  Es erscheinen verschiedenste Abwandlungen :“ Landschaftsobjekte ,“ Objekt mit Fernseher , Straenecken ,  Strandgut etc . Erstmals taucht in diesem Jahr die Zappelphillip - Thematik aus .  Wir blicken auf eine experimentierfreudige Zeit mit zahlreichen tastenden Versuchen,  erkennen jedoch auch eine sich andeutende Formkrise .  Im folgenden Jahr geht der Aussto auf 7 Bilder zurck .  Eine Schlsselstellung nehmen sicherlich die Singvgel mit Signalschnren von Fangnetzen ein,  die im Malduktus in die folgenden Jahre vorausweisen .  Im brigen erstreckt sich das Panorama vom Hotel Continental vor dem Abri ( in traditionell realistischer Manier ) bis zu Erste Liebe,  letzte Liebe ( mit der Verarbeitung biographisch relevanter Problemstellungen ). 1977 verlassen zwei Bilder mehr das Atelier des Knstlers .  Die Produktion reicht von Justitia ( wobei die ffentlich - objektive Auffassung dieser Gottheit ins Privat - Individuelle umgedeutet erscheint ) bis hin zu Signalschnre mit Schwebe- Balken und Flugente ,  ein Werk,  das mit dem eng verwandten Sujet aus dem vergangenen Jahr vergleichbar wre . 1978 kauft der Knstler die Schule in Mlldorf an .  Der im Werk jener Zeit wiederholt auftauchende Hermann mauerte beim Umbau mit .  Rund 20 Werke - von Hermann I bis zum Akt ( Karin Krmer ) sind berliefert.  Wichtig ist dieser Zeitraum vor allem,  weil jetzt bei Eichner die Bleistiftzeichnung in Kombination mit der lmalerei einsetzen .  Aus dem Rahmen fallen die 120 kleinen Teil - Objekte zu Nie mehr abtrocknen ( im Zusammenhang der sich ber Jahre verzweigten Emanzipationthematik ).  Kurios erscheint bei den Gemlden aus dieser Periode die Affinitt von Rembrandt und angebrannter Hintern ( Eichner dachte hierbei nach eigenem Bekunden an die volkstmliche Redewendung : Er hat sich den Arsch verbrannt ) .  Man spricht ja auch vom Rembrandt Braun . 1979 liefert rund 15 Arbeiten,  von Tarzan - Karl Marx ( der auf einen dem Knstler bekannten ewigen Studenten aus der Szene zurckgreift ) bis zu dem folgenreichen Sujet Der Maler H.  Schlimm und dem gewichtigen Zappelphillip ( dessen erste Version bereits 1976 vorlag ) .  Ebenfalls von zentraler Bedeutung erscheint die Werkgruppe Groe Freiheit ( Steinaufheberin,  als Schwarze und Weie dargestellt,  womit sich eine vierstrahlige Perspektive der Deutungsmglichkeiten ergibt ).  Das Kraftrad liefert ein treffliches Beispiel fr den photorealistischen Versuch a la Richard Estes .  Um jene Zeit manifestieren sich sogar deutlich in den so bezeichneten weien Bildern ( man redet sogar von einer weien Periode ) jene fr die anschlieenden Jahre bis heute so wichtigen Zeichnungen ( Bleistift mit Malerei),  die sich damals noch mit relativ einfachen Lavuren begngen .  Allerdings beherrscht der Zappelphillip eindeutig als Schlsselwerk die Szene,  auch im Blick auf die Selbstdeutung des Knstlers,  die keineswegs ohne Humor geschieht.   1980 fllt das Quantum weit auf rund ein halbes Dutzend Arbeiten,  die zum Teil auf bereits behandelte Sujets zurckgreifen, wie sie zwei Jahre zuvor auftauchten Der Morgen verdrngt die Nacht oder Viola ( letzteres Thema begegnet und bereits seit den 70ern,  das erste schon 1975 ) .  1981 hat sich der Knstler offenbar gefangen .  Es erscheinen ein gutes Dutzend Gemlde,  darunter solche von bedeutendem Stellenwert : von den Varianten zur Groen Freiheit ( das Thema gibt es seit 1979 ) mit Kornfeld und Stein ber das auerordentlich wichtige Triptychon zum Thema Dynamitfischer ( mit Leuchtdioden ) bis hin zu den“ Saubermnnern und Chauvi’s letzte Fahrt . Kein anderes Jahr im Schaffen dieses Knstlers zeigt vergleichbares Zusammentreffen zentraler Werke .  Zudem ist 1981 eine Periode intensiven und ertragreichen Experimentierens mit verschiedenen Transparentpapieren .  Im anschlieenden Jahr 1982 lassen sich gleich zwei Dutzend Gemlde identifizieren .  Sie reichen von“ Zur Freude aller Deutschlehrerinnen ber Fachwerkhaus mit Luftballons und Zahnbrste ( mit collagierter Brste und nur einem echten Luftballon, die brigen sind gemalt ) und dem an Freud orientierten bervater ( aus dem vorhergehenden Jahr berkommende Thematik ) bis zu Vater und Sohn mit Ball ( Eichner - Idylle ).  Es ist dies das ertragreiche Jahr der Arbeiten auf Transparentpapier,  Zeichnungen,  Studien und Entwrfe,  aber auch der vielversprechende Perspektiven erffnende Neuschnee Thematik ( gleichsam der Gegenbegriff zu den neiges dntan ,  dem Schnee vom vergangenen Jahr ), bei der zum Teil die vom Knstler abgeschriebene Eichner - Biographie von Wolf Weipert als Bildtext erscheint .  hnlich hat Picasso die Sonette Go’ngoras abgeschrieben.   Arbeiten wie Fachwerk mit Singvogel und Die Zuflligkeit des Todes erinnern an voraufliegende Sujets . 1983 darf ohne jeden Zweifel als das bislang zweitbeste Jahr in der Kreativitts - und Produktivittskurve des Knstlers angesehen werden,  soweit die erreichbare Dokumentation dies erkennen lt . Rund 35 Bilder entstanden,  von Anfang 40 ( mit selbst- kritischer Komponente im Rahmen der fugit tempus - Thematik,  wie wir sie bereits aus frheren Epochen des Knstlers kennen ( Anfang 30 ) bis zu den Varianten der Meerkunst beim Sprachspieler Eichner ),  des Knstlers Tribut an die bestimmen weitgehend das Panorama .  Die Mischtechniken auf Transparentpapier werden virtuos weiter entfaltet .  Besonders herausgestellt werden mu das in diesem Jahr entstandene Portrait der Bonner Verlegerfamilie Grundmann,  da sich in dieser groformatigen Arbeit die verschiedenen Komponenten aus der neuen Entwicklung erzeugen .  Aber auch Themen wie Chauvi’s letzte Fahrt und Groe Freiheit werden wieder aufgegriffen .  Insbesondere bei den Akten erobert sich Eichner ab dieser Zeit berraschend neue Mglichkeiten der Umsetzung und Gestaltung .  1984 zeichnet sich im bisherigen Schaffen des Knstlers als der absolute Hhepunkt ab. Rund 60 Bilder sind bezeugt .  Die Palette erstreckt sich von verschiedenen feinnervigen und technisch Virtuosen Aktdarstellungen zur anzglich interpretierten Immenburgstrae    Bedeutung zu Imme im Sinne von Biene und Burg in der Bedeutung eines stabilen Gehuses liefert allein schon hinreichend komischen Background,  den Eichner in seine augenzwinkernde Version des Themas mit aufnehmen konnte,  bei dem fr Nichtbonner nachzutragen wre,  da sich das bundeshauptstdtische Refugium der Schnen Nacht ( und meinetwegen auch des Tages ) pikanterweise in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schlachthof etabliert hat .  Auch hier bertrifft die Wirklichkeit die Phantasie ( la relite’de’passe la fiction ).  Bereits die antike Zauberin vermochte Menschen ( damals allerdings mnnliche Wesen ) in Schweinchen zu verwandeln .  Homer kann in seinen Irrfahrten des Odysseus ein Lied davon singen,  und Helen Vita hat es in einem Song dem Vater der Abendlndischen Literatur,  entsprechend leichtgeschrzt,  nachempfunden .  Eichner hlt sich aus nahe- liegenden Grnden bei diesem aus dem Bauch von Bonn im aus- schlielich weiblichen Genre auf .  Das Werk hat Bi .  Im Fleischlichen mag das Tertium Comparantionis fr all diese Phnomene ruhen .  Allerdings enthlt sich Eichners Deutung der Dinge jedweder frivoler Fleischeslust und unterluft geschickt,  nicht ohne Sarkasmus,  den hochgespannten Erwartungshorizont des Voyeurs .  Wichtig wurden in diesem fruchtbaren Jahr sodann die Themen aus der Arbeitswelt,  Landschaften,  Frauenportraits,  Hermann Hesse - Hommagen und das bemerkenswerte Anfang 20 genannte Bild ( als Pendant zu Anfang 30 und Anfang 40 ),  das  diesmal zur Abwechslung einen jugendlichen Akt zeigt. Bei den Werken dieses Jahres berrascht insbesondere die stupende Sicherheit des Farbauftrages,  der hauchzarter Nuancen fhig scheint ( etwa im mehligen Charakter der Bcker ).  Ab und zu werden Acrylfarben mit Bleistift und Wasserfarben kombiniert,  so im Winter ,  der sich heute im Besitz der Westdeutschen Landesbank befindet .  Die unregelmig gerissenen oder geschnittenen Papiere,  der Reit des Fragmentarischen,  locken das Auge des Betrachters,  bescheren ihm bisweilen geradezu kulinarische Ergebnisse . Der in mancherlei Funktion durch des Knstlers Oeuvre wandelnde Kubus,  auch als edler Kontrapunkt zum  umgebenden Chaos ( Eichner zitiert in einem seiner Werke den bekannten Satz : Nur Idioten halten Ordnung,  das Genie beherrscht das Chaos . ) ins Blickfeld gerckt,  erscheint hier in nochmaliger Verdichtung und Umsetzung als _ Stein aus dem Mehlemschen Haus ( in Bonn Beuel,  direkt an der Brcke ) mit Legende im Bild .  Auch hier beeindruckt die nachgerade altmeisterliche Bravour der Maltechnik .  Auerdem werden in diesem gleichen Jahr 1984 die Dynamitfischer variiert und Meerkunst fr Bonn proklamiert .  In der neuen Version der Dynamitfischer verblfft die raffinierte Lasurtechnik mit Diamantstaub,  wie Eichner sie mitunter auch den Akten angedeihen lt .  Noch strker beeindruckt indessen der Selbstbezug .  Nach Eichners Worten sind wir alle Dynamitfischer,  helfen krftig mit bei der Zerstrung bewohnbarer Welt,  die wir mit Flei ihrer Wirklichkeit berauben .  Im gegenwrtigen Jahr 1985 erwecken manche Eindrcke den Anschein,  als befinde sich Eichner,  der listen und einfallsreiche Odysseus und Don Quichote zugleich des nachkriegsdeutschen Realismus und seiner mannigfaltigen Weiterungen,  wieder einmal in einer schpferischen Krise,  aus der er zielstrebig und kraftvoll einen Ausbruch sucht .  Bis zum augenblicklichen Zeitpunkt waren bereits 20 Gemlde nachweisbar,  vor allem Studien,  Fachwerkhuser ( insbesondere als verfallende,  unbewohnte Variante,  wie sie auch schon frher einmal bei diesem Knstler berraschen konnte ),  Landschaften Neuschnee - Abwandlungen ( bemerkenswert in diesem Zusammenhang die Sprachschpfung Weltum aus Umwelt ).  Mit Bedacht werden Landschaften Scham- Gegenden getauft .  Eichner empfindet Scham ber das,  was der Mensch,  dieses noch nicht festgestellte Tier ( Nietsche),   von dem Goethe meinte : Er hat Verstand und braucht’s alleine,  nur tierischer als jedes Tier zu sein . ,  mit der Natur anrichtet .  Das Kreuzwegthema taucht gleichfalls wieder auf und erinnert formal an die Straenecken und vergleichbares aus vorauf- liegenden Jahren .  Die Kaffeepausen - Thematik erweitert sich um die Variante Vater und Sohn mit Ball ( mit Goldstaub gehht : Der Betrachter assoziiert unwillkrlich bestimmte Slogans der Kaffeebranche . ) Als neues Material werden echte Tesakrepp - Streifen in die Werke eingebaut .  Placet experiri .  Wie sagt der alte Thomas Mann so schn ( Tochter Erika hat es berliefert ) : Es scheint,  als sei mit dem Menschen ein Experiment angestellt und als hinge es nur von ihm ab,  ob es gelingt oder nicht .  Wir wissen zwar nicht,  ob es so ist ; aber es wre gut,  der Mensch verhielte sich so,  als ob es so wre . Die Versuche Eichners konzentrieren sich auf jene geheimnisvolle Dialektik von Form und Inhalt,  die ihn seit seinen Anfngen beschftigt hat .  Man darf gespannt  auf den Ausgang seiner neuen Versuchsreihen und Erprobungen auf dem Prfstand hoffen .  Der Eichner wird uns nicht enttuschen oder im Stich lassen .  Ein Knstler mit einem solchen Fundus,  reich ausgestattet mit kreativer Intelligenz,  ist immer fr eine grandiose berraschung gut .  Die deutsche Kunstszene kann auf die schpferische Potenz und knstlerische Redlichkeit dieses von Brio und Verve getriebenen Wirklichkeitsfanatikers nicht verzichten .  Die Frage nach der Wirklichkeit der Kunst ist zugleich die Frage nach der Wirklichkeit der Natur .  Kunst kann Natur nie einholen,  sie lebt von ihr .  Wir mchten schlieen mit einem leicht vernderten klassischen Diktum : Auch wenn man die Kunst mit der Mistgabel vertriebe,  sie kehrt doch immer wieder zurck .    Dr.  Tuchel,  Bonn 1985

1986
RUHR NACHRICHTEN
von Charles Rump ber eine Ausstellung von H . Eichner im Museum Ratingen
groformatiges farbiges Plakat mit ausfhrlichem Text . 
Die Kraft des Gegenstndlichen ist noch ungebrochen - weder die abstrakte noch die konzeptuelle Kunst haben daran etwas ndern knnen . 
Im Museum Ratingen stellte ein realistischer Knstler aus : Hellmuth Eichner,  einer der originellsten Realisten die es gibt  . 
Man kann den Eichner in eine Reihe stellen mit so kompromisslosen figurativen Knstlern wie Malte Sartorius,  Jan Peter Tripp oder Klaus Vogelsang  . 
Es gibt Dinge,  die den Eichner bewegen,  die auch bei den genannten Themen und Probleme sind  . Es gibst aber Sachen,  die sich eben nur beim Eichner finden und das macht sein manchmal erfrischend erschreckend Natur - realistisches Werk so anziehend  .
Da bei Hellmuth Eichner der Gegenstand nicht Selbstzweck ist,  zeigt sich in seiner malerischen Behandlung . Bei den Figuren liegt der Akzent oft im Gesicht dort ist die malerische Behandlung so dicht,  da man glauben knnte,  der Maler wollte dort alles nachholen,  was er in anderen Partien ausgelassen hat . In seinen Groformaten formuliert Eichner kritische Kommentare zur Zeit  . 
Jenseits einer ideologischen Festlegung sind die Verbindungen von Text und Bild auf der Leinwand,  wie sie im Ratinger Hauptbild,  dem Triptychon   Kunst und Arbeit,  keine Gegenstze   bestimmend sind . 
Dieses Triptychon ist eine Leihgabe des Bonner Postministeriums .
In einer Tafel sind handwerkliche Maler am Werk in einer Pause haben sie eine Wand bekleckst  - mit einer zuflligen Kreuzesform . Diese kleine Kreuzigung oder auch zwischendurch sind sie Knstler“ ist einer der vielschichtigsten Kommentare zu den gegenseitigen Beziehungen von Kunst als freier und   Arbeit   als unfreier Ttigkeit.   Die zweite Tafel,  mit dem bissigen Titel Deutscher Gewerkschafter,  den Kontakt zur trkischen Basis suchend , deutet die Figur des strahlenden Arbeiterhelden,  den wir aus der Malerei kennen,  bissig um . Der Eichner baut Symbolketten aus,  Gegenstnde und Figuren geraten durch ihren Ort in der sthetischen Ordnung des Bildes in einen ihre Existenz erhhenden symbolischen Bezug zueinander In jngster Zeit malt Der Eichner Bilder auf Transparentpapier  durch den das Licht hindurchdringt und von der weien Unterlage her wieder zurckstrahlt   
1986
Dem Bedrfnis nach System auf der Spur
W.   Z vom 4.  11.  86
Die Visualisierung traditioneller Tonarten ist das Hauptthema einer Bilderserie der Knstlerin Rune Mields . Die etwa 20 Arbeiten unter dem Titel de Musica sind ab Sonntag im Ratinger Stadtmuseum zu sehen,
gleichzeitig wir die Ausstellung des Bonner Realisten Hellmuth Eichner erffnet,  Rune Mields zhlt zu den Knstlern,  die dem Bedrfnis des menschlichen Geistes nach grundstzlichen Ordnungssystemen nachspren . Seit den 70er Jahren schon befat sie sich mit mathematischen Systemen,  deren Ablufe sie mit ihren Bilderserien fr den Betrachter fixiert .
Die Arbeiten von Hellmuth Eichner stehen unter dem Thema   Kunst und Arbeit - keine Gegenstze .  In  einem groformatigen Triptychon hat sich der Knstler mit Wesen und Wandel der Arbeit in den 6oer, den 70er und den 80er Jahren auseinandergesetzt . 
War zur Zeit der Vollbeschftigung im Bereich der Arbeit noch Zeit zum Protest und kreativer Auseinandersetzung mit dem Beruf,  wandelte sich dies in den 70er Jahren zur durchverwalteten Arbeit mit beginnenden Entfremdungserscheinungstendenzen von Arbeiterschaft und Gewerkschaft und seine Bilder enden schlielich mit einer Zustndlichkeitsbeschreibung der Arbeit,  wie sie sich durch einbrechende Mrkte und Arbeitslosigkeit der 80er Jahre ergeben hat. 
Eichners Auseinandersetzung mit diesem Thema stie mittlerweile auch bei den Behrden auf Interessen, die Deutsche Bundespost erwarb dieses Triptychon, 600 x 200 cm,  fr das neue Postministerium in Bonn .
1986
DIE WELT
Lob der Meister mit schnen Bildern
Neue Bildbnde ber  Miro,  Eichner und Klusemann
Der Eichner oder die Frage nach der Wirklichkeit,  Bouvier von
Hans Tuchel: Der Bonner Maler Hellmuth Eichner 
Obwohl in der Darstellungsform des Realismus verpflichtet, bevorzugt in der Komposition seiner Bilder die Collage scheinbar unzusammenhngende Personen und Gegenstnde. Die Wirklichkeit, die Detailgenau wiedergegeben wird,  verfremdet der Maler durch Rahmungen unvollendeter  Teile oder durch Anamophosen  . Die Titelfrage nach der Realitt des Realismus .  Obwohl Hellmuth Eichner in den Titeln gelegentlich Sozialkritisches anklingen lt,  sind seine Bilder keine gemalten Botschaften . Anderenfalls fehlen ihnen, obgleich sie meist in hellen Farben gemalt sind,  alles Freundliche und Gemtvolle,  was eine spontane Zuneigung auslst.   Sie geben sich rtselhaft und der Betrachter mu entscheiden,  ob das nur eine Attitde ist oder ob es Verborgenes zu entdecken gibt .
1987
EXPRESS
von Edinger
So groes Gedrnge gabs noch nie in der Buchhandlung Rhrscheid : Vierhundert Gste drngten sich um den Bonner Knstler Der Eichner und um sein riesiges Gemlde   Das Abendmahl   welches vor einem originalen Roulette Tisch aus Bad Neuenahr gezeigt wurde  . Und mit diesem Tisch hatte es folgende Bewandtnis :
Der Eichner nmlich hat auf seinem Bild Jesus als Punk am  Spieltisch dargestellt, klar, da an dem Abend ber diese ungewhnliche Abendmahls Sicht diskutiert wurde .  Es flogen die Fetzen,  klar war auch,  da die bekannte Ordensfrau und ehemalige Kabarettistin Isa Vermeeren (Wort zum Sonntag ) kein gutes Haar an dem Bild lie,  doch das lt den Knstler kalt. 
Spter durfte noch am Spieltisch gesetzt werden . Eichner hatte Grafiken als Gewinne spendiert  .
1989
Sturz der Gtter ? Vaterbilder im 20 .  Jahrhundert                                  
Suhrkamp Verlag,  Dr.   Charles Rump  - Mit zwei Abbildungen
Buch  
In der weiteren Entwicklung schlielich wird sogar der bervater nur noch zu einem Zerrbild im wahrsten Sinne des Wortes : Der Eichner hat den bervater 1981 zum Bildthema gemacht .
Eine verzerrte,  in autoritrer Pose wiedergegebene weihaarige
und hornbebrillte Mnnergestalt tritt dem Betrachter entgegen,  ohne ihn jedoch direkt anzusehen. Vielmehr wird der Betrachter    nur“  Zeuge des Entgegentretens,  das dadurch inhaltlich im Sinne einer abstrahierenden Verdeutlichung aufgewertet wird. Bewut unklar bleibt,  weshalb dort wer eigentlich so auftritt :  Die Mnnergestalt kann ein Vater ebensogut sein wie ein Ersatz - Vater  - etwa ein Psychotherapeut . Die Bezeichnung bervater weist auf den Ironiecharakter der Darstellung hin,  die Verzerrung,  ein hufiges Stilmittel des Eichners   unterstreicht die inhaltliche Verkehrung . 
In der Version von 1982 ist nunmehr der Mnnerkopf in der rechten Bildhlfte zu sehen,  whrend links eine bewut beziehungslos dazugesetzte Gestalt einer jungen Frau die Funktionslosigkeit des bervatertums und damit letztlich des Vatertums verdeutlicht   in der gesellschaftlichen Entwicklung des Menschen heute wird der Vater schon frh zur entrckten,  bruchstckhaften Erinnerung. Andererseits hat gerade Der Eichner auch ein sehr anderes zeitgenssisches Vaterbild formuliert. In den Bildern Kaffeepause und Vater und Sohn mit Ball finden wir die Darstellung einer Art Idylle,  die nahezu einen Brckenschlag ins Biedermeier bedeutet . In der Kaffeepause hlt der Knstler,  zwar wenig erbaut,  doch in unerschtterlicher Ruhe bei einer Unterbrechung der knstlerischen Arbeit den lauthals schreienden Sohn auf dem Scho. Die Beischrift   Wie weit geht die Liebe habt die Darstellung aus dem privaten in den gesellschaftlichen Bereich . Sie verbindet den menschlichen Vater mit seinem Kinde auf der einen Seite mit dem Knstler als Vater seiner Bilder auf der anderen Seite und stellt die Frage nach der Rolle,  die beide spielen. 
Das Kunst - Thema ist hier aber nur ein Unter - Thema  - entscheidend ist die Frage nach der auch gesellschaftlich bestimmten Vaterrolle des biologischen Vaters,  der heute in dem Mae    mtterliche Ttigkeiten bernommen hat,  in dem die Mtter    ins feindliche Leben hinausgegangen sind . In dem anderen Bild sehen wir dem frhlichen Freizeittreiben zu. Hier ist der Vater aus dem Blickwinkel der Verwirklichung seiner allmhlichen Rolle wiedergegeben,  gleich so,  als sei das Ideal des Homo Luden verwirklicht.  Der Pater familias der Vergangenheit ist der Spielkamerad seiner Kinder, - deutlicher ist das Bild des Daddy in einer aus dem Alltglichen geborenen Selbstverstndlichkeit nicht darstellbar.
1989
GENERAL ANZEIGER mit einer Abbildung
  Pergamentpapier im Ministerium
Ein Bild des Bonner Knstlers Hellmuth Eichner hngt seit einigen Tagen im Arbeitszimmer von Minister Norbert Blm . Eichner zhlt zu den wichtigsten Vertretern in der Realismusszene der Bundesrepublik . Das Bild - in diesem Jahr entstanden - stellt einen arbeitenden Menschen dar,  lebensnah,  mit einem fast heiteren Unterton,  ohne jedes Pathos und erhobenen Zeigefinger. Auf Butterbrotpapier ( 160 x 160 cm  ) ist es beidseitig bemalt und verdeutlicht schon auf diese Weise , da es Kunst mitten aus dem Leben ist. 
Aus diesem Grund auch hat sich das Bundesministerium fr Arbeit (BMA) fr das Gemlde entschieden :  Zwar sei es nicht die eigentliche Aufgabe des BMA , Kunstfrderung zu betreiben . Doch bildeten Arbeitswelt und Kunst keine Gegenstze. Vielmehr suche die Arbeit ihren Ausdruck in der Kunst. Zudem stellten beide den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Ttigkeit. Die jhrlichen, fr kulturelle Zwecke gedachten Mittel allerdings sind bescheiden . Ganze zwei Prozent des Haushaltstitels, etwa 6000 bis 8000 DM , drfen pro Saison verwandt werden . Die Mglichkeiten also , in deren Rahmen Bilderkufe oder die knstlerische Gestaltung des Hauses entscheiden werden knnen , bewegen sich in engen Grenzen .


BILD ZEITUNG
  Wie Saubermnner gegen Saubermnner kmpfen
von Thomas Reimann
Die Mnner sind nackt, ihre Jagdgewehre lehnen an der Wand im Bonner Viktoria Bad. An der Glastr die Schrift Vorreinigung Mnner Zigarettenkippen bedecken massenhaft den Boden. Jeder der Mnner macht Dreck , aber alle haben sorgfltig die Seife auf ihrer Handtcher gelegt.
Ein Szene, die der bekannte Bonner Knstler Hellmuth Eichner, 44, in seinem groformatigen Gemlde DIE SAUBERMNNER , 280 x 18o cm festgehalten hat. Ein Bild , das in einem kleinen idyllischen Ort im Bergischen fr Emprung sorgte.
  Sauerei, Pornographie wurde Galeristin Roswitha Tittel  40,  in Rsrath Hoffnungstahl vorgeworfen. Sie hatte die Saubermnner  (Preis : 29000 ,- DM ) im Fenster ihrer Galerie ausgestellt. Nachts beschmierten selbsternannte“  Saubermnner das Fenster:“  Saubermnner raus fr ein sauberes Hoffnungstahl , konnte man morgens lesen. Frau Tittel vor allem Mnner um die Fnfzig reagieren sauer, wenn sie die Saubermnner sahen
Psychologe Peter Tittel: Die unterschwellige Homosexualitt zwischen den nackten hat wohl viele Hoffnungsthaler verunsichert.  
Nicht nur die: 1985 stand das Bild im Schaufenster der Buchhandlung Rhrscheid in Bonn. Einige Politiker und Richter glaubten sich wiederzuerkennen - setzten Buchhndler Grundmann unter Druck . Der nahm das Gemlde wieder raus und stellte eine blaue Kuh ins  Fenster mit dem Titel: Besser so? .
1990
Leserbriefe im KLNER STADT ANZEIGER v 27. 6. 90
Jedem Knstler sei gestattet, sich so auszudrcken, wie er es will. Man sollte vielleicht nur berlegen, welches Kunstwerk man ffentlich zu Schau stellt und welches nicht. Der Brger hat ein Recht darauf, seine Gefhle zu schtzen. Der eine ist sensibel, der andere hart im Nehmen. Das sollte man in der Kunst beachten. Meist findet man im Kunstwerk irgendwie den Knstler wider. Vieles wird ja auch nur gemacht, um sich zu profilieren.
Ich habe zum Beispiel nichts gegen nackte Mnner - nur wenn sie widerlich sind, frage ich mich , ob ich sie mir ansehen mu. Die Offenheit zur Sexualitt macht vieles kaputt 
Lilli Balg Baur , Rsrath
1990
Text von Frau Dr. Petra Rapp Neumann anllich einer Ausstellung in der Friedrich Naumann Stiftung
Wahre Kunst ist  khn und einfach. Das Khne ist das Einfache in der Kunst. Aber das einfache ist schwer .
Diese so zeitlos gltigen , wahren Worte des deutschen Lyrikers und Erzhlers Rudolf G. Binding sind bewut an den Anfang dieses Textes gesetzt , der sich  mit der Person und dem Werk des deutschen Malers Hellmuth Eichner , begleitet zu seinen Bildern , beschftigt. Bewut und aus gutem Grund. Ist doch gerade dieser Maler einer der heutzutage allzu wenigen - und  man mag sie durchaus als Glcksflle“  fr die Kunst apostrophieren - , die sich nicht in mglichst abstrakter , mglichst unverstndlicher , nichtssagender Titelrolle und erschreckend aussageschwacher Unverbindlichkeit ben und die sich nicht selbst gerne in immer fernere , elitr geglaubte Hhen entrckt sehen. Ganz im Gegenteil.
Der Eichner , mit welchem ebenso kernigen wie prgnant - volkstmlichen Knstlernamen er seine Werke unverwechselbar signiert , ist ber Jahre , ja Jahrzehnte hinweg unbeirrt seinem Stil , sich selbst und nicht zuletzt seinem Publikum treu geblieben.
Das hat Vor - ebenso wie Nachteile. Und beides macht ihm das Leben als Knstler und hier wiederum als einem der wenigen , die tatschlich schon 20 Jahre lang von ihrer Kunst leben , die Bilder als auch verkaufen mssen , keineswegs leichter. Der Vorteil, da er es geschafft hat , sich mit seinen eigenwilligen , nonkonformistischen Bildern aus der breiten und stetig anwachsenden Masse abstrakt - unverbindlich malender Zeitgenossen wohltuend und augenfllig herauszuheben , keine kurzlebige Eintagsfliege in der Kunst , in gewisser Weise sogar arriviert und mit einem oft neidisch beugten und bespttelten Hauch von Luxus umgeben zu sein - dieser Vorteil , allen nicht geringen Anfeindungen zum Trotz am einmal fr richtig befundenen Weg festgehalten zu haben , bringt den nicht zu unterschtzenden Nachteil mit sich , fr die heutzutage verantwortlich zeichnenden Kunstmacher  weitgehend persona non grata zu sein , nicht fr preis - oder stipendiumswrdig befunden zu werden. Seine Art zu malen ist eben nicht in, jedenfalls nicht in den Kreisen, die in der Kunst das Sagen haben. Selbstverstndlicherweise rgert ihn das.
Und fairer mag es auch nicht sein. Aber sei’s drum :  es spricht fr Eichner , das er , achselzuckend und mit Wut im Bauch zwar , aber dessen ungeachtet seinen Weg weitergeht , nicht nach trendgemen Modestrmungen in der Kunst schielt , sich nicht in katzbuckelnder Liebediener bt , sondern schlicht das macht , was er machen mu. Wobei ihm der anhaltende Erfolg durch seine treue Sammlerschaar, recht gibt. Es sind nicht viele, aber treue Sammler, die ihn seit Jahren untersttzen. Von den angesprochenen Kreisen entdeckt werden, ganz gro ‘rauskommen  kann er schlielich immer noch - jung genug ist er. Und der Ruch des nimmermde fr Sensationen, fr Anstigkeiten in der Kunstszene sorgenden  Enfant terrible , der ihm jahrelang gleich einem Etikett vorauseilte , schwcht sich doch allmhlich ab.
Dabei haben es die Eichner Bilder nach wie vor in sich. Um zum Anfang zurckzugehen: Hellmuth Eichner hat einmal den schnen Satz geprgt  Alle guten Bilder sind einfach Und also, um bei Binding zu bleiben , auch khn. Die Khnheit liegt in der aufrichtigen Einfachheit der Bildaussage, die keiner langatmigen Erklrung bedarf , keine angestrengten Bemhungen ntig hat , um wirkungsvoll zu sein. Durch diese schwer zu erreichende, unmittelbar ins Auge des Betrachters springende, khne Einfachheit zeichnen sich die Arbeiten von Hellmuth Eichner - unter anderem aus. Wenn er lakonisch konstatiert: Kunst mu sich auf dem Klo behaupten knnen, nicht nur im Museum , so ist anzumerken, da seine Bilder eben das knnten. Begonnen hat das alles eher bescheiden:
Ein bichen Wunderkind , stellte Eichner mit gerade 19 Jahren als Autodidakt dreimal in schneller Folge aus , wobei Gruppenausstellungen unter dem Titel  Traum und Wirklichkeit   in der renommierten Klner Galerie Gmurzynska 1966/67 zweifellos die bedeutendste. Hier lernte Eichner , prgend fr seine knstlerische Karriere , auch die allzu frhe Vermarktung durch geschftstchtige Galeristen kennen - abschreckend genug , um spter fr lange Zeit seine  Belange selbst in die Hand zu nehmen , wobei er sich als beraus versierter Kaufmann erweisen sollte : Das heit aber noch lange nicht , da ich deshalb ein schlechter Maler bin . Seine Frhwerke , die man weitgehend den Surrealismus zuordnen kann , wie die Seele , INRY , und das Selbstportrait in der Glaskugel , prsentierten sich bester Gesellschaft zwischen Arbeiten von Bellmer , Brauner , Dali, Delvaux , Magritte , Miro’, Ernst und Picabia und sorgte in ihren selbstanalytisch - grblerischen , religise Inhalte und christliche Symbolik hinterfragende Haltung bereits fr einiges Aufsehen.
Ein Jahr spter nahm der junge Eichner das Studium an der Fachhochschule Kln bei Kadow , Marx und Will auf , wurde jedoch mehrmals vom akademischen Unterricht ausgeschlossen , wegen angeblich obsznen Inhalt seiner Bilder , bis er schlielich enttuscht an die Dsseldorfer Kunstakademie zu Beuys und Sackenheim berwechselte. Offensichtlich war Eichner bereits in jenen Tagen weit voraus und stie mit seiner kompromisslosen Hinwendung zum Neuen Realismus  und der Entwicklung seiner spezifisch kritisch - analytischen Formensprache auf Unverstndnis, sogar auf Feindseligkeit. Unbequem war dieser Maler damals auch schon bei seinen Knstlerkollegen Klauke und Bonvie , er war keiner der sich anpate oder unterordnete , vielmehr einer , der kess wieder den Stachel lckte. Ein Knstler mit erstaunlicher Zivilcourage , der sich sogar auf der Klner Kunstakademie mit Protestbriefen gegen Vetternwirtschaft unter Professoren wandte Zivilcourage einst als einsamer Rufer in der Wste unverstanden , miachtet , milder belchelt und als hoffnungslos reaktionr eingestuft auf Grund seiner prononcierten Vorliebe fr das Formenvokabular des kritischen Realismus.
Inzwischen - und aus den nmlichen Grnden , aus denen er damals abgelehnt wurde - ist er lngst zu Ideenreichen und phantasievollen Trendsetter und zum hoffnungstrger einer im brigen wenig Neues bietenden Kunstszene geworden. Gilt der Prophet im eignen Land schlielich doch etwas? Fr die Kunst unserer Tage , die auch hin und wieder frischen Wind brachte , der durch verkrustete , festgefahrene Strukturen fegt , wre es nur zu wnschen ! Und am Rande sei an dieser Stelle vermerkt, da dieser Protagonist beinahe photographisch realistische Bilder natrlich auch abstrakt arbeiten kann : dafr mgen  die jngst entstanden , bewutlos , wie er es nennt,   gemalten Werke , als nachdrcklicher Beweis gelten. Auch hier erweist sich Eichner als ein Knstler , der wei , wann ein Bild fertig ist , wann jeder weitere Pinselstrich des Guten zu viel wre. Durch hnlich traumtnzerische Sicherheit zeichnete sich auch Eichners Oeuvre der spten sechziger Jahre aus , in dem sich allmhlich jene typischen Aspekte ausprgten , die fr die Folgezeit werkbestimmende Bedeutung erlangen sollte. Auf bis zum heutigen Tag grlich beeindruckende Weise vermitteln grotesk bersteigerte aufgeblhte,  in ihrer berdimensionitt allenfalls an Botero oder Modiglianis tuberkulse Kindergesichter erinnernde Wasser oder Krbiskpfe auf geradezu lcherlich zwergenhaften drren Krperchen den suerlichen Eindruck von   lebendigen Tot sein : Zombies a’la Eichner. Erschreckend greisenhafte Zge im Maskenhaft unbeweglichen , erstarrten Gesicht von wchserner , durchscheinenden Blsse lassen melancholische - hilfloses Erstaunen dieser deformierten Geschpfe , frustrierte Unglubigkeit , zugleich aber auch kreatrlich - wollstiges wittern voll lauernder Gefahr  und verborgenen Aggressionen erahnen. Bis heute unverndert stecken diese unter den scheinbar glatten Oberflche grenden und brodelnden Gefhle , dieses  subtil  unterschwellige Ahnen , dieses sensible Aufspren nahender Katastrophen in Hellmuth Eichners Bildern sprbar , bedrohlich sprbar drin fr den , der sich die Mhe macht , genau hinzuschauen , und fr den , der Antennen hat fr verborgene Bildaussagen.
Doch nicht nur das Sichtbare fasziniert den Knstler. Er hat auch ein einfhlsames Gespr fr die Feinheiten der Sprache und jene stumpfsinnig - trivialen, unreflektiert bernommenen und implizite gefhrlichen Gemeinpltze und rhetorischen Metaphern des Alltglichen. Mit Bildtiteln Wir sind Deine frhliche Jugend Europa“  , Unser Junge soll Schlosser werden Wir wissen genau , da da ein Unfall passiert ist ,“ Hab mich lieb ,“ Unsere Nachbarn , und vielen anderen mehr unterstreicht der Eichner seine bedrngend intensiv gebte Gesellschaftskritik jener Jahre ebenso nachhaltig wie wirkungsvoll. Zynismus ist diesen aufwhlenden Bildern, die an Aktualitt nichts verloren haben, ebenso fremd wie dramatisches Pathos. Die Grundhaltung ist eher eine unbestimmte Trauer , die sich nicht in bersteigenden Gesten uert und gerade deshalb so beeindruckt und sich fatalistisch - ergeben ausdrckt in mehrmals wiederkehrenden Stzen wie , es ist so , liebe Schwester. Es ist eben einfach so , und es ist bis heute so , da sich die Menschen vom Unglck der anderen unttig abwenden , keine Hilfe leisten , den Verkehrsunfall zwar neugierig begaffen , schlielich sich umdrehen , um das Unglck nach Mglichkeit verdrngen und vergessen zu knnen : ein in unseren Straen tagtglich zu erlebendes Bild. Menschen bedrohen einander durch Fremdheit , uern bestenfalls sexuelle Wnsche , und das eher heimlich verschmt , sozusagen in Schlsselloch - Perspektive , wie im Bild Der weinende Ministrant Qulend hintergrndige Bilder sie alle: der Sprachspieler Eichner nennt vererbte Vorurteile beim Namen , scheut vor Tabus nicht zurck , ruft betroffen machende Alltagsvorgnge und kleine Tragdien der Isolierung und der Sprachlosigkeit ins Bewutsein des sich ertappt und erkannt fhlenden Betrachters. Sichtbares offenbart geheimen Hintersinn, Triviales wird entlarvt , althergebrachte Sinnsprche als ihren Inhalts entleert dekuvriert . Kein Wunder , da Eichner in der Kritik des Klner Stadt Anzeigers vom Mai 1969 als Glcksfall fr die Klner Kunstwelt bezeichnet wurde - und da er 1970 am Rhein Tiber Preis in Rom teilnahm , gerade 24 Jahre alt. An seinem sozialkritischen Ansatz mit bitterer Se und anmutiger Tragik hat sich seitdem im Grunde nichts gendert. Aggressivitt ist durch Feinnervigkeit ersetzt , der erhobene Zeigefinger , ohne den manch anderer , will er Kritik  ben , nicht auskommt , durch wache , unruhige Intelligenz und bestrzende Hellsichtigkeit : man denke nur an die Mutterschaft aus der Retorte , inzwischen lngst heftig diskutierte Wirklichkeit geworden. Eichners kopflastige Twentypen in ihrer puppenhaften Regungslosigkeit , den blicklosen und doch so sprechend vertrumten Augen und dem erstarrten , persifliert nichtssagenden und doch so beredtem Lcheln , sind zudem vor monochrome Hintergrundflchen einerseits und kulissenhaft unterkhlte Landschaften und Architekturen zumeist lndlicher Provenienz gestellt : treffsicher steht gemtlich - behbiges Fachwerk synonym fr altdeutsches Kulturgut , buerlich - bodenstndig und doch voll lauernder Schatten und druender Winkel. Herausforderung , die liebgewordene und lngst ad absurdum gefhrte Vorstellung von sauberer , heiler  Welt  in  deutschen  Wohnstuben  zu  korrigieren. Provinzielle , Beschrnktheit  allberall .Mit den  Jahren  gewann  Hellmuth  Eichner  zunehmend an technischer Sicherheit  gedanklicher Przision und Klarheit der Themenstellung Die spektakulren Anfangserfolge reiften zu solider knstlerischer Basis und - ohne hier in eine abwegige ber - Interpretation pro domo abzugleiten - zu einer gewissen Meisterschaft Eichner nahm Abschied von seinen mandelugigen Wasserkpfen  wandte sich dem Thema berflugesellschaft mit all ihren Auswchsen , den Zwngen des Kunstbetriebes , der Klrung des Unterschiedes zwischen Anstreicher und Kunstmaler zu , blieb dabei aber sich selbst und seinem Stil , seinem gesellschaftspolitischen und gesellschaftskritischen Anspruch treu dem Jahrhundert des kleinen Mannes gilt nach wie vor sein Augenmerk , den liebenswerten Alltagsclowns , denen die Flucht in die Narrheit der einzige Weg zur Bewltigung des Lebens zu sein scheint , seine mitfhlende Sympathie. Mit analytischem Blick und , wie er selbst sagt ,“ seismographischem Gespr fr die Erschtterungen , die verhngnisvollen Fehler , die hereinbrechenden Katastrophen der Menschheit gelingt es ihm bis heute und immer eindrucksvoller , seine oft genug bestrzenden und erschreckenden Themen in sensibler , entlarvender , formal ausbalancierter , inhaltlich durchdachter und ideenreicher Weise zu berzeugende knstlerischer Gestalt in seinen Bildern zu verdichten Er vermeidet sthetisch - dekorativen berschwang ebenso wie anklagende Besserwisserei , den oberlehrerhaft erhobenen Zeigefinger ebenso wie billige , aufdringliche Direktheit
Er ist dem Zeitgeist auf der Spur und unerbittlich auf den Fersen und verkrpert unser aller schlechtes Gewissen gegenber unseren Mitmenschen und vor allem gegenber der geschundenen Natur in seinen Bildern. Er ist der leider seltenen Fall eines Malers , der fr den thematischen Anspruch und die formale Bedingung zu dessen knstlerischer bersetzung den fast totalen Einklang , die beinahe vollendete Synthese von Inhalt und Form gefunden hat Er malt keine dekorativen Vexierbilder und keine dilettantische Revolution , bietet weder bertrieben begeistertes Pathos noch fade , degoutante , langweilige Maulerei Er demonstriert mit den Mitteln seiner Kunst gesellschaftliche Mglichkeiten und zeigt Grenzen auf mit eben jener bitteren Se , die saures Aufstoen verhindert Seine Mittel der Verfremdung stehen zwischen Surrealismus und phantastischem Realismus , ohne da er der einen oder anderen Richtung klar zugeordnet werden kann Die Zeichen in Eichners Bildern entstammen keiner rtselhaften berwirklichkeit oder absurden Traumwelt Seine Figurationen verlassen nie ihren realen Bezug , ohne in Schablonen oder Klischee abzurutschen Mit heiterem Ernst und in subtil ausbalancierter berspitztheit stehen Eichners Bilder , symbolhaft , allegorisch , steht jedes einzelne fr eine originelle , knstlerisch voll ausgeprgte , jedoch nicht ausgereizte Handschrift
Seine Form des neuen Realismus hat keinerlei Amerikanismen , sondern ist speziell und spezifisch deutsch , nicht knallhart , nicht bsartig , aber mit ausgeprgtem Mut zur bissigen Emotionalitt , wie etwa im Triptychon Das Abendmahl 560 x 155 cm , von 1986 bis 1988 , welches Jesus als Punk , die Jnger als Esels oder Schafskpfe und Judas als Croupier zeigt , der Jetons ber die biblische Tafel schiebt : eine Arbeit , die den Bereich der Blasphemie fast streift ; aber auch zu eigenstndigem Weiterdenken anregt und legitim ( obschon man geheiligte Glaubensstze gefhrdet und desavouiert sah ) gegen die allzu bequeme Vermutung einer prstabilisierten Weltharmonie und Himmelsordnung polemisierte Nicht minder empfindliches Unbehagen schaffen die Saubermnner , die ins Duschbad , das allein schon bse Erinnerungen an unheilvolle und noch lngst nicht bewltigte deutsche Vergangenheit weckt , ihre Gewehre mitnehmen : allzeit bereit , immer wehrhaft , dem Frieden keine Chance Eichner rebelliert auf seine Weise gegen alte Zpfe und allzu wohlfeile , bieder - schleimige Wohlanstndigkeit , gleichermaen unruhig und beunruhigt. Mit dem Bild  Wir kommen wieder , jngst entstanden , der Studie eines alten Nazi mit jovial - falschem Lcheln , dazu angetan , etwaige Zweifel sanft einzulullen , greift Eichner das nmliche Thema erneut auf , brillant und im Zeichen aufkeimender Erfolge der Republikaner von besonderer Brisanz Eichner ist spontan , direkt , unverstellt - und darum so angreifbar Dieser Knstler bewahrt sich einen freien Blick und ein offenes Ohr und hat , wie einmal treffend formuliert wurde , das Herz im Griff und den Pinsel auf der Zunge . Tabus legt er schockierend ehrlich und schonungslos aufrttelnd in all ihrer Perversion blo , mit eminent satirischer Begabung , technisch ausgefeilt , realistisch und doch skurril - dekadent und mit dem Mut , gegen den Strom und gegen Tagesmoden , in der Kunst wie im Leben , zu schwimmen Er provoziert , ohne in agitpropmige Direktheit zu verfallen , stellt latente Bedrohung und immanente .
Abhngigkeiten intim und doch gelassen - distanziert dar , ergeht sich in zahlreichen Anspielungen und gezielten Anzglichkeiten , ohne jedoch letztlich das Geheimnis der Form , der Magie , allzu offensichtlicher Transparenz preiszugeben. Sein Kunstbegriff ist breit gefchert und weit gefat , bezieht zeitgeme auermalerische Techniken , wie etwa Objekte , die oft auch in Bilder integriert sind , ein. Sein knstlerischer Ansatz wie sein innerster Antrieb blieben ber die Jahre hinweg unverndert zutiefst moralisch - und damit menschlich. Eichner ist ein Mitbetroffener , ein Mitleidender , den menschliches Unvermgen oder Ignoranz , wie es sich unter anderem am Raubbau an unserem Planeten manifestiert , bis in die Grundfesten seiner Existenz , seines Menschseins erschttern Umwelt wird in Weltum verkehrt , die Welt wird auf den Kopf gestellt , was nichts an der Tatsache ndert , da wir alle diese Welt , diese Wirklichkeit nicht verlassen knnen In Eichners Augen sind wir alle gleichsam Dynamitfischer , die mit dem Feuer spielen , indem wir auf vielfltige Weise , etwa durch Tourismus und seine nicht mehr vom Erdboden tilgbaren Spuren , beim Zerstren der Welt , in der und von der wir alle leben , krftig , sei es wissentlich oder einfach unachtsam , mithelfen Wir alle , ohne Ausnahme , hufen Kulturmll  zuhauf aus ( 200 x 200 cm ) Strandgut unserer Zivilisisation , melancholisch herumliegende Holz - und Eisenteile , alte Taue und verblichene Stoffreste Vollmond auf der Werft Panoukla , Griechenland 200 x 200 cm , Industrie- berschsse , Betonkltze am Meeresgestade , lngst vergessene Themen ( 120 x 100 cm , Bilder auf der Rckseite vom Keilrahmen bemalt ) lngst verdrngt , lngst miachtet Einzig der Deutschen zweitliebstes Kind , der Fernseher , funktioniert und regiert immer noch inmitten einer felskahlen , entvlkerten Mllkulisse von grenzenloser de ( Kulturmll , 200 x 200 cm ) Dem gegenber und doch dasselbe Thema verfolgend stehen Eichners Landschaften , zumeist winterliche Impressionen von unberhrtem , jungfrulich - schneeigem Wei einfangend - Bilder , die er in aller ihm gebotenen Deutlichkeit  Schamgegenden nennt Pastellzarte , lyrische Paradiese , ruhige Wege , die ins Ewige zu fhren scheinen - oder auch ins Nichts Wundersame Pfade , die mit dem Horizont verflieen in unberhrter Schnheit , die so nimmer wiederkehrt , hat der Mensch erst einmal seinen Fu darauf gesetzt Lediglich die Zune gemahnen vage an das unausweichliche Gesetz der Begrenztheit allen Lebens auf dieser Erde Idylle - wo ist sie noch zu finden in solcher Reinheit , solch lebendig atmender Schnheit ? Und doch ist sie Illusion , diese Idylle , tuschend freundliche freilich Zune entpuppen sich beim nheren Hinsehen als bedrohlicher Stacheldraht , lngst hat der Mensch , hat Architektur Zugang zum Paradies gefunden Und ist damit zugleich daraus vertrieben worden Der Mensch sitzt inmitten der von ihm angerichteten Zerstrung im Prisma wie einst Hieronymus im Gehuse und sinnt vergebens darber nach , da die Erde einmal grn war   ( 2 00 x 200 cm ) Noch steht er , der Mensch , im Mittelpunkt des Geschehens , bestimmt ber das Schicksal all dessen , was das kreucht und fleucht , und hindert nicht den Fall der Bltter gefhrdeter Bume Aber wie lange noch ? Wer letztlich berleben wird , Mensch , Vogel , Ratte oder Baum , darber lt Eichner uns im Unklaren ( Adam Kratztechnik , 230 cm x 160 cm 1989 )
Bleiben wird - vielleicht - der Urhrer , ( 200 x 200 cm , 1989 ) gleich einem Telefonhrer geformt , urweltlich - wuchtig und graumassig , symbolisch wohl ebenso fr noch funktionierende Kommunikation wie fr leeres , unpersnliches Gerede einer sprachlosen Gesellschaft , die sich selbst berlebt hat , hohl und schal geworden ist Und in der letztlich auch die Kunst keinen Platz mehr hat , dem Tod geweiht ist und ihr unrhmliches Ende finden wird - von Eichner symbolisch dargestellt im Bild Redeo artis . Hellmuth Eichner - ein unbequemer und eben deshalb unentbehrlicher Maler , der mit dem Blick des sensibilisierten Knstlers , aber auch der wtenden Hilflosigkeit der Mitbetroffenen , in jedem Fall mit unbestechlich prziser Genauigkeit des Mitbetroffenen , in jedem Fall mit unbestechlich prziser Genauigkeit und tiefgrndigem Hintersinn Themen aufgreift , deren Brisanz wir oft ( und die Kunstszene sowieso ) nicht wahrhaben wollen , an denen wir aber nicht vorbeikommen und die uns ber kurz oder lang einholen werden Auch die 2000 Jahr - Feier der Bundeshauptstadt im Jahr 1989 war fr Eichner keineswegs Anla , in den allgemeinen Freudentaumel einzustimmen und sich den Ovationen anzuschlieen Betroffen steht man vielmehr vor der verheerenden , in seinem Bild Bonn im Jahr 2000 , nach dem abschmelzen der Pole 150 x 120 cm , festgebannten Folgen des Ozon - Lochs und geschmolzener Pole Glucksend verschwindet die Altstadt im steig steigendem Wasser , sie ist nur noch fr die Fischzucht zu gebrauchen , die Hhenlagen der solcherart heimgesuchten Stadt sind bervlkert von schutzsuchenden Menschen : das groformatige Bild beschwrt eine neue Sintflut herauf Apokalypse now Eichner baut voller Brisanz und qulender Eindringlichkeit im vorhinein Denkmler fr also gurgelnd in nicht einzudmmenden Wasserstrudeln untergegangene Stdte : aus Bonn wird ein zweites Atlantis Zahnstocher balancieren wie allerletzte Rettungsstrohhalme auf den Marmorklippen 200 x 200 cm die restlichen , verlorenen berbleibsel der Zivilisisation , mhsam , vergeblich
Und noch immer luft der Fernseher , gaukelt heile Welt im Miniformat vor , whrend der Tod , vom Knstler vor einigen Jahren noch in seiner beliebigen Zuflligkeit der Auswahl apostrophiert , ( Die Zuflligkeit des Todes , 200 x 200 cm ) mittlerweile im Grunde jeden gleichermaen bedroht Das Damoklesschwert immer weiter zerstrter Umwelt senkt sich sekndlich ein gutes Stck tiefer So mogelt man sich - teils hilflos , teils optimistisch - ber die Runden , bis einen die Bilder Eichners einholen und unterschwellig brodelnde Katastrophen in frchterliche greifbare Nhe rcken Trennende Grben tun sich abgrndig auf zwischen der Kirche und dem Dorf Winzige Huser klammern sich nur mhsam an monumentalen , dster konturierten , in Dnungen von Grau geschatteten Felsstrukturen fest Die dem Dorf ber trennende Grben der Beziehungslosigkeit hinweg gegenberliegende Kirche droht jeden Augenblick in den Abgrund zu gleiten Eichner lt die Kirche nicht brav im Dorf , wo sie , wie wir alle wissen , seit alters her eigentlich hingehrt als Mittel und Angelpunkt drflichen und stdtischen Lebens Eine zerklftete , in ihren Dimensionen Kirche wie Dorf schier berwltigende Felslandschaft steht als Metapher fr fehlendes Miteinander , mangelnde Kommunikation , Sinnentleerung , Hoffnungslosigkeit  Der Knstler nennt Fremdheit der Menschen unserer Tage beim Namen und rttelt schonungslos an allem , was uns lieb und teuer und heilig ist Und will im Grunde einfach die Welt besser , menschenwrdiger machen - lebens - und liebenswerter , damit niemand mehr Dynamitfischern in die Hnde fllt oder Baghwan als heilige Kuh unheilvoller Sektenglubigkeit verehrt Hellmuth Eichner ist akribisch und przis zugleich und zugleich spontan und visionr Und er hat Einflle , die ihresgleichen suchen , scheut Experimente nicht In der Arbeit blau wird durch eine Strickleiter das mhsame , Sprosse fr Sprosse hoch hangelnde Klettern nach Oben symbolisiert Der realistische Charakter des Bildes wird durch ein vom Rahmen herunterhngendes , zum Berhren reizendes Seilende nachdrcklich betont. Um kreativen Ideenreichtum und schpferische Vielfltigkeit war der Eichner nie verlegen Aus Architekturbros bekanntes Transparentpapier erschlo ihm bereits 1981 vllig neue Dimensionen der Bildgestaltung und der Bildaussage Die besondere Beschaffenheit dieses Materials ermglichte ihm leichten , zarten Farbauftrag und Intensivierungen einzelner Bildpartien durch beidseitige Bemalung Indem Eichner sich der Besonderheiten dieses technischen Erzeugnisses , das durch seine Reaktion auf die Bearbeitung durch Druck , Wasser und Collagenelemente seinerseits zum Objekt wurde , Beulen warf , Reliefs bildete und Knitterspuren aufwies , bediente , leistete er auch einen Beitrag zur knstlerischen Auseinandersetzung mit den Stoffen unserer technisierten Umwelt Und entging zugleich den Zwngen herkmmlich streng begrenzten , umrahmten Bildformates Das Papier , je nach Magabe des Motivs zurechtgeschnitten oder gerissen , wird mit Klebestreifen abgedeckt und berklebt , die auch nach ihrer Entfernung als helle Streifen im Bild prsent bleiben , es gewissermaen umrahmen und ihm jenen speziellen Touch des skizzenhaft Unfertigen , nicht in extenso ausgefeilten Unprtentisen geben , der fr viele Eichner - Arbeiten so typisch ist Und der beabsichtigt ist , der gewisse Ansprche an Intellekt und Imaginationsgabe des Betrachters stellt Die knstlerische Struktur der Bilder verndert sich - der Eichner geht mit der Zeit wenn er ihr nicht voraus ist. Und das ist er eigentlich immer. So auch bei diesen optischen Spielen voller  Subtilitt. Die Zeichnung auf Transparentpapier gert zum Entwurf,   trgt dem prozessualen Aspekt des Werkcharakters weit mehr Rechnung als etwa die glatte Leinwand. Der nachdenkende Betrachter folgt dem Knstler sozusagen im Geiste. Landschaft und Akt sowie Portrts sind zweifellos prdestiniert fr den Bereich der Mischtechniken auf Transparentpapier. Und auch das ist der Eichner : Jugendliche Schnheit und zarte Anmut schildert er - ohne jegliche plakative Eindeutigkeit und nie aus der fragwrdigen Sicht des Voyeurs - in sinnlich -  erotischer Delikatesse beinahe klassischer Schnheit sthetischer Raffinesse und subtilstem Charme. Ein etwa verhllendes Kopftuch unterstreicht die ebenso lyrisch - zarte  wie eindringliche Linie eines Gesichts die Spannung zwischen Krper und Portrt den biegsamen S - frmigen Schwung eines Rckens. Durch weitgehenden Verzicht auf eine Ausmalung des Bildhintergrundes wird das allzu Perfekte des Tafelbildes vermieden der Eindruck des Arbeitsprozesses bleibt luftig - skizzenhaft erhalten was noch durch die Kruselung des Transparentpapiers zustzlich verstrkt wird. Im zeichnerischen offenbart sich die Feinnervigkeit und Sensibilitt dieses Knstlers am deutlichsten. Der Bleistift bestimmt die Konturen der ausdrucksstarken Gesichter ohne ihnen ihre Eigenheiten zu nehmen und ohne die Physiognomien in den allzu glatten Schnen zu verflachen. beraus reizvoll auch die gleicht Puzzles durchbrochenen Arbeiten die in der Zusammensetzung Mdchengesichter und - Figuren ergeben. Bewut whlt Eichner das Symbol des Puzzles da zugleich Trennendes und Verbindendes in sich trgt und somit auch eine in vielen seiner Werke verborgene Dialektik von Form und Inhalt hinweist. Doch entbehren auch die poetischen wie hingehaucht in diaphanen Schimmern und transparentem Leuchten erscheinenden Aktzeichnungen nicht eines immanent gesellschaftspolitischen Bezugs in dem sie oft genug die fadenscheinige Doppelmoral einer florierenden Porno Industrie und die enge kommerzielle Verbindung von Sex und Mammon im wahrsten Sinne des Wortes enthllend  dokumentieren was nicht nur beim  glnzend gelsten Bild Immenburgstrae mit der pikanten Nhe von Schlachthof und Eros - Center ins Auge springt.
Eichners jngstes Portrt - Ausstellung erregt einiges Aufsehen. Und das mit Recht. Denn  in einer Zeit da Portrtmalerei so ganz und gar nicht in ist vielmehr als bloe Auftragsschnmalerei fr schnden Mammon verchtlich abgetan wird da prsentierte Eichner sich des Wagnisses im brigen voll bewut wohlberlegt eine Reihe  von Portrtarbeiten die fast photographisch realistisch und doch durch den Blick des Knstlers zu berraschend neuem eigenstndigem Leben gereift sind. Nichts Sliches nichts angestrengt Gewolltes haftet diesen kraftvollen und doch zarten abgetnten Pastellen an. Ein kaum wahrnehmbarer Hauch von blue velvet Firnisst ber diesen Bildern wird durch die ungemein sichere Linienfhrung aufgefangen fgt jedoch dem Reiz der Arbeiten ein wesentliches Moment hinzu. Sensibel mit sicherem Auge und einfhlsamen Gespr hat der Eichner das Gegenber - auch und gerade Kinder die zu portrtieren er sich mitnichten schmt oder zu schade ist ohne sich nun als Maler ansehnlicher Kinderportrts empfehlen zu wollen - die jeweilige Persnlichkeit fest im Griff. Delikat und fein nuanciert vermag er Wesensmerkmale und Eigenheiten Eigenarten herauszuschlen und in packender stupender Lebendigkeit buchstblich vibrierender Bilder zu vollenden. Bilder die sich dem Betrachter als zum Greifen nahe aufzwingen und die doch einmal mehr ihr letztes Geheimnis nicht preisgeben. Im Unterschied zum Foto schwingen hier unterschwellig und doch unbersehbar physische Zwischentne mitspielen Zeit und Stimmung eine wesentliche Rolle. Heiter dionysisch das Portrt von Karl Ludwig Kelber mit durchs Bild laufenden leichten Rissen und Brchen bers  gebrunte Antlitz hinweghuschenden Sonnenstubchen. ber die bronzene Haut der italienischen Schnheit Rossella Fiorillo glitzern Wassertropfen Friederike lacht gesundes Gebi zeigend aus vollem Hals. Graphisch - plakativ zeigt sich Viola mit geschlossener Brse eine Arbeit aus dem Jahre 1979. Die jngst entstandenen Werke lassen eine kontinuierlich fortschreitende Entwicklung zunehmender technischer Sicherheit und Souvernitt der knstlerischen Aussage erkennen. Verschiedene Wirklichkeitsebenen in ein und derselben Darstellung erscheinen durch eigenwillige Bildkomposition im Portrt von Eichner Tochter Vanessa und im Gruppenbild der Familie Schfer. Wesentliches offenbart sich wie so oft bei Eichner in knapp umrissenen Andeutungen: die Bilder sind nicht zugemalt.
In mhevoller monatelanger Arbeit entstanden ist das berdimensionale Portrt der Monika Pilhatsch in der von Eichner entwickelten Kratztechnik auf Transparentpapier. Aus dem dunklen Untergrund heraus hat der Knstler mit der Rasierklinge haarfeine dnnstrichige Umrisse eines im feinen Netzwerk der Haut fast naturgetreuen von langem Haar umstrhnten Gesichtes geholt lebensvoll ausdrucksstark beinahe haptisch wahrnehmbar. Er wre nicht Hellmuth Eichner wrde er sich - trotz Auftragsarbeiten - von der schnen Form glatter polierter Oberflchen und gelackter Gesichter tyrannisieren lassen. Er schabt ab kratzt aneckt an. Ohne sich ins Bockshorn jagen zu lassen. Und er wre nicht Eichner wrde  nicht im Mittelpunkt jeder seiner stets fr berraschungen sorgenden Ausstellungen der Mensch stehen. Eichner kmpft seit Jahren gegen eine zunehmende Entmenschlischung Entseelung innere Verdung unserer Zeit auch und nicht zuletzt in der Kunst an. Er setzt Zeichen - dagegen und fr den Menschen. Da er damit meistens Kritiker - und ffentliche Meinung krftig gegen den Strich brstet tangiert ihn zwar hindert ihn aber nicht glcklicherweise nicht. So werden auch in Zukunft fr diesen Propheten der deutschen Gegenwartskunst KUNST und Arbeit nicht nur keine Gegenstze sondern die zwei Seiten ein und derselben Medaille sein.
Der Pflasterer die Dachdecker der mehlbestubte   Bcker sie alle wurden von Eichner liebevoll portrtiert der Anstreicher ins Licht gerckt in Bildern wie Kleine Kreuzigung oder Zwischendurch sind sie Knstler oder die Entlarvung der Epigonen die einen an den Hnden gefesselten Knstler auf den Spuren eines Anstreichers zeigt der mal eben demonstriert wo es langgeht - und vielleicht wie es bergab geht mit der Kunst Bei alledem interessiert Eichner das individuelle Schicksal nicht die Gruppendynamik nicht der Klassenvertreter nicht der heroisch dargestellte Held der Arbeit den das System hervorgebracht hat sondern der knstlerisch begabte Handwerker der eher im Stillen und ohne groes Aufhebens seiner Ttigkeit nachgeht und am Abend rechtschaffend mde ist. 
Eichners Ansatz ist ohne jedes Pathos ohne jede hochstilisierte Monumentalitt wie sie im Kommunismus und im Faschismus gleichermaen zu finden ist. Um so menschlicher um so zeitlos gltiger um so anrhrender sind seine Bilder. Engagiert wird sich dieser zeitkritische Knstler auch weiterhin mit seinen Problemen zur Emanzipation der Frau zur unbrgerlichen nicht abgesicherten  zigeunerischen Existenz des Knstlers unserer Tage mit der Rassendiskriminierung mit dem Umweltschutz auf seine unnachahmlich Weise in stringent durchdachten Bildern auseinandersetzen. Arbeiten wie Groe Freiheit schwarz und wei der Zappelphillip die Dynamitfischer die Kirche und das Dorf     Bonn im Jahre 2000 ,“ Liebe Liebe ,“  Chauvi’s letzte Fahrt und unzhlige andere dieses an Jahren noch immer so jungen und dennoch an Werken so reichen Knstlers dessen unerschrockene Zivilcourage wir alle brauchen werden unvergessen sein und unverndert bleiben. Denn es sind zeitlose Bilder nicht an den Tag nicht an die Stunde gebunden. Und sie alle stellen Menschen wie wir dar - Menschen die an einem Strange ziehen sich nicht als marionettenhafte Kasperlepuppen an Drhten hngend die von anderen gezogen werden mibrauchen lassen und den Teufel   in welcher Form auch immer er erscheint ob er in groen Zusammenhngen oder wie so oft im Detail steckt keinen Einflu auf ihrer Handlungen nehmen lassen sollten. Oder doch jedenfalls keinen allzu groen. Insofern und insoweit ist Hellmuth Eichner ein Moralist. Aber was fr einer mit was fr einem Elan und kreativem Reichtum ausgestattet! Ohne predigendes Salbadern nein mit verblffender Leichtigkeit erteilt er uns Lektionen rttelt er unser Gewissen wach knpft er uns Fallstricke und legt er uns Stolpersteine zwischen die Fe. Was fr - und noch dazu bestechend gemalte gezeichnete gekratzte blinkende leuchtende berhrbare - Denkanste leistet er mit seinen Bildern die allesamt Signale sind und sein wollen die zum Nachdenken zum Mitdenken zum Weiterdenken nicht nur anregen,   sondern verfhren. Die Zeichen am Wege eines jeden von uns sind. Analyse und Synthese verschrnken sich in Eichners Werken - oft verwirrend immer berzeugend. Form und Inhalte seiner Bilder sind geprgt von jener spannungsvollen magischen Dialektik der es gelingt vieles anzudeuten vieles aber auch unumwunden auszusprechen dabei dem Betrachter immer noch Raum lassend da er zwischen den Zeilen lesen kann - und immer nur einen Zipfel des Geheimnisses das die Kunst ausmacht zu Lften. Eichner demaskiert und bleibt doch solidarisch. Darin drfte ein weiterer Teil seines Erfolges beschlossen sein. Er ist weder Mauerblmchen noch Marktschreier. Und doch zur richtigen Zeit und am richtigen Ort mit dem richtigen Bild beides zugleich. Seine Arbeiten sind kraftvoll gewissermaen stmmig - urwchsig bodenstndig und doch voll zrtlicher delikater Hingabe an das Sujet an das Thema. Sie sind direkt und doch geheimnisvoll verschlsselt. Sie sind geistreich und doch nicht verstiegen intellektuell. Sie sind solide ohne sich bierernst zu gebrden humoristisch ohne albern zu wirken sensibel ohne in Selbstmitleid zu  ertrinken. . Vor allem sind sie aufregend immer gut orientiert und immer merkwrdig originell jenseits aller modischen Wahl - oder Artverwandschaften dernier Cri und lngst schon wieder darber hinaus : so war alles noch nie da,  soviel Anfang war nie,  soviel mitreiende Begeisterungsfhigkeit. Man braucht sich nur anstecken zu lassen .  Das Khne ist das Einfache in der Kunst. Aber das Einfache ist schwer . Hellmuth Eichner hat es erreicht,  und im Sinne von Romain Rollands Diktum : Es ist klar da die Zukunft nicht den Zaudernden gehrt sondern denen die ohne schwach zu werden das durchstehen fr was sie sich einmal entschiedenen haben - im Sinne dieser Konsequenz wird ein Knstler wie der Eichner auch zuknftig ein gewichtiges Wort in der Kunstszene unserer Tage mitreden. Ganz abgesehen davon da ihm das Malen abstrakter Unverbindlichkeit auf die Dauer weder befriedigen noch ausfllen wrde. Denn dazu hat er zuviel zu sagen.

1990